Nach Neugliederung

Mindelheimer Pfarreiengemeinschaft klingt erstmals zusammen

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Beim ersten gemeinschaftlichen Fest der acht Pfarreien, die künftig die PG Mindelheim bilden, herrschte im Mindelheimer Forum reger Betrieb.
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Er ist künftig das Oberhaupt der neuen PG Mindelheim: Andreas Straub
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Beim ersten gemeinschaftlichen Fest der acht Pfarreien, die künftig die PG Mindelheim bilden, herrschte im Mindelheimer Forum reger Betrieb.
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Beim ersten gemeinschaftlichen Fest der acht Pfarreien, die künftig die PG Mindelheim bilden, herrschte im Mindelheimer Forum reger Betrieb.
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Beim ersten gemeinschaftlichen Fest der acht Pfarreien, die künftig die PG Mindelheim bilden, herrschte im Mindelheimer Forum reger Betrieb.
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Für Stimmung sorgte auch der Gospelchor von St. Stephan.
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Auch der Kinderchor Mindelau trat im Forum auf.
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Sport und Kirche, das passt zusammen, wie die Zumbagruppe Nassenbeuren zeigte.

Mindelheim – Mit einem Pfarreiengemeinschaftsfest hat sich die neue PG Mindelheim vorgestellt. Mit Tanz, Gesang, Gedichten und Diashows stellten sich die einzelnen Pfarreien der PF Mindelheim vor. Die neue Pfarreiengemeinschaft ist Teil der „Raumplanung 2025“ der Diözese Augsburg und in Teilen auch dem Nachwuchsmangel geschuldet. Zur PF Mindelheim gehören die früheren Pfarreien Kammlach und Nassenbeuren sowie der Einzelpfarrei St. Stephan Mindelheim. Der neue Verbund beherbergt rund 10.700 Katholiken, seit dem 1. September dieses Jahres bilden nun die acht Pfarreien und mehrere Filialen als „Pfarreiengemeinschaft Mindelheim“ eine der größten pastoralen Einheiten innerhalb der Diözese Augsburg. Diese umfasst derzeit über 200 Seelsorgeeinheiten.

Es ist wie die Flurbereinigung auf dem Dorf: Felder werden zusammengelegt und neue Einheiten zum Vorteil aller gebildet. So muss man sich auch die neue Pfarreiengemeinschaft Mindelheim vorstellen. Aufgrund des Priestermangels muss die Diözese größere pastorale Einheiten bilden, die von einem leitenden Pfarrer besetzt werden, erklärt Andreas Straub. Der Mindelheimer Diakon ist leitender Pfarrer in der neuen Pfarreiengemeinschaft. „Acht Pfarreien mit rund 10.700 Katholiken auf einem Gebiet von rund 94 Quadratkilometern gehören nun also zur PG Mindelheim.“ Dazu kommen noch einige Filialen mit Filialkirchen, namentlich Altensteig – St. Franziskus, Gernstall – Mariä Schmerzen, Heimenegg – St. Wendelin, Höllberg – St. Anna, Kirchstetten – St. Antonius, Rufen – St. Maria (Mariä Heimsuchung), Unggenried – St. Franz v. Paula, Unterauerbach – St. Michael und Wideregg – Heiligste Dreifaltigkeit. Ebenfalls mit dabei ist auf dem Gebiet der PG Mindelheim noch eine Vielzahl an Kirchen und Kapellen, die nicht Pfarr- oder Filialkirchen sind. Andreas Straub beim PG-Fest: „Ich habe noch nicht alle gezählt. Insgesamt sind es wohl rund 50 Gotteshäuser – für jede Woche des Jahres ein anderes Gotteshaus“.

Raumplanung 2025

Wo es bisher auf dem Gebiet der (neuen) PG Mindelheim mit den PGs Kammlach und Nassenbeuren sowie der Einzelpfarrei St. Stephan Mindelheim drei leitende Pfarrer gab, ist jetzt nur noch ein Pfarrer für die Seelsorge und die kirchliche Verwaltung verantwortlich. „Ausgangspunkt für die Errichtung der PG Mindelheim ist die ‚Raumplanung 2025‘ unserer Diözese“, so Straub. Ziel sei, diese Raumplanung flächendeckend bis 2025 umgesetzt zu haben; Start war im Jahr 2014. Dabei betont Andreas Straub, dass er als leitender Pfarrer der PG nicht allein sei sondern von Priestern, Diakonen, pastoralen Mitarbeitern und Verwaltungskräften unterstützt werde: „Die Letztverantwortung für die Pfarreiengemeinschaft Mindelheim aber liegt bei mir“.

