CityBus soll Verkehr vor Maristenkolleg entzerren

Mindelheim: Neue Buslinie ersetzt das Mama-Taxi

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Auch in Mindelheim wohnende Schüler können seit Anfang November vom Maristenkolleg aus den Bus in Richtung Heimat nehmen. Der Verkehr rund um die Schule soll dadurch reduziert werden.

Mindelheim – Bevor der Schulgong den Start in den Tag einläutet oder nachdem er die Jugendlichen in ihre Freizeit entlassen hat, herrschte vor dem Maristenkolleg in der Vergangenheit häufig Chaos: Etliche Eltern fuhren so nah wie möglich vor den Schuleingang, um ihren Sprösslingen jeden möglichen Fußmeter zu ersparen. Um den daraus entstehenden Bring- und Holverkehr rund ums Maristenkolleg zu reduzieren, hat der Stadtrat sich bereits mehrfach Gedanken gemacht. Erste Maßnahmen, die daraufhin getroffen wurden, greifen bereits.

So gibt es beispielsweise seit Anfang November den sogenannten CityBus, der aus Nassenbeuren kommend künftig auch Mindelheimer Kinder aufgabelt. Zwar muss der Bus nun in Nassenbeuren schon um 7.27 Uhr und damit zehn Minuten früher aufbrechen, damit die Schüler pünktlich zum Unterricht aufschlagen können. Die Eltern der Nassenbeurer Kinder waren, um auf die Veränderungen im morgendlichen Zeitplan vorbereitet zu werden, am 12. September zu einer Infoveranstaltung ins örtliche Feuerwehrhaus eingeladen worden – mit „ausreichendem zeitlichen Vorlauf“ also, wie Bürgermeister Dr. Stephan Winter befand. Bei jener Veranstaltung war schließlich auch vorgeschlagen worden, eine zweite Haltestelle im Ortsteil einzurichten, wofür letztendlich aber kein Bedarf gesehen wurde.

17 Minuten-Strecke

Die innerstädtische Schulbuslinie führt nun von Montag bis Freitag von Nassenbeuren nach Mindelheim, wo der erste Halt in der Krumbacher Straße (Höhe Ahornallee) ist, danach folgen Stationen in der Bürgermeister-Krach-Straße, am Hohen Weg und am Bahnhof. Um 7.44 Uhr erreicht der Bus schließlich das Maristenkolleg.

Zu diesem Zeitpunkt sitzen aber freilich nicht mehr alle Schüler auf ihrem Sitz, denn die Grund-, Förder- und Mittelschüler sind bereits in der Bürgermeister-Krach-Straße beim Förderzentrum ausgestiegen. Sie laufen von der Haltestelle den Josef-Felder-Weg entlang, am Hallenbad vorbei und sind dann schon in der Brenner- bzw. Hartmannstraße. „Da ist der Schulweg zwar ein paar Meter weiter“, weiß Dr. Winter. Problem stelle das aber keines dar, schließlich befinden sich die Schüler nie in Gefahr und bewegen sich überwiegend im verkehrsberuhigten Bereich. Auf dem Heimweg macht der Bus dann übrigens noch einen Abstecher zur Brennerstraße, sodass der zusätzliche Fußmarsch nur in der Früh anfällt.

Seit einem zweitägigen Kurs als Schülerlotsen im Dienst (v. links): Jennifer Königsberger, Emanuela Dzimic und Anna Prediger.

Um für noch mehr Sicherheit zu sorgen, haben auch einige Schülerlotsen zuletzt ihre Arbeit aufgenommen. Für den Weg zur Brennerstraße hätten einige Eltern bereits gesagt, „das ist nett, dass ihr das macht, aber eigentlich ist es gar nicht nötig“, wie Winter den Stadträten berichtete. Die Lotsen und freiwillige Helfer sind dabei nicht nur Eltern sondern sind teils selbst Schüler aus den siebten und achten Klassen der Mittelschule. Sie haben einen zweitägigen Crashkurs in Theorie und Praxis beim Verkehrserzieher der Mindelheimer Polizei, Konrad Bauer, bekommen und sichern nun ihre Mitschüler ab. Betreut werden die Ehrenamtlichen von Marion Prediger, selbst Schulweghelferin und zudem Vorsitzende des Vereins „Sichere Mobilität e.V.“. Sie wirbt dafür, noch weitere Stellen in Mindelheim abzusichern. Wer sich für diesen Dienst engagieren möchten – auch rund um das Maristenkolleg und die Maria-Ward-Realschule – könne sich bei ihr unter Tel. 08261/731964 melden und auch unverbindlich Informationen über Voraussetzung und Zeitaufwand anfragen. Gelegenheit zum Austausch wäre auch am Samstag, 8. Dezember: An diesem Tag organisiert Marion Prediger zusammen mit einigen Schülerlotsen einen Infostand in der Maximilianstraße.

Bald neue "Rad-Coaches"?

Auch darüber hinaus gibt es vom Verein „Sichere Mobilität e.V.“ bereits einige Ideen, wie der Schulweg noch sicherer wird. Wie Prediger im Gespräch mit dem Wochen KURIER verrät, könne vielleicht schon bald der Startschuss für ein „Radcoach“-Projekt gegeben werden. Darüber habe sie bereits mit Bürgermeister Dr. Winter und der Polizei gesprochen. Vorgesehen wäre im Projekt jeweils ein „Coach“, der morgens eine Fahrradgruppe von etwa drei bis vier Grundschülern um sich schart und mit dem Fahrrad sicher in die Schule begleitet. Lob hat Prediger anlässlich der Umsetzung ihrer Ideen vor allem für Mindelheims Bürgermeister übrig: „Dr. Winter ist wahnsinnig offen für alles, wir rennen bei ihm immer offene Türen ein.“ Und auch den neuen CityBus bewertet Prediger als sehr positiv, denn insbesondere im Winter sorge dieser für ein enormes Sicherheits-Plus.

Dass das Gesamtkonzept rund um die neue Buslinie aufgeht, zeigt schon die Tatsache, dass Steber-Tours für seine Fahrdienste auf dieser Strecke bereits 38 Jahreskarten zum Preis von je 108 Euro (anteilig fürs Schuljahr 2018/19) verkauft hat.

Wochenkarten für den gleichen Bus können sich zudem die Berufsschüler anschaffen, die im Wohnheim am Champagnatplatz unterkommen. Wenn nämlich alle Maristenschüler aus dem Bus ausgestiegen sind, können am selben Halt alle Berufsschüler einsteigen. Für sie legt der Busfahrer noch eine dreiminütige Zusatzschicht ein und fährt weiter bis in die Hermelestraße, wo die Jugendlichen aus dem Wohnheim dann bequem ihre Berufsschule erreichen. Wer´s nicht ganz so bequem braucht, für den stehen bekanntlich die auffälligen knallgrünen 80 Leihfahrräder zur Verfügung, die „schon sehr gut angenommen“ wurden, wie Dr. Winter berichtete.

Gute Zusammenarbeit

Alles in allem sei durch diese Maßnahmen der Verkehr rund ums Maristenareal schon reduziert worden. Der Bürgermeister lobte in diesem Zusammenhang noch die Kooperation mit den Schulen, die bei der Einführung der Buslinie gute Unterstützung geleistet hätten.

Marco Tobisch

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