"Das Grundgesetz ist ein Versprechen"

Mindelheim: Demonstration für den Erhalt der Grundrechte

1 von 13
2 von 13
3 von 13
4 von 13
5 von 13
6 von 13
7 von 13
8 von 13

Mindelheim - Im ganzen Land protestieren Menschen für den Erhalt der Grundrechte, die in den letzten Wochen und Monaten von der Regierung aufgrund der Corona-Pandemie außer Kraft gesetzt wurden, so auch am vergangenen Freitag auf dem Marienplatz. An die hundert Menschen hatten sich dort versammelt, um für ihre Grundrechte einzustehen.

Sandra Jungbold, Organisatorin der Demonstration, war sichtlich nervös, als sie zu reden begann. Ihre Stimme stockte immer wieder, wurde brüchig, Jungbold war den Tränen nah. Vor circa einem Monat hatte sie und ihr Mann Harald Jungbold die Idee einer Kundgebung, die den Titel „Friedlicher Widerstand zum Erhalt unserer Grundrechte" trägt. Bereits vergangenes Wochenende wurde in verschiedenen bayerischen Städten friedlich demonstriert. 

Auf ihren Plakaten standen Sätze wie „Lasst uns einander wieder in die Arme nehmen!“, „Wahre Demokratie lebt von Diskurs“ oder „Für Selbstbestimmung und freie Impfentscheidung“. Zweimal protestierte eine bunt gemischte Truppe von 15 Leuten, um möglichst viele Menschen zu erreichen.

Die politischen Beschlüsse der vergangenen Wochen habe Sandra Jungbold mit Sorge mitverfolgt. „Wir wollen das nicht so hinnehmen", rief sie, sondern „den Sachverhalt zur Diskussion stellen". Und sie betonte, dass man, nur weil man Kritik an den Corona-Maßnahmen ausübe, noch lange kein Corona-Leugner oder Verschwörungstheoretiker sei. „Wir demonstrieren für Freiheit, Selbstbestimmung und körperliche Unversehrtheit", so Jungbold. Diese Rechte stehen im Grundgesetz vom 23. Mai 1949. Dieses Grundgesetz sei ein Versprechen an das Volk gewesen, das 70 Jahre und zehn Monate hielt. Nun trauen sich die Menschen nicht mehr auf die Straße, durften ohne einen triftigen Grund nicht mehr das Haus verlassen, beschrieb Jungbold die aktuelle Situation. Und weiter: „Menschen liegen im Sterben und dürfen nicht mehr die Hand eines geliebten Menschen halten, notwendige Operationen wurden verschoben." Das könne sie sich nicht einmal in ihren schlimmsten Albträumen vorstellen. 

Sie fragte das Publikum, was nach COVID-19 komme. Würde es bei der zweiten Welle ein COVID-20 und bei der dritten Welle ein COVID-21 geben? Sie bohrte weiter nach: „Was ist eine Demokratie, wenn kein anderer Diskurs zugelassen wird? Wenn Andersdenkende ausgegrenzt werden? In der die unveräußerlichen Grundrechte außer Kraft gesetzt werden?" Applaus vom Publikum. Im Grundgesetz stehe, dass alle Staatsgewalt vom Volke ausgehe, „also von der Basis, von uns aus", sagte Jundbold und zitierte am Ende Frank-Walter Steinmeier: „Ohnmacht ist Gift für die Demokratie."

jb

Rubriklistenbild: © Julia Böcken

Auch interessant

Meistgelesen

„Die Schöne und das Buch“
MINDELHEIM
„Die Schöne und das Buch“
„Die Schöne und das Buch“
Wochen KURIER-Redaktion heißt Julia Böcken willkommen
MINDELHEIM
Wochen KURIER-Redaktion heißt Julia Böcken willkommen
Wochen KURIER-Redaktion heißt Julia Böcken willkommen
80 Stunden „abtauchen“
MINDELHEIM
80 Stunden „abtauchen“
80 Stunden „abtauchen“

Kommentare