Vor allem junge Bürger in der Kulturfabrik

Mindelheim sammelt Ideen: Besserer Skaterplatz, viraler Stadtrat

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Vor allem junge Leute waren vergangene Woche in der Kulturfabrik, um sich über Mindelheims Zukunft und mögliche Ideen auszutauschen.

Mindelheim – „Wenn ich was zu sagen hätte, dann würde ich...“ oder „Was ich will, interessiert ja eh keinen“. Wie oft hat man diese Sätze schon gesagt, gedacht oder gehört? Am vergangenen Mittwoch hatten die Besucher der Kulturfabrik auf der Insel in entspannter Atmosphäre die Möglichkeit, sich zu äußern und zwar zur Zukunft der Stadt Mindelheim. Der Abend stand unter dem Motto „DEIN Mindelheim – DEINE Wünsche und Ideen für die Zukunft der Stadt Mindelheim“. Und es kamen spannende Projekte und Ideen zur Sprache, die anschließend in ein Online-Beteiligungstool eingetragen wurden.

Vor allem viele junge Leute nutzten die Chance, ihre Ideen und Wünsche für ihre Heimatstadt los zu werden. Sie wünschten sich eine belebtere Kneipen-, Party und Eventkultur mit mehr Gastronomie und Außenflächen in der Altstadt. Außerdem: Mehr Grill- und Eventflächen in den Mindelheimer Parks. Warum beispielsweise nicht die Obstwiese und vor allem die Nordsee attraktiver gestalten mit Grill- und Feuerplätzen, Toiletten und sogar einem kleinen Kiosk ausstatten zusammen mit einer Bühne für kleine Events? Auch der Tourismus war ein Thema: Vor allem die jungen Leute waren der Meinung, dass man noch viel mehr für die Stadt herausholen könnte, wenn man mehr und bessere Eigenwerbung machen würde. In vielen, vor allem jungen Reiseführern, tauche Mindelheim gar nicht oder nur als Randnotiz auf. In den sozialen Netzwerken wie Facebook und Instagram ist die Stadt in Sachen Tourismus gar nicht unterwegs. Hier ließen sich neue, junge Zielgruppen erschließen.

400 Skater unterschreiben

Für eine Gruppe junger Skater wäre ein optimierter und renovierter Skaterplatz ein möglicher Anziehungspunkt für junge Touristen. Sie legten sich für die in ihren Augen dringend nötige Sanierung und Optimierung des Skaterplatzes in der Nähe des Maristenkollegs ins Zeug. Im Gepäck hatten sie auch bereits Ideen, wie man das Projekt unter ihrer Beteiligung kostengünstig umsetzen könnte. Um die Wichtigkeit ihres Anliegens zu betonen, hatten sie im Vorfeld der Veranstaltung sogar schon über 400 Unterschriften für eine Erneuerung des Skaterplatzes gesammelt, die sie Bürgermeister Dr. Winter überreichen wollen.

Deshalb wurde auch die Modernisierung des Skaterplatzes in das Online-Tool ePin (mindelheim.e-pin.eu) eingetragen. Die Webseite ist Teil des laufenden Stadtentwicklungsprozesses (der Wochen KURIER berichtete mehrfach). Das Konzept – kurz INSEK – beschäftigt sich damit, wie Mindelheim sich für die kommenden Jahre und deren Herausforderungen rüsten kann. Dabei haben auch die Bürger ein entscheidendes Wort mitzureden: Sie können über diese Internetseite Vorschläge machen, eigene Ideen einbringen und Themen, die ihnen wichtig sind mit Daumen nach oben oder unten voten.

An dem Abend in der Kulturfabrik kamen noch rund 20 weitere Ideen für ein noch attraktiveres Mindelheim zusammen. So kam von einem jungem Neubürger der Vorschlag, die Arbeit der Stadtverwaltung und des Stadtrates transparenter zu machen und die Bürger mit einer virtuellen, digitalen Beteiligung dauerhafter an der politischen Stadt-Arbeit zu beteiligen. Er schlug vor, wie in seiner ehemaligen Heimat Ilmenau in Thüringen, die Sitzungen und wichtige Beschlüsse in einem Live­stream bei Facebook und/oder YouTube zu übertragen. Damit könnten die Bürger live dabei sein und die Beratschlagungen und Beschlüsse auch gleich live kommentieren. Die Kommentare könnte man auf einer Leinwand live für die Städträte sichtbar machen. So könnten Bürger von zuhause aus interaktiv und transparent das Stadtgeschehen mitverfolgen und gestalten und auch junge Bürger für Stadtpolitik begeistert werden.

Wer sich zu diesen und anderen Themen äußern will oder noch eigene Ideen und Wünsche für Mindelheim los werden will: Bis 1. Juli ist die Internetseite mindelheim.e-pin.eu noch aktiv.

 wk

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