Eigene Interessen stehen hinten an

Mindelheimer Feuerwehr: Bürgermeister Winter ehrt 23 Jubilare

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Hier ehrte Bürgermeister Dr. Stephan Winter (ganz links) die Feuerwehrmänner, die bereits stolze 40 Dienstjahre auf dem Buckel haben. Von links: Wolfgang Heimpel, Günther Immerz, Peter Zingerle, Gerhard Schnabel und Gerhard Schwarz.

Mindelheim – Für ihr langjähriges Engagement bei der Freiwilligen Feuerwehr hat der Bürgermeister Dr. Stephan Winter am Mittwochabend vergangener Woche 23 Feuerwehrmänner ausgezeichnet, die ihr 25-, 30- bzw. 40-jähriges Jubiläum feiern. Sie bekamen als Dankeschön jeweils einen Bierkrug überreicht.

Zahlreiche Männer in den Ortsfeuerwehren Mindelau, Mindelheim, Nassenbeuren, Westernach, Oberauerbach und Unterauerbach können auf eine langjährige Berufserfahrung zurückblicken. Viele absolvierten die Leistungsprüfung und erhielten die Leistungsabzeichen von den Stufen 1 bis 6. Für die höchste Stufe 6 wird das meiste Können abverlangt – dann trägt der Feuerwehrmann ein gold-rotes Abzeichen auf der linken Brusttasche seiner Dienstkleidung.

Dr. Stephan Winter begann seine Rede mit den Worten: „Ihr verbringt eine große Zeit eures Lebens damit, anderen Menschen zu helfen, ohne Rücksicht auf die eigenen Interessen.“ Ein Feuerwehrkamerad zu sein, sei mehr als nur ein ehrenamtliches Engagement. „Eure Lebenseinstellung ist es, für andere Menschen da zu sein“, sagt Winter. Die Feuerwehrmänner trägen eine große Verantwortung. Viele haben sogar Führungsaufgaben übernommen. „Sie sind nicht nur für die Betroffenen verantwortlich, die ihre Hilfe brauchen, sondern auch für die eigene Mannschaft, die wohlbehalten von einem Einsatz zurück nach Hause kommen soll“, erzählt Winter. Die Geehrten sind etwa Gruppenführer, Hauptlöschmeister, Ausbilder, Kommandant, Kassierer, Fähnrich oder Maschinist.

Grillmeister und Holzer

Hervorgehoben wurde bei den Reden einige, witzige Details über Charaktäre oder Talente. Stefan Häfele zum Beispiel sei als Grillmeister gern gesehen. Georg Mutzel beeindrucke durch sein schauspielerisches Talent, indem er bekannte Persönlichkeiten darstelle. Gerhard Schnabel könne seine Fachkompetenz als Holzer in den Einsätzen mit einbringen. Und Peter Zingerle sei bekannt für sein schrilles Organ, das schon des Öfteren als Sirene eingesetzt wurde.

Pro Jahr rückt die Freiwillige Feuerwehr zu rund 200 Einsätzen aus, manchmal sogar an einem Tag mehrmals. Doch der Feuerwehrdienst ist nicht nur von Einsätzen geprägt sondern es steckt noch viel mehr dahinter. Winter erklärte, dass die Feuerwehrmänner zu Lehrgängen, Fort- und Ausbildungen müssen, um sich weiterzubilden. Diese finden im neuen Kreisbildungszentrum Mindelheim statt oder an Feuerwehrschulen.

Und auch die Technik schreitet immer weiter voran: Mittlerweile gibt es in Autos bekanntlich etliche neue Technologien. Heute fährt man mit einem Elektroauto durch die Stadt und hat mehrere Airbags im Fahrzeug anstatt nur einen, wie es früher der Fall war. Da brauchen die Feuerwehrleute eine andere Vorgehensweise als bei älteren Fahrzeugmodellen.

Genügend Nachwuchs da

Dass die Arbeit der Feuerwehr auch gefährlich sein kann, zeigt eine Situation vor wenigen Wochen, wie Winter veranschaulichte. Hier sei eine Feuerwehr zu einem Einsatz auf die A96 ausgerückt. Sie hielten am Unfall­ort an, stiegen aus und sahen mit hoher Geschwindigkeit ein Auto auf sie zurasen. Solche, zunächst harmlos aussehende Einsätze könnten schnell gefährlich für alle Beteiligten werden. Doch die Nachfrage beim Nachwuchs ist, trotz der ständigen Gefahr bei einem Einsatz, ungebrochen. „Uns fehlt es an Nachwuchs nicht“, sagt Winter. Das sei auch der engen Verbindung zwisch­en der Bevölkerung und der Feuerwehr in Mindelheim zu verdanken. Momentan sind 300 Kameraden im aktiven Dienst.

Mittlerweile gibt es auch die ersten Frauen. Die sind jedoch immer noch in der Unterzahl. Bei der Jugendfeuerwehr in Mindelheim sei derzeit beispielsweise nur eine tätig. Doch „die Anzahl der Frauen nimmt von Jahr zu Jahr zu“, meint Wolfgang Heimpel, der sein 40-jähriges Jubiläum bei der Freiwilligen Feuerwehr Mindelheim feiert und dort Kreisbrandinspektor und Kreisbrandmeister ist. Auch Winter glaubt: „In einigen Jahren werden hier auch Frauen sitzen und ihr Jubiläum feiern.“ Doch dieser Abend ist den Männern gebührt, die jahrelang eine so verantwortungsvolle Aufgabe pflichtbewusst erfüllt haben und nun mit einem Bier darauf anstoßen können. 

Julia Böcken

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