Über Zusammenhalt und Herausforderungen im Ortsteil

Als Mindelauer Ortssprecher bestätigt: Christian Träger im Interview

+
Christian Träger bleibt auch in den nächsten sechs Jahren Mindelaus Ortssprecher.

Mindelau – Rund 380 Menschen leben inzwischen im Ortsteil Mindelau (mit Katzenhirn). Ihre Anliegen wurden in der letzten Amtsperiode von Christian Träger im Stadtrat vertreten – und das offenbar ganz ordentlich, denn im Bürgerhaus wurde der 50-Jährige Mitte Juli von 79 der 80 Anwesenden im Amt bestätigt. Im Interview mit dem Wochen KURIER erklärt Träger, warum sein Ortsteil besonders lebenswert ist und welche Herausforderungen ihm in den nächsten Jahren bevorstehen.

Was hat der Ortsteil Mindelau zu bieten? Warum lohnt es sich, hier zu leben?

Träger: „Natürlich hält jeder Ortssprecher seinen Ortsteil für den schönsten, aber Mindelau liegt schon sehr malerisch am östlichen Hang des Mindel­tals und bietet einen wunderschönen Blick hinüber zur Mindelburg und nach Mindelheim. Neben den netten Straßen, Gassen und Winkeln ist es aber vor allem der dörfliche Charakter, der es so lebenswert macht. Jeder kennt jeden und überall findet man jemanden zum Ratschen. Daher dauert der Spaziergang mit unserem Hund statt der halben Stunde, die man für die Dorfrunde braucht, in der Regel zwei- oder dreimal so lang.“

Klingt nach einer guten Gemeinschaft.

Träger: „Der Zusammenhalt ist etwas Besonderes: Die Vereine bilden die Basis für viele gesellige Abende und Feste. Das Zentrum ist dabei unser Bürgerhaus, in dem unzählige ehrenamtliche Arbeitsstunden stecken und das von den Vereinsmitgliedern betrieben wird. Hier haben zum Beispiel die Schützen, die Feuerwehr, der Bulldog-Club, unser Faschingsverein, die Veteranen aber auch die Gymnastikdamen, die Mutter-Kind-Gruppe oder die Kegler ein Zuhause gefunden.“

Ist das rege Vereinsleben auch ein Vorteil, wenn Sie größere, neue Projekte angehen wollen?

Träger: „Auf jeden Fall. Wenn man Hilfe braucht, weiß man bei uns immer, zu wem man gehen kann. Daher war es auch nicht schwer, genug Leute zu finden, die mithelfen, in den nächsten Wochen einen neuen Gemeindestadel zu bauen, in dem die Jagdgenossen und alle Vereine genug Platz für die Maschinen und ihren Fundus haben werden.“

Was ist darüber hinaus in naher Zukunft in Mindelau geplant?

Träger: „Ein noch größeres Projekt steht mit der Erneuerung der Dorfstraße an, die 2021 in Angriff genommen werden soll. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie können hierbei allerdings noch zu Verzögerungen führen.“

Apropos Infrastruktur: Wie bewerten Sie die Anbindung an die Kernstadt?

Träger: „Geschäfte haben wir bei uns in Mindelau zwar keine, aber mit Auto, Fahrrad oder Bus ist man ganz schnell im Gewerbegebiet an der Allgäuer Straße oder in der Innenstadt, wo man bequem einkaufen kann – und selbst zu Fuß ist die Kernstadt gut zu erreichen, wenn man zum Beispiel den Weg über die ‚alte Mindelheimer Straße‘ nimmt.“

Letzter Punkt: Wie sieht Ihre Zukunftsvision vom Ortsteil aus?

Träger: „Als Ortssprecher möchte ich dazu beitragen, dass der Zusammenhalt in Mindelau erhalten bleibt. Eine Aufgabe, an der man arbeiten muss, da sich schon seit einiger Zeit ein Generationswechsel abzeichnet. Es ist nicht mehr selbstverständlich, dass man seine Zeit in die Vereinsarbeit investiert.“

Wie lässt sich das lösen?

Träger: „Wir müssen zeigen, wie wichtig das ehrenamtliche Engagement ist, von dem dann alle profitieren. Das bedeutet auch, dass sich Menschen, die nach Mindelau ziehen, am Dorfleben beteiligen wollen und nicht nur ein Grundstück suchen, von dem aus man schnell auf der Autobahn und in der Arbeit ist.“ 

Interview: Marco Tobisch

Auch interessant

Meistgelesen

Experte warnt in Mindelheim: "4G ist für den Normalverbraucher ausreichend"
Experte warnt in Mindelheim: "4G ist für den Normalverbraucher ausreichend"
Landratsamt schlüsselt auf: Wo genau im Unterallgäu das Coronavirus nachgewiesen wurde
Landratsamt schlüsselt auf: Wo genau im Unterallgäu das Coronavirus nachgewiesen wurde
Kreistag bringt die Reaktivierung der Staudenbahn ins Rollen
Kreistag bringt die Reaktivierung der Staudenbahn ins Rollen
Ehrenamt: Türkheimerin Cornelia Ast vom Bayerischen Sozialministerium geehrt
Ehrenamt: Türkheimerin Cornelia Ast vom Bayerischen Sozialministerium geehrt

Kommentare