Angebot liegt auf dem Tisch

Mindelheimer Klosterareal: SPD, Grüne und AfD äußern sich in Sachen Grundstückskauf

Kloster Maria Ward Mindelheim
+
Anfang Dezember wurde das Klosterareal der Stadt Mindelheim nun doch zum Kauf angeboten. Ob die Stadt annimmt, wird in den nächsten Wochen diskutiert.
  • Marco Tobisch
    vonMarco Tobisch
    schließen

Mindelheim – Nachdem das Areal des ehemaligen Maria-Ward-Klosters bereits ins Eigentum der Kölner Vermögensberatung und -verwaltung Pro Secur hätte übergehen sollen, zeichnet sich nun womöglich eine Wende ab: Die Congregatio Jesu hat der Stadt Mindelheim das Grundstück Anfang Dezember zum Kauf angeboten. Die SPD-sowie die Grünen-Fraktion im Stadtrat sprechen sich dafür aus, das Angebot anzunehmen. Christian Sedlmeir (AfD) fordert, die Bürger in die Diskussion einzubinden.

In den nächsten Wochen sind die Fraktionen dazu aufgerufen, ihre Haltung zum Grundstückskauf zu formulieren. Wie Bürgermeister Dr. Stephan Winter vor wenigen Tagen im Gespräch mit dem Wochen KURIER sagte, soll es noch im ersten Quartal eine Stadtratssitzung geben, in der über einen Kauf diskutiert wird. Drei Fraktionen haben ihre Meinung zum Thema bereits öffentlich gemacht:

SPD spricht von „einmaliger Chance“

SPD: „Die Stadt Mindelheim sollte das Areal auf jeden Fall erwerben, es besteht die einmalige (nicht wiederkehrende) Chance, die Stadtentwicklung in der unteren Maximilianstraße in der Hand zu behalten. Mit der Congregatio soll man die verschiedenen Möglichkeiten und Modelle eines Kaufes verhandeln“, fordern Fraktionsvorsitzender Mehmet Yesil und Ortsvereinsvorsitzender Dominic Pfeifer. Das Ensemble aus dem ehemaligen Maria-Ward-Kloster und aus dem östlich angrenzenden ehemaligen Bezirksamt sei bedeutsam für das Stadtbild und die Stadtentwicklung, weshalb es „unbedingt in städtische Hand gehört“, teilt die Mindelheimer SPD mit. „Nur so ist auf Dauer sicherzustellen, dass das gesamte Areal entsprechend den städtischen Belangen genutzt wird.“

Um den städtischen Haushalt nicht direkt zu belasten, wäre aus Sicht der SPD die Gründung einer Stadtentwicklungsgesellschaft als kommunale GmbH oder Genossenschaft denkbar. Notwendig sei zudem ein Gesamtkonzept für die gesamte untere Altstadt.

Grüne fordern: Stadt muss die Entwicklung selbst in die Hand nehmen

Grüne: Das Gelände im Herzen der Altstadt Mindelheims habe eine reiche Geschichte und auch die künftige Gestaltung und Nutzung werde „für weitere Jahrhunderte stadtbildprägend sein“, schreiben Grünen-Ortssprecher Julian Windscheid und Stadtrat Josef Doll. „Nach unserer Ansicht muss das Klostergelände einer weitestgehenden kommunalen, öffentlichen und altstadtförderlichen Nutzung zugeführt werden. Dies ist auch der erklärte Wunsch der Schwestern.“

Deshalb nehme man nun die Stadt in die Pflicht, sich aktiv um die Entwicklung des Geländes zu kümmern. „Dies darf nicht einem privaten Investor überlassen werden, woher er auch immer kommen mag.“ Um den Kauf zu stemmen, könne die Stadt womöglich eine Sanierungs- und Entwicklungsgesellschaft gründen, an der verschiedene öffentliche und private Akteure bzw. Geldgeber beteiligt sein können und die auch den städtischen Einfluss sichere.

Die Grünen fordern zudem, mit Geduld vorzugehen und sämtliche Zuschussmöglichkeiten des Denkmalschutzes und zur energetischen Sanierung umfassend auszuschöpfen. Zudem fordern Windscheid und Doll, alle potentiellen Nutzer und gesellschaftlichen Gruppen Mindelheims mit Raumbedarf anzusprechen, um ihre Ideen und Vorstellungen anzuhören.

Konkret, so ist am Ende aufgelistet, könne man im ehemaligen Kloster beispielsweise Teile der Stadtverwaltung, die Musikschule, die vhs oder während der bevorstehenden Sanierung übergangsweise die Bücherei unterbringen.

AfD: „Wäre sinnvoll, eine Umfrage zu starten“

AfD: Weil es ein Umnutzungskonzept in einem solchen Umfang seiner Meinung nach noch nicht gegeben habe, müsse man unbedingt die Bürger einbinden, fordert Stadtrat Christian Sedlmeir in einem Schreiben an Bürgermeister Winter. „Nach intensiven Gesprächen mit den Bürgern dieser Stadt kommen wir zu der Erkenntnis, dass es sehr sinnvoll wäre, eine Umfrage zu starten. Hier kann dann eindeutig festgestellt werden, wie der Bürger über dieses Vorhaben denkt“, so der AfD-Stadtrat.

Zudem warnt Sedlmeir vor „finanziellen Gefahren“, denn: „Wir kennen zwar den Kaufpreis des Objektes, wir kennen aber nicht die versteckten Kosten, die bei der Renovierung eines solchen Gebäudes überall auftauchen können. Das Gebäude muss zuerst in seiner Grundsubstanz auf vorhandene Baumängel geprüft werden und diese anfallenden Kosten kennen wir ebenfalls nicht.“ Dabei verweist Sedlmeir auch darauf, dass sich die finanzielle Situation der Stadt aufgrund der Wirtschaftslage ohnehin anspannen werde.

Zur Einbindung seiner Bürger in den Prozess kommentiert Rathauschef Winter: „Wir müssen zunächst besprechen, welche Möglichkeiten es hier gibt. Ich kann nicht einfach eine Umfrage machen, denn es gibt bestimmte Instrumente dafür.“ Mit dem Antrag wolle er sich aber beschäftigen.

wk/mt

Auch interessant

Meistgelesen

Bad Wörishofen: Wirbel um eine Feuerwehrübung
Bad Wörishofen: Wirbel um eine Feuerwehrübung
Schwarz gekleidete Unbekannte schlagen auf Mindelheimer ein
Schwarz gekleidete Unbekannte schlagen auf Mindelheimer ein
„Marktschwärmerei“ will in der Mindelheimer Kulturfabrik Fuß fassen
„Marktschwärmerei“ will in der Mindelheimer Kulturfabrik Fuß fassen

Kommentare