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Mindelheims Freibad überzeugt auch bei der Klimakonferenz in Berlin

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Von: Marco Tobisch

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Die Mindelheimer Delegation mit (vorne v. links) Hermann Schröther (Bauamt), Zweitem Bürgermeister Roland Ahne und Klimaschutzmanagerin Simone Kühn durfte letzte Woche in Berlin einen mit 25.000 Euro dotierten Klimaschutzpreis in Empfang nehmen.
Die Mindelheimer Delegation mit (vorne v. links) Hermann Schröther (Bauamt), Zweitem Bürgermeister Roland Ahne und Klimaschutzmanagerin Simone Kühn durfte am Montag in Berlin einen mit 25.000 Euro dotierten Klimaschutzpreis in Empfang nehmen. © Peter Himsel/Difu

Mindelheim – Zehn Preisträgerkommunen wurden am Montag im Wettbewerb „Klimaaktive Kommune 2022“ ausgezeichnet. Die Gewinner freuten sich über insgesamt 250.000 Euro Preisgeld für weitere Klimaschutzaktivitäten. 25.000 Euro davon fließen auch nach Mindelheim, denn die Stadt wurde für die energetische Sanierung ihres Maria-Theresia-Freibads ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand im Rahmen der Kommunalen Klimakonferenz in Berlin statt. 

Der Stuhl zur Linken von Bürgermeister Dr. Stephan Winter, wo normalerweise Vize Roland Ahne Platz nimmt, war in der Stadtratssitzung im Forum am Montag leer geblieben. Warum, das erklärte Winter gleich zu Beginn: „Er hat gerade eine wichtige Aufgabe, er holt Geld für die Stadt Mindelheim aus Berlin.“

Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) hatte einen bundesweiten Wettbewerb für besonders herausragende Klimaschutzmaßnahmen ausgelobt und auch das Mindelheimer Freibad sollte ausgezeichnet werden. Über 25.000 Euro Preisgeld darf sich Mindelheim freuen. Als Bürgermeister Winter das im Stadtrat verkündete, schallte ein gemeinschaftliches „Ohhh“ durch die Reihen.

Etwa zeitgleich in Berlin durften Zweiter Bürgermeister Roland Ahne, Mindelheims Klimaschutzmanagerin Simone Kühn und der für die Freibadsanierung zuständige Hochbauleiter Hermann Schröther die Hand von Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck schütteln. Habeck ging in seiner Begrüßungsrede auf die Bedeutung der Kommunen im Klimaschutz ein: „Klimaschutz braucht das Engagement aller Ebenen, ob global oder lokal. Auf internationaler Ebene wurde gerade im Rahmen der COP27 um die richtigen Weichenstellungen im Klimaschutz gerungen. Heute geht es um das Engagement vor Ort in den deutschen Städten, Gemeinden und Landkreisen, die mit Ehrgeiz, Kreativität und Umsetzungswillen Klimaschutz konkret voranbringen“, so Habeck. Die ausgezeichneten Kommunen seien Vorbild dafür, wie mit Klimaschutz mehr Lebensqualität, gutes Zusammenleben und mehr regionale Wertschöpfung vor Ort erreicht werden könne.

Die zehn Gewinnerkommunen erhalten je 25.000 Euro Preisgeld – und das zweckgebunden. Wie Bürgermeister Winter im Stadtrat betonte, sei das Geld „nicht für einen Urlaub in der Karibik verwendbar, sondern muss wieder in Energiesparmaßnahmen investiert werden“. Konkret plant die Stadt, mit dem Geld bestehende PV-Anlagen aufzurüsten, „um noch mehr Eigenverbrauch herauszuholen“, so Winter.

In diesem Jahr wurden insgesamt 107 Bewerbungen beim Wettbewerb „Klimaaktive Kommune“. eingereicht. Neben der Stadt Mindelheim haben in Kategorie 1 (Ressourcen- und Energieeffizienz), in der es 28 Bewerbungen gab, der Kreis Viersen und der Landkreis Lörrach gewonnen.

Warum das Freibad die Jury überzeugte? Nach der Sanierung (Fertigstellung Sommer 2021) ist das Bad dank des Einsatzes von Solarthermie, einer PV-Anlage am südlichen Grundstücksrand und einer Wärmepumpe annähernd energieautark. Modernste Pumpen- und Filtertechnik sorgt für die Wassererwärmung und gute Wasserqualität. Rund neun Millionen Euro hat die Stadt Mindelheim investiert, davon knapp eine Million Euro staatlich gefördert.

Birgit Schwenk, Leiterin Abteilung Klimaschutz, Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gratulierte den Gewinnerkommunen gemeinsam mit Vertretern des Deutschen Städtetages, des Deutschen Landkreistages, des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, des Umweltbundesamtes sowie Cornelia Rösler, Leiterin des Bereichs Umwelt im Deutschen Institut für Urbanistik (Difu).

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