Historisches Wahrzeichen soll für Besucher zugänglich werden

Wann wird die Mindelburg wieder geöffnet?

Speisesaal in der Mindelburg
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Das prunkvolle Speisezimmer in der Wohnung der Familie Sachon. Zuvor lebte hier Ludwig Schramm, der die Mindelburg im 19. Jahrhundert saniert hatte.
  • vonAnna Müller
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Mindelheim – Seit dem 12. Jahrhundert wacht sie über Mindelheim und unzählige Besucher haben sie schon bestaunt: die Mindelburg. Nur von innen konnte man sie bisher nicht erkunden. Das soll sich in absehbarer Zeit ändern, denn die Stadt will das historische Bauwerk zum ersten Mal seit 1927 wieder für die Bevölkerung öffnen.

In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts errichtet, befand sich die Mindelburg im Lauf der Geschichte unter anderem im Besitz von Herzog Friedrich von Teck und später der Herren von Frundsberg. Der derzeitige Bauzustand und die Raumeinteilung gehen laut Kulturamtsleiter Christian Schedler auf Ludwig Schramm zurück, der die Burg 1878 vom Königreich Bayern erwarb und in den Folgejahren umfassend nach romantischen Vorstellungen sanierte. 1927 kaufte dann die Stadt Mindelheim die Burg und nutzte diese zunächst als Stadtmuseum. Während des Dritten Reichs befanden sich darin die Reichsbauernführerschule und das HJ-Zentrum. Später diente die Burg als Lazarett.

Nach dem Krieg wurde sie an den Sachon-Verlag vermietet, der bis heute seine Räumlichkeiten im Hauptgebäude der Burg hat. Nun aber soll sich das ändern. Nach 72 Jahren werde wegen Veränderungen im Verlags- und Druckwesen bei Sachon der sogenannte Palas nicht mehr benötigt, heißt es vonseiten der Stadt Mindelheim. Nur noch das Gesindehaus in der Vorburg soll weiter vom Verlag genutzt werden.

Mindelburg: So sieht das historische Wahrzeichen von innen aus

Wohnung der Familie Sachon in der Mindelburg
Ehemalige Wohnung von Ludwig Schramm, später das Arbeitszimmer in der Wohnung der Familie Sachon. © Matthias Paul
Wohnung der Familie Sachon in der Mindelburg
Ehemalige Wohnung von Ludwig Schramm, später der Salon in der Wohnung der Familie Sachon. © Matthias Paul
Speisesaal in der Mindelburg
Das prunkvolle Speisezimmer in der Wohnung der Familie Sachon. Zuvor lebte hier Ludwig Schramm, der die Mindelburg im 19. Jahrhundert saniert hatte.  © Matthias Paul
Wohnung der Familie Sachon in der Mindelburg
Ehemalige Wohnung von Ludwig Schramm, später der zweite Salon in der Wohnung der Familie Sachon. © Matthias Paul
Wohnung der Familie Sachon in der Mindelburg
Ehemalige Wohnung von Ludwig Schramm, der die Täfelung angebracht hat. Zuletzt war dies das Chefzimmer des Verlegers Sachon. © Matthias Paul

Wie das historische Denkmal in Zukunft genutzt werden soll, dazu hat das Kulturamt in Auftrag von Bürgermeister Dr. Stephan Winter bereits ein Konzept erarbeitet, das im März vom Stadtrat einstimmig angenommen wurde. Bis Ende des Jahres soll nun ein detaillierter Plan ausgearbeitet werden, der sich unter anderem mit der barrierefreien Erschließung der Burg und den Inhalten des Burg- und Herrschaftsmuseums beschäftigen soll.

Eine neue Heimat für das Museum

Was hat die Stadt also nun mit der Mindelburg vor? Laut der vom Stadtrat angenommenen Beschlussvorlage so einiges. Im Bereich der Hauptburg könnte demnach das gesamte Gelände für das Museum genutzt und mittels Audioguide erschlossen werden. Auch Veranstaltungen wie Theater, Barockfestival, Hochzeiten Empfänge oder museumspädagogische Angebote könnten hier eine historische Kulisse finden.

Der Palas soll zum Museum werden. So könnte hier die jahrhundertlange Geschichte der Burg und ihrer Herren dargestellt werden. Im dritten Stock könnte zudem das Heimatmuseum ein neues Zuhause finden. Die Wohnung des Verlegers Werner Sachon mit den vollständig erhaltenen Decken und Vertäfelungen der Ausstattung Ludwig Schramms soll in ihrem jetzigen Zustand erhalten bleiben.

Tag der offenen Tür

Bürgermeister Stephan Winter freut sich, dass die Mindelburg für die Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht wird. „Momentan bitte ich aber noch um Geduld. Vor Öffnung der Mindelburg stehen zahlreiche Arbeiten an“, so der Rathauschef. Nach Einschätzung von Kulturamtsleiter Christian Schedler – beachtet man formelle Grundlagen wie Finanzierungskonzept, Nutzungsänderung und Bauantrag – müsse man mit etwa zwei bis drei Jahren Vorbereitungszeit rechnen, bis man die Burg zumindest zum Teil für Besucher öffnen könne.

Ganz so lange muss man aber wahrscheinlich nicht warten. Denn sobald es die Pandemie zulässt, sei laut Bürgermeister Winter auch ein „Tag der offenen Tür“ geplant.

Anna Müller

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