Die zweite Welle als große Belastungsprobe

Mindelheimer Klinik: Ärzte und Pfleger intensiv gefordert – Neue Chefs legen los

Klinikverbund Klinik Mindelheim Allgäu
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Geschäftsführer Michael Osberghaus (rechts) begrüßte zuletzt den neuen Geschäftsführer Florian Glück (v. links), Chefarzt Dr. Thomas Seeböck-Göbel, den leitenden Arzt der Notaufnahme Jürgen Auerhammer und Chef­arzt Dr. Peter Meyer.

Mindelheim/Allgäu – Die Mindelheimer Klinik wird in diesen Tagen vor große Herausforderungen gestellt. Seit Monaten arbeiten Ärzte und Pflegekräfte am Limit, Entlastung ist derzeit kaum in Sicht. Ab dem morgigen Mittwoch gilt in der Klinik eine FFP2-Maskenpflicht für Besucher, Begleitpersonen und ambulante Patienten. In einer Pressemitteilung schildert der Klinikverbund die derzeitige Situation und stellt neue Akteure vor, die nach dem personellen Umbruch zum Jahresstart nun in Mindelheim gestartet sind.

Bisher profitiert das Unterallgäu noch nicht vom harten Lockdown. „Die Inzidenzzahlen sind wieder deutlich angestiegen und die Klinik Mindelheim erlebt einen Umfang an Covid-19 Patienten und Patienten zur Abklärung, der sehr viel höher als im Rahmen der ersten Welle ist und die Klinik stark belastet“, so das Zwischenfazit des Klinikverbundes Allgäus in der vergangenen Woche.

So musste zuletzt der Behandlungs- und Isolierbereich für Corona-Patienten stetig und deutlich erweitert werden. Kürzlich wurden erste Corona-Patienten aus dem Bereich der Normalstation in benachbarte Kliniken verlegt, um für die Aufnahme von akut neu erkrankten Corona-Patienten aus der Region ausreichende Bettenkapazitäten vorzuhalten. Dieses Vorgehen entspreche „dem weitsichtigen Management in einer Pandemie“, lobt der Klinikverbund das Vorgehen. Erhöhtes Patientenaufkommen und Engpässe in einer Region würden durch Verschiebungen in weniger belastete Kliniken ausgeglichen. Der Ärztliche Direktor und Pandemiebeauftragte der Klink Mindelheim, Dr. Manfred Nuscheler, betont dabei, wie „kollegial, professionell und gut die Zusammenarbeit mit den umliegenden Standorten des Klinikverbunds Allgäu (Ottobeuren, Kempten und Immenstadt) sowie auch dem Klinikum Memmingen funktioniert“. So kann das Klinikum Memmingen derzeit Covid-19-Patienten im Bereich der Normalstation übernehmen, während gleichzeitig einzelne Intensivpatienten von dort in Mindelheim und vor allem Ottobeuren Platz finden.

Derweil, das bemängelt der Klinikverbund in der Pressemitteilung, führen die hohen Infektionszahlen auch „zu einer eklatanten Überlastung der Pflegekräfte und der behandelnden Ärzte“. Um der Bewältigung der Pandemie insgesamt Rechnung zu tragen, wurden längst in den schwäbischen Kliniken planbare Behandlungen und Operationen weitgehend zurückgefahren. Um alle nötigen Maßnahmen koordinieren und den wechselhaften Lagen anpassen zu können, finden tägliche Lagebesprechung der Klinikeinsatzleitung statt.

Im Notfall da

Dr. Nuscheler betont aber ausdrücklich, dass die Kliniken in Mindelheim und Ottobeuren für die Aufnahme und Versorgung von dringlichen Fällen und Notpatienten weiterhin voll einsatzfähig sind. „Kein Patient mit einer dringlichen Problematik muss also befürchten, nicht adäquat behandelt zu werden und soll sich bitte unverzüglich an die Kliniken wenden“, erklärt der Klinikverbund.

In der aktuellen Entwicklung der Pandemie müsse der Verbund, zu dem auch die Kliniken in Kempten, Oberstdorf, Immenstadt und Sonthofen zählen, mit weiter steigenden Patientenzahlen rechnen. Derzeit (Stand: heute) befinden sich in den sechs Kliniken in Summe 57 (davon 24 in Mindelheim) Corona-Patienten, 13 (Mindelheim: einer) von ihnen auf der Intensivstation. Deshalb sei es verständlich, dass die Klinikmitarbeiter an die Bevölkerung appellieren, die Lockdown-Maßnahmen unbedingt einzuhalten, heißt es vom Klinikverbund weiter.

Neue Chefs

Auch personell hat sich zum Jahresstart an der Klinik Mindelheim etwas getan: Zuletzt starteten die zwei neuen Chefärzte für die Gastroenterologie und die Unfallchirurgie. Dr. Peter Meyer, bisher Chefarzt an der Klinik Buchloe, ist neuer Chefarzt für die Gastroenterologie. Neben der Kardiologie, die von Chefarzt PD Dr. Peter Steinbigler geleitet wird, wird Dr. Meyer, laut Klinikverbund ein ausgewiesener Spezialist für Magen-Darm-Erkrankungen, den Bereich der Gastroenterologie an der Klinik Mindelheim weiter ausbauen. Bereits in der Vergangenheit war Dr. Meyer lange Jahre Oberarzt der Inneren Medizin in Mindelheim, bevor er vor zehn Jahren nach Buchloe gewechselt war.

In der Unfallchirurgie übernimmt Dr. Thomas Seeböck-Göbel den Chefarztposten. Er war bis zuletzt als leitender Oberarzt an den Neckar-Odenwald-Kliniken in Mosbach beschäftigt. „Dr. Seeböck-Göbel bringt einen großen Erfahrungsschatz und eine hohe Expertise in der Unfallchirurgie und vor allem der Sporttraumatologie und Schulterchirurgie mit“, heißt es von der Pressestelle des Klinikverbundes.

Und auch das Notfallzentrum an der Klinik Mindelheim wird personell verstärkt: Jürgen Auerhammer, langjähriger ärztlicher Leiter der Notaufnahme und Oberarzt der Anästhesie übernimmt, nicht nur wie bisher die organisatorische Leitung der Notaufnahme, sondern auch die fachliche.

Michael Osberghaus, Geschäftsführer des Klinikverbunds Allgäu, sieht im personellen Umbruch eine „schlagfähigere Notaufnahme“ sowie „eine Aufwertung, die vor allem den Patienten zugutekommt“.

Gestartet ist, wie bereits berichtet, auch der neue Geschäftsführer Florian Glück, der als „Klinikmanager und Führungspersönlichkeit“ vor allem an den Unterallgäuer Klinikstandorten tätig sein wird – insbesondere deshalb, um „eine engmaschige Kommunikation mit den Akteuren vor Ort zu pflegen“, wie der Klinikverbund mitteilt.

wk

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