Ferienausschuss stimmt der Kronenkürzung zu

Mindelheim: Holzbaur-Rotbuche wird aufs Alleinsein vorbereitet

Rotbuchen Holzbaur Garten
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Der BUND Naturschutz hatte sich zuletzt mit einer Petition für den Erhalt des Holzbaur-Gartens und der beiden Rotbuchen eingesetzt. Einer der beiden Bäume ist wegen des Pilzes auf Dauer laut Stadtgärtner Honner nicht mehr zu erhalten.
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Mindelheim – Sie sind wohl die meistdiskutierten Bäume des letzten Jahres in Mindelheim – die beiden alten Rotbuchen im Holzbaur-Garten an der Frundsbergstraße. Auch in der Sitzung des Ferienausschusses letzte Woche waren sie wieder Thema. Diesmal ging es um die Kürzung eines der beiden Bäume.

Dass es um die Gesundheit der westlichen der beiden Buchen nicht allzu gut bestellt ist und diese inzwischen stark geschwächt ist, war bereits bekannt. „Sie kennen die Situation“, erklärte Stadtgärtner Martin Honner deshalb den Ausschussmitgliedern. Der sogenannte Brandkrustenpilz sei schon fortgeschritten, langfristig erhalten könne man den Baum ohnehin nicht mehr. Dazu kommt, dass ein Sachverständiger – er trägt im Übrigen den fachlich passenden Namen Dirk Baumgärtner – den Baum in einem Gutachten vom August 2020 als „bedingt verkehrssicher“ einstuft.

Eine Fällung ist aber nur Plan B. Denn würde man das Gehölz komplett entnehmen, könnte der andere Baum dem ungewohnt hohen Winddruck zum Opfer fallen. Ihn müsse man erst aufs „Alleinsein“ vorbereiten, erklärte Honner. Grundsätzlich werde die östliche der beiden Rotbuchen noch als verkehrssicher eingestuft, weshalb die Mindelheimer Stadtverwaltung hier keinen Handlungsbedarf sieht.

Zug um Zug kleiner

Die Idee nun: Um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten und gleichzeitig beide Bäume möglichst lang zu erhalten, will die Stadt der Gutachterempfehlung folgen und die Krone des westlichen Baumes um gut fünf Meter reduzieren. Die Ausladung zur Seite soll sich dabei nicht verändern. Wie Stadtgärtner Honner aber bereits ankündigte, sei mittelfristig der Plan, den Baum „Zug um Zug“ zu verkleinern.

Wenn der Baum aber langfristig ohnehin nicht zu halten sei, verschwende man dann mit der aufwändigen Pflege nicht etwa Steuergelder, stellte Dietmar Wagner (Freie Wähler) infrage. „Es schmerzt sehr, schöne Bäume umzumachen“, so Wagner. Aber wenn man schon mit schwerem Gerät vor Ort sei, wäre es aus wirtschaftlicher Sicht womöglich ratsam, gleich beide Bäume zu fällen und zugleich Ersatzpflanzungen vorzunehmen, meinte Wagner.

Josef Doll (Grüne) erklärte, die Kronenreduzierung komme keiner Stärkung, sondern vielmehr einer Schwächung des Baumes gleich. „Ich frage mich, was die Maßnahme bringen soll. Was kann man tun, um den zweiten Baum zu stärken?“, müsse die Frage in der Diskussion vielmehr lauten, so Doll. „Wir sollten alles daran setzen, große Stadtbäume zu erhalten.“

Letztlich setzte sich der Vorschlag der Verwaltung, die Krone der westlichen Buche zu kürzen, mit 8:2 Stimmen durch. Nach drei Jahren, so empfiehlt Experte Dirk Baumgärtner in einem Schreiben an die Stadtverwaltung, sollten die Rotbuchen erneut untersucht werden – sofern nicht zuvor schon Schadsymptome auftauchen. Die Kronenkürzung soll laut der Stadt noch im Frühjahr durchgeführt werden.

Marco Tobisch

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