1. kurierverlag-de
  2. Mindelheim

Mindelheimer Freibad kurz vor den Sommerferien geschlossen - Stadt klärt auf

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Marco Tobisch

Kommentare

Das Mindelheimer Freibad ist voraussichtlich bis Freitag geschlossen.
Das Mindelheimer Freibad ist (Stand Freitag) voraussichtlich bis einschließlich kommenden Sonntag geschlossen. © wk

Mindelheim – Bestes Sommerwetter, fast jeden Tag Temperaturen um die 30 Grad – und die Stadt Mindelheim macht für ein paar Tage ihr Freibad zu. Darüber informierte die Stadt am letzten Sonntag mit einem Aushang am Freibad und begründete diesen Schritt mit „krankheitsbedingten Ausfällen“.

Update vom 29. Juli:

Wie die Stadt heute mitgeteilt hat, ist die Wiedereröffnung des Mindelheimer Freibades nun doch erst für kommenden Montag, 1. August, geplant. Mangels Personal hatte das Freibad seit Montag schließen müssen. Die Wiedereröffnung war ursprünglich für morgigen Samstag vorgesehen, verschiebt sich aber nun auf Montag.

Ursprungsmeldung vom 25. Juli:

Über die Details klärten Mindelheims Hauptamtsleiter Michael Schindler und Stadtkämmerer Wolfgang Heimpel (auch fürs Freibad zuständig) am Montagvormittag auf. Bürgermeister Dr. Stephan Winter saß zeitgleich in der Kreistagssitzung.

„Viele unglückliche Umstände“ hätten dazu geführt, dass das Freibadpersonal binnen weniger Tage ausgedünnt wurde. Vor allem geht es um die Sicherheit, etwa an den Becken oder am Sprungturm, denn von den normalerweise fünfeindrittel Stellen im Bereich der Bademeister steht nur noch eineindrittel zur Verfügung, so Schindler. Anfang letzter Woche hatte eine Mitarbeiterin ihre Schwangerschaft mitgeteilt, der Betriebsarzt sprach ihr daraufhin (wie in diesem Beruf üblich) ein Beschäftigungsverbot aus. Zudem gibt es einen Langzeiterkrankten. Ein neuer Mitarbeiter, der gerade anfangen sollte, hat einen Todesfall in der Familie erlitten. Von den verbliebenen Mitarbeitern wurde einer positiv auf Corona getestet (mit starken Symptomen). Und ein weiterer Bademeister, der mit seinem positiv getesteten Kollegen Kontakt hatte, war am Samstagabend noch symptomfrei und negativ, entwickle inzwischen aber ebenfalls Symptome, erklärt Schindler. Deshalb war man am Samstagabend noch davon ausgegangen, diese Woche öffnen zu können, habe sich am Sonntag dann aber doch für die vorläufige Schließung entschieden.

Vorher, das betonten Heimpel und Schindler, habe man in anderen Städten und Gemeinden nachgefragt und auch ehemalige Bademeister kontaktiert, ob sie nicht kurzfristig aushelfen könnten. „Wir haben alle Hebel in Bewegung gesetzt“, so Heimpel – leider ohne Erfolg. Die Stadt hofft in diesem Zusammenhang auch auf kurzfristige Bewerbungen von Rettungsschwimmern. „Wir sind mit Hochdruck dran, Personal zu finden“, erklärt Heimpel weiter. Für die Aufsicht an Becken und Turm braucht es eine Rettungsschwimmerausbildung – wer wie die Bademeister als Fachkraft gilt, muss eine dreijährige Ausbildung nachweisen. Denn neben der Aufsicht muss diese auch Know-how in Sachen Hygiene und Schwimmbadtechnik mitbringen.

Der Stadt selbst, die in den letzten Jahren rund acht Millionen Euro ins Freibad investiert hat, falle die Schließung am schwersten, sagte Heimpel weiter. Am Personal gespart habe man nicht, sondern habe in den letzten Jahren sogar zusätzliche Mitarbeiter in Hallen- und Freibad eingestellt, um für die Zukunft gut gerüstet zu sein.

Dauerkartenbesitzer müssen aber, wie es aussieht, in den sauren Apfel beißen. Eine Rückerstattung sei nicht geplant, erklärte Heimpel. Zum Zeitpunkt des Gesprächs war geplant, das Freibad am kommenden Samstag, 30. Juli, wieder öffnen – je nachdem, ob es früher eine personelle Lösung gibt, eventuell sogar schon vorher. Das wäre angesichts des vorhergesagten Sommerwetters für alle ein Segen, denn zuletzt waren an schönen Tagen laut Stadt knapp 1.000 Besucher im Bad.

In den sozialen Medien hatte die Freibadschließung bereits hohe Wellen geschlagen, denn außer dem Aushang war am Wochenende nicht weiter über die bevorstehende Schließung informiert worden. Weder wurde auf der städtischen Homepage die Schließung angekündigt, noch wurde eine Pressemitteilung versandt. Die Stadt begründet das damit, dass die EDV-Abteilung dazu am Sonntag nicht gekommen sei.

Auch interessant

Kommentare