Eine nicht ausbleibende Veränderung in einer so großen Einheit sei, resümiert Straub, dass der Pfarrer nicht mehr in jeder Gemeinde so präsent sein kann. Dafür aber würden sich die Aufgaben auf viele haupt- und vor allem ehrenamtliche Schultern verteilen. „Das bringt aber auf der anderen Seite auch mehr Abwechslung mit sich“, freut sich der neue leitende Pfarrer. Außerdem könne auf diese Weise die Verwaltung mehr gebündelt und weiter professionalisiert werden. Wichtig ist Straub aber ein Punkt: „Jede Pfarrei bleibt bestehen.“ Auch jede Kirchenstiftung bleibe als eine eigene Rechtsperson bestehen. Und: „Die Pfarreien werden nicht aufgelöst oder zusammengelegt, sondern eine Pfarreiengemeinschaft ist eine seelsorgliche und verwaltungstechnische Einheit, in der die eigenständigen Pfarreien unter der Leitung eines Pfarrers zusammenarbeiten“.

Man müsse sich die Pfarreiengemeinschaft als quasi „Dachverband“ vorstellen, der Pfarreien zusammenschließt und zur Zusammenarbeit verbindet, versucht Straub eine Interpretation. Dabei könne es eine Chance sein: „Dass die Pfarreien auf diese Weise lernen, auch über den eigenen Kirchturm zu schauen“. Und dort, wo es einen Sinn ergibt, zusammen zu arbeiten und gemeinsam pastorale Angebote zu machen. So erfahre man, dass Kirche mehr sei als nur die eigene Pfarrei: „Man kann sich austauschen, vernetzen und voneinander lernen und profitieren“, hofft der Mindelheimer Pfarrer. Dabei sei der sog. Pastoralrat ein wichtiges Gremium, dessen Mitglieder als Delegierte aus den einzelnen Pfarrgemeinderäten stammen. Hier würden pastorale Fragen besprochen, die die ganze PG betreffen.

Im Vorfeld der Gründung der neuen Pfarreiengemeinschaft Mindelheim wandte sich Dekan Andreas Straub an Jürgen Gerner. Der Auftrag: Entwickeln Sie gestalterische Entwürfe für ein Logo, das künftig in den Publikationen und Briefbögen der Pfarreiengemeinschaft Verwendung finden soll. Es sei rasch klar gewesen, erinnert sich Gerner, dessen Logo nun beim PG-Fest vorgestellt wurde, dass das neue Logo möglichst klar und einfach sein und den Kern kirchlicher Pastoral versinnbildlichen sollte. So steht nun im Zentrum das christliche Zeichen schlechthin: das Kreuz. Es verweise, erläutert Gerner, auf Jesus Christus, die Mitte, den Kern, das Ziel kirchlicher Verkündigung. Kirche ist nicht um ihrer selbst Willen da, sondern als Hinweis auf Christus hin – und dabei mit Blick auf die verändernde Kraft des Evangeliums nicht starr, nicht verzagt, sondern lebendig und schwungvoll und dynamisch. Das komme auch in der Farbwahl deutlich – ein leuchtend-einleuchtendes Symbol für jenen, der sich selbst als das Licht bezeichnet erzählt der Mindelheimer Grafikdesigner. Und nachdem es um die PG Mindelheim gehe, was liege da näher, als die offizielle Bezeichnung der neuen Pfarreiengemeinschaft typografisch in zwei Buchstaben – M und N – zu verdichten. Und schließlich fasse der Kreis im Hintergrund dies alles. Denn: „Jede und jeder weiß es aus Erfahrung: Im Kreis sind wir näher beieinander, am runden Tisch fühlen wir uns verbunden, im Kreis schauen wir auf die gemeinsame Mitte...“, schließt Gerner seine Erklärung für das neue Logo, das über dem PG-Fest prangte, ab.

500 Gottesdienstbesucher

Wie vielfältig die neue PG mit ihren knapp 11.000 Mitgliedern ist, zeigten diese selbst. Im Rahmen des Festes tanzte die Zumbagruppe aus Nassenbeuren, sang der Gospel-Chor von St Stephan und die Mitglieder der Pfarreien präsentierten ihre PG in Gedichten, kleinen Geschichten oder mit einer Diashow, die die Kreuze und Kapellen zeigte. Beim anschließenden Gottesdienst sorgten rund 500 Gottesdienstbesucher und 15 Fahnenabordnungen für die richtige Atmosphäre. Ein gemeinsam gesungener Kanon „Miteinander wachsen – dem Himmel entgegen“ zeigte, so Straub, dass die PG Mindelheim sehr gut zusammenklingen kann. 

Oliver Sommer

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