Nächstes Level erreicht

Mindelheim in Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen aufgenommen

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Verkehrsminister Dr. Hans Reichhart (links) hat weitere bayerische Kommunen in den Arbeitskreis fahrradfreundliche Kommunen (rechts: AGFK Bayern-Vorsitzender Matthias Dießl) aufgenommen, darunter auch die Stadt Mindelheim. Deshalb waren Ende November Roland Ahne (Dritter Bürgermeister, 3. v. rechts) und Mindelheims Klimaschutzmanagerin Simone Kühn (2. v. rechts) zu Gast in München.

Mindelheim – Die Bedeutung des Radverkehrs in Bayern wächst rasant. Radwege werden ausgebaut, die Sicherheit erhöht und eine radverkehrsfreundliche Mobilitätskultur gefördert. Diese Tendenz zeigt sich auch am aktuellen Zuwachs des größten kommunalen bayerischen Netzwerks für Radverkehrsförderung, der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern e.V. (­AGFK Bayern). Dieser gehört seit wenigen Tagen auch die Stadt Mindelheim an.

Zur Feier des Rades war geladen und mehr als 100 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Verbänden folgten der Einladung in den Festsaal des Künstlerhauses in München. Unter der Moderation von Roman ­Roell (BR) wurden in der gemeinsamen Veranstaltung der AGFK Bayern und des Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr die Erfolge für den Radverkehr im Jahr 2019 gewürdigt. Hier ließ man die positiven Entwicklungen des vergangenen Jahres Revue passieren. Vor allem durch die AGFK Bayern ist ein weitreichendes und politisch aktives Netzwerk entstanden, das mittlerweile 77 bayerische Kommunen repräsentiert.

Schon 26 Titelträger

Verkehrsminister Dr. Hans Reichhart zeichnete im Rahmen der Veranstaltung neun Kommunen mit dem Titel „Fahrradfreundliche Kommune in Bayern“ aus – unter anderem Bayreuth, Regensburg und Sont­hofen haben sich dem Zertifizierungsprozess unterzogen und dürfen sich nun offiziell „fahrradfreundlich“ nennen. Insgesamt tragen diesen Titel 26 bayerische Kommunen. Reichhart gratulierte und wies darauf hin, dass Radverkehrsförderung als Daueraufgabe zu sehen sei: „Im Radverkehr liegt unheimlich viel Potential. Vor allem für die Fahrt zum Bahnhof oder zur Arbeit ist das Fahrrad oft das beste Verkehrsmittel – ohne Stau und Parkplatzprobleme. Unser Ziel ist es, den Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehr auf 20 Prozent zu steigern.“ Der Titel „Fahrradfreundliche Kommune“ sei eine Anerkennung für die geleisteten Aktivitäten, nach sieben Jahren erfolgt eine Nachzertifizierung.

AGFK-Vorsitzender Matthias Dießl nahm dann zwölf neue Kommunen, die beabsichtigen, das Prüfverfahren zu durchlaufen und ihre Fahrradfreundlichkeit unter Beweis zu stellen, in die Arbeitsgemeinschaft auf, darunter auch die Stadt Mindelheim.

Die Basis dafür hatte Mindelheim Ende September im Rahmen einer Vorbereisung geschaffen (der Wochen KURIER berichtete ausführlich), als Verkehrsexperten unter anderem Gefahrenstellen prüften. Im Anschluss an die Fahrradexkursion teilte die Kommission mit, dass eine Aufnahme in den ­AGFK empfohlen wird. „Wir freuen uns sehr über dieses positive Feedback“, hatte Dritter Bürgermeister Roland Ahne damals mitgeteilt.

Pluspunkte

Als positiv bewertet wurde das Radentwicklungskonzept der Stadt Mindelheim, das bereits seit dem Jahr 1992 existiert. Auch, dass die wichtigen Verbindungen für den Radverkehr im Flächennutzungsplan festgehalten wurden, dass es einen Netzplan für den Winterdienst gibt und dass Lastenfahrräder durch die Kommune gefördert werden, wurde als beispielhaft gewertet. Das gute touristische Angebot und die Unterführung am Bahnhof wurden ebenfalls als positiv bewertet.

Auch Hausaufgaben, die binnen vier Jahren umgesetzt werden müssen, hat die Stadt mit auf den Weg bekommen: unter anderem eine Steigerung des Radverkehrs, einen Radverkehrsbeauftragten mit 20 Wochenstunden sowie ein Radverkehrskonzept, das regelmäßig fortgeschrieben wird. Besteht Mindelheim dann auch die Hauptbereisung, in der die Umsetzung kontrolliert wird, stünde der Auszeichnung als „Fahrradfreundliche Kommune“ nichts mehr im Weg.

wk/mt

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