Wiederaufbau läuft

Mindelheim: Jan-Erik Ahlborn ärgert sich über Vandalismus im Naturlehrgarten

Schaden Hornissen Schaukasten Mindelheim Naturlehrgarten
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Auch der Schaukasten am Hornissen-Beobachtungsstand im Naturlehrgarten wurde eingeschlagen. Jan-­Erik Ahlborn hofft, dass Vandalismus nach dem mühsamen Wiederaufbau künftig ausbleibt.
  • Jessica Socher
    vonJessica Socher
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Mindelheim – Mehrfach haben Vandalen zuletzt im Mindelheimer Naturlehrgarten zugeschlagen, wo Wespenberater Jan-Erik Ahlborn im Sommer vergangenen Jahres einen Hornissen-Beobachtungsstand aufgebaut und für die Öffentlichkeit angeboten hatte. Inzwischen ist Ahlborn dabei, alles mühsam wieder aufzubauen. 

„Man ärgert sich“, sagt der Mindelheimer über die Schäden im Naturlehrgarten. „Die Arbeit ist ja nicht nur für mich, sondern für alle.“ Anzeige gegen unbekannt will er dennoch nicht erstatten: „Hinfallen, Krone aufrichten und wieder aufstehen“, sei sein Motto.

Manche Schäden treten regelmäßig auf, andere bisher einmalig. Der neue Fun-Photo-Point (der Wochen KURIER berichtete) beispielsweise überlebte keine Woche, da wurde eine Bodenplatte in den Bach geworfen. „Ich hoffe, der Täter ist mit reingefallen“, lacht Ahlborn. Regelmäßig geht auch der Kettenschutz am Fahrrad kaputt, inzwischen ist er abgebrochen und kann nicht ersetzt werden. „Das könnte allerdings auch aus Versehen passiert sein, wenn Kinder nicht zu den Pedalen kommen und sich am Schutzblech abstützen“, meint der Mindelheimer.

Zuletzt wurde auch der Hornissen Lehr- und Beobachtungsstand neben dem Fun-Photo-9Point Opfer von Vandalismus: Schon das Hinweisschild „Hornissen Beobachtungsstand“ sei öfters so gewaltsam nach unten gedrückt worden, dass die obere Schraube inzwischen gebrochen ist. Nun wurde auch noch der kleine Schaukasten eingeschlagen und die LED-Kabel herausgerissen. Auch das Bildschirmkabel am Nistkasten der Hornissen wurde herausgezogen, dort leuchtete noch das vorderste LED-Lämpchen. Zudem wurden die Stützstangen des linken Zaunes – auch nicht zum ersten Mal – aus der Verankerung gehoben, woraufhin der Zaun umzustürzen drohte.

„Den Kopf in den Sand zu stecken und nicht weiterzumachen“, kommt für den Mindelheimer aber nicht infrage. „Sonst bestrafe ich die, die Interesse daran haben, und die Hornissen natürlich auch.“ Inzwischen hat für den Wespenberater und seine Frau Bettina der mühsame Wiederaufbau begonnen – verbunden mit „einem Haufen Arbeit“ und „Kreuzschmerzen“. Der kleine Schaukasten wurde bereits rundum erneuert und hat ein neues LED-Licht bekommen, die Hornissen darin sind nun sogar besser zu sehen. Der Zaun wurde wieder hingebogen, das Kabel am Bildschirm wieder eingestöpselt.

Das Warten auf die Hornissenkönigin

Glücklicherweise konnte der Nistkasten noch aufgemacht werden, bevor sich eine Hornissenkönigin eingesiedelt hatte, denn dann möchte Ahlborn den Kasten erst einmal nicht mehr öffnen. Das Hornissenvolk letztes Jahr wurde aus München umgesiedelt – dieses Jahr hoffen die beiden Wespenberater auf eine natürliche Besiedlung, indem eine Hornissenkönigin den Kasten für sich auswählt. Bis vor ein paar Tagen war der Schaukasten noch leer, am vergangenen Freitag hat sich die Königin einer Haus-Feldwespe im Anlockkasten des Lehr- und Beobachtungsstandes niedergelassen. Ahlborn hofft trotzdem noch auf eine natürliche Ansiedlung einer Hornissenkönigin. Wenn sich diese tatsächlich im Anlockkasten einfinden sollte, „geht es der Feldwespe an den Kragen“, so Ahlborn. „Das Schönste für uns ist es, das volle Leben einer Hornissenkönigin zu sehen, wie sie von Anfang an alles aufbaut.“

Er hofft, dass der Vandalismus künftig ausbleibt und der Beobachtungsstand „nun länger hält“. Dabei appelliert er auch an die Besucher, den Stand zurückzulassen, wie sie ihn vorgefunden haben. So sollte beispielsweise das Licht am Hornissenkasten wieder ausgemacht und die Holzbox mit den Flyern wieder geschlossen werden.

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