Kneippstadt schickt Bewerbung nach München

Modellregion für Öffnung: Auch in Bad Wörishofen „sind alle hochmotiviert“

Bad Wörishofen Luftbild
+
Bad Wörishofen bewirbt sich nun ebenfalls als Modellregion für Öffnungsperspektiven.

Bad Wörishofen – Nach Ostern sollen im Freistaat drei Modellkommunen mit Inzidenzwert über 100 ausgewählt werden, in denen unter Schutzmaßnahmen und einem Testkonzept für die Dauer von 14 Tagen einzelne Bereiche des öffentlichen Lebens wieder öffnen dürfen. Aus dem Allgäu haben einige Städte bereits ihre Bewerbung nach München geschickt, darunter Mindelheim, Kempten, Kaufbeuren und Marktoberdorf. Auch die Stadt Bad Wörishofen hat ihren Hut in den Ring geworfen, wie Bürgermeister Stefan Welzel heute mitgeteilt hat. 

Die Stadt Bad Wörishofen bereitet sich in diesen Tagen intensiv auf ein mögliches Öffnungsszenario zur Überwindung der Pandemiebeschränkungen vor. Am Mittwoch hat im Rathaus eine Task-Force zur Koordinierung der möglichen Öffnungsschritte ihre Arbeit aufgenommen. Bürgermeister Stefan Welzel ist überzeugt: „Die Gesundheitsstadt Bad Wörishofen ist der ideale Ort, sichere und gesundheitsorientierte Lösungsprojekte umzusetzen.“ Welzel sieht die Teilnahme am Modellprojekt gleichzeitig als große Chance für die von Corona ganz besonders betroffenen Bereichen der Gastronomie und des öffentlichen Lebens. Wünschenswert, so der Bürgermeister in einer Pressemitteilung, sei natürlich auch eine Perspektive für die Hotellerie und die Angebote von Therme und Skyline Park.

Um auch formell am Ball zu sein, hat Welzel die Bewerbungsunterlagen für das Modellprojekt „Coronakommune“ nach Tübinger Vorbild an das Gesundheitsministerium und die Staatsregierung auf den Weg gebracht. In den letzten Tagen hatte die Rathausverwaltung hierzu ein Vorgehenskonzept erarbeitet. Neben der Bewerbung setzt Welzel auf Vitamin B: Wie der Rathauschef erklärt, habe er bereits Kontakt zu Gesundheitsminister Klaus Holetschek aufgenommen und für eine Berücksichtigung der Kneippstadt als Modellkommune geworben. „Das Signal war: Voraussichtlich kommen wir nicht gleich dran.“ Das lasse aber natürlich Spielraum dafür, dass Bad Wörishofen in einem der weiteren Schritte dabei ist, hofft Welzel.

Die Begeisterung in der Kneippstadt ist groß

Deshalb hat der Bürgermeister auch die Leitlinie ausgegeben, alles dafür zu tun, dass „wir ein startklares Szenario haben, sobald wir dürfen“. Dies gehe natürlich nur im breiten Schulterschluss aller in Bad Wörishofen Beteiligten. In den letzten Tagen haben daher der Bürgermeister und sein Führungsstab intensiv Kontakt zu den möglichen Beteiligten des Projekts aufgenommen. Es sei klar, dass hier eine neuartige und besondere Logistik notwendig sei, die das Zutun aller Beteiligten erfordere, heißt es aus dem Rathaus. „Es geht nur gemeinsam“, stellt Rathauschef Welzel klar. Die Task-Force sei daher in intensivem Austausch mit Partnern und Verbandsvertretern aus den Bereichen Gastronomie, Einzelhandel, Ärzten und Apotheken. „Auch die Koordination mit dem Gesundheitsamt, dem BRK, Maltesern und der Polizei ist wichtig“, skizziert Ordnungsamtsleiter Marcus Kleebaur die Vielzahl an Berührungspunkten.

Cathrin Herd vom Kur- und Tourismusbetrieb und Wirtschaftsförderer Tim Hentrich bekamen einhellige Rückmeldungen: „Alle am Ort sind hochmotiviert, am Modellversuch teilzunehmen und wollen einen wichtigen Teil zur Überwindung der Corona-Pandemie leisten.“

Tagestickets für Shoppen und Kaffeetrinken

Für mögliche Pilotorte ist eine 7-Tages-Inzidenz zwischen 100 und 150 nötig. Momentan liegt Bad Wörishofen darüber. Trotzdem sollen die Planungen und Konzeptentwicklung vorangetrieben werden, damit bei einer möglichen Teilnahme bereits möglichst viel – in Abhängigkeit weiterer bayernweiter Vorgaben – geregelt ist.

Die Idee hinter dem Modellvorhaben ist es, durch strenge Schutzmaßnahmen und mit Hilfe eines praktikablen und durchgängigen Testkonzeptes trotz einer 7-Tages-Inzidenz von mehr als 100 einzelne Bereiche wie Einzelhandel, Kultureinrichtungen und Außengastronomie umsichtig zu öffnen. Durch mehr Schnelltestkapazitäten und der Ausgabe von sogenannten Tagestickets nach einem Negativtest soll der Aufenthalt in teilnehmenden Einrichtungen unter Einhaltung der gängigen Schutzmaßnahmen möglich gemacht werden.

wk

Auch zum Thema: Mindelheim bewirbt sich als Modellregion für Öffnungsperspektiven

Auch interessant

Meistgelesen

Zusätzliches Kontingent: Sonder-Impfaktion am Wochenende in Memmingen und dem Unterallgäu
Zusätzliches Kontingent: Sonder-Impfaktion am Wochenende in Memmingen und dem Unterallgäu
Neues Freibad, neue Preise: Mindelheim beschließt Gebührenerhöhung in Bädern
Neues Freibad, neue Preise: Mindelheim beschließt Gebührenerhöhung in Bädern
Mindelheimer Ortssprecher allesamt im Amt bestätigt
Mindelheimer Ortssprecher allesamt im Amt bestätigt

Kommentare