Klausursitzung mit neuer Bürgerinitiative im März

Mindelheim: Die Ideen-Quelle fürs Klosterareal sprudelt

Kloster Mindelheim
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Seit Anfang Dezember hat die Stadt Mindelheim ein Angebot der Congregatio Jesu auf dem Tisch liegen. Bis Ende März soll offenbar die Entscheidung fallen, ob sich die Stadt zum Kauf des Areals entscheidet oder nicht.
  • Marco Tobisch
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Mindelheim – Wie geht es weiter auf dem Mindelheimer Klosterareal? Nachdem bei der Stadt inzwischen wieder ein Angebot für einen Grundstückskauf auf dem Tisch liegt, eröffnen sich neue Möglichkeiten. Gedanken dazu macht sich auch eine neue Bürgerinitiative, die sich nun offiziell formiert und vorgestellt hat. Und auch die Fraktion der Mindelheimer Bürgergemeinschaft ist Anfang Februar tätig geworden und hat einen Antrag im Stadtrat eingereicht: Sie fordert einen Bebauungsplan und eine Veränderungssperre.

Michael Gerle, Erster Vorsitzender der MBG, erklärt dazu: „Nachdem der bisherige Investor von seinen Plänen zurückgetreten ist und der Stadt den Kauf des Objekts angeboten hatte, ist die Stadt bzw. der Stadtrat am Zug, um über einen Erwerb und die künftige Nutzung nachzudenken.“ Für nicht ausgeschlossen hält Gerle, „dass erneut ein Investor mit seinen Plänen an die Stadt herantritt. Aus diesem Grund hält es die Bürgergemeinschaft für notwendig, dass die Stadt einen Bebauungsplan erstellt und eine Veränderungssperre erlässt, um eine für die Stadt unliebsame Entwicklung zu verhindern“.

Ihren Antrag begründet die Stadtratsfraktion unter anderem damit, dass das Areal ein sensibler und wichtiger Teil des historischen Altstadtkerns sei. Und nicht nur das Klosterareal selbst, sondern auch seine Umgebung, müsse miteinbezogen werden, schreiben Gerle sowie Ursula Kiefersauer und Dr. Manfred Schuster. „Solch ein Vorhaben entspricht gerade auch den gegenwärtig aktuellen Ansätzen im Blick auf die Quartiersentwicklung.“ Da das Kloster denkmalgeschützt ist, sei es durchaus stimmig, dass für das Gesamtareal ein Bebauungsplan entworfen werde. Auch die Träger öffentlicher Belange wie etwa Natur- und Denkmalschutz könnten dann mit ihrem Expertenwissen einbezogen werden.

Zum Bebauungsplan fordert die MBG, ein wichtiger Parameter dabei sei, Freiflächen auf dem Klosterareal zu sichern. „Der Klostergarten kann nicht mit Häusern großzügig überplant werden. Grüne Zonen, Freiflächen, Parks und Gärten schaffen Qualität, sind attraktiv und bieten Erholungswerte für alle Innenstadtbewohner. Die Freihaltung solcher Räume ist ein Muss“, heißt es im Antrag. Ergänzend erklärt Ursula Kiefersauer, auf dem Maristenareal habe man die Schaffung ebenjener Freiflächen versäumt. Eine „derart massive Bebauung des Klosterareals“ dürfe nun nicht das Ziel sein.

Klausursitzung am 13. März

Für 13. März hat Bürgermeister Dr. Stephan Winter eine Klausursitzung anberaumt, bei der es um die Zukunft des Klosterareals gehen soll. Bis Ende März soll sich die Stadt offenbar entscheiden, ob sie das Grundstück kauft oder nicht. Wie der Wochen KURIER erfahren hat, soll diese Entscheidung aber wohl noch nicht am 13. März getroffen werden.

Redezeit bei der Klausursitzung bekommt auch die neue Bürgerinitiative „BiMi Holzbaur“, deren Initiatoren sich seit letztem Jahr für die Rettung des Holzbaur-Gartens einsetzen und die bereits 1.100 Unterschriften von Unterstützern gesammelt hatten. Im Rahmen einer Petition wurden diese im Herbst an Bürgermeister Winter übergeben.

Jüngst formierte sich aus den Garten-Rettern dann die Bürger­initiative, die sich und ihre Ideen Anfang Februar in einer Online-Konferenz erstmals der Öffentlichkeit vorstellte. 17 Gäste nahmen teil, einige von ihnen diskutierten mit.

In Gruppen Ideen gesammelt

Wie die Konferenz ablief? Peter Kern, Sprecher der Initiative, brachte die Teilnehmer zunächst auf den aktuellen Stand der Dinge, was das Holzbaur-Anwesen sowie das Maria-Ward-Kloster angeht. Anschließend teilten sich die User in kleinere Gruppen auf, um Ideen auszutauschen. Unter anderem ging es um Nutzungsmöglichkeiten für das Holzbaur-Anwesen, den Klostergarten und das -areal. Die Ergebnisse wurden auf einer Art digitaler Leinwand zusammengetragen und gespeichert.

Mit dem Ergebnis des Austauschs zeigte sich die Mindelheimer Bürger­initiative zufrieden. „Schön war zu sehen, dass viele Menschen ohne Online-­Erfahrung in die Debatte eingebunden werden konnten“, erklärt Mitbegründer Frederik Schüttler. „Wir können nur alle ermutigen, beim nächsten Mal dabei zu sein, auch wenn zunächst nicht der ernsthafte Drang besteht, konkret etwas beitragen zu müssen.“

Marco Tobisch

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