Reaktionen auf erstmalige Einführung von Eintrittsgeldern

Mondlicht Open Air: Eintritt ja, aber warum nicht gleich etwas mehr?

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Das Mondlicht Open Air auf der Schwabenwiese kostet ab diesem Jahr für Über-15-Jährige zwei Euro Eintritt.

Mindelheim – Heuer, nämlich am 27. Juli, wird das beliebte Mondlicht Open Air die Besucher erstmals etwas kosten, das hatte der Jugend-, Kultur- und Sozialausschuss vergangene Woche mit knapper Mehrheit beschlossen (der Wochen KURIER berichtete). Grund dafür sind die gestiegenen Kosten der Stadt, unter anderem für die Sicherheit auf der Schwabenwiese, sowie eine Änderung des Steuerrechts. Die zwei Euro Eintritt, die für Über-15-Jährige beim Besuch des Open Airs künftig anfallen, stoßen aber nicht überall auf Gegenliebe – aus unterschiedlichen Gründen.

Eintritt okay – aber warum nicht gleich ein bisschen mehr? Das ist der Tenor der Kommentare, mit denen die Nutzer auf der Facebookseite des Wochen KURIERS Stellung zum Thema bezogen. Dirk Schmid-Kayser schrieb beispielsweise: „Fünf Euro wären auch okay, es muss nicht immer alles kostenlos sein. Wer etwas sehen will, darf auch gerne einen Obolus zahlen. Wer das nicht will, soll daheim bleiben!“ Ähnlich äußerte sich auch ­Mona Dering zu den Eintrittsgeldern, sie sprach den Veranstaltern ein Kompliment aus: „Ich finde es auch mehr als human, wenn man sieht, was die Stadt und die Vereine da auf die Beine stellen. Mit jedem Jahr werden es mehr Besucher, da steigen natürlich auch die Anforderungen. Ich würde auch sogar mehr zahlen.“ Und auch die meisten anderen Nutzer befanden die Einführung von Eintrittsgeldern grundsätzlich für gut, hätten aber sogar überwiegend für den einen oder anderen Euro mehr plädiert.

Den Eintrittspreis noch etwas höher ausfallen zu lassen, das sei auch für Stadtrat Ulrich Manlig (SPD) eine Option gewesen – er hatte vergangene Woche gegen die Einführung der zwei Euro gestimmt. Mit diesem niedrigen Preis werde das Event eher abgewertet. Wenn man schon Eintritt verlangt, müsse man „gleich auf fünf oder zehn Euro gehen, damit es sich rentiert“.

Oder nach Manligs Meinung noch besser: Wie er auch schon den Ausschussmitgliedern vor der Abstimmung vorgeschlagen hätte, sei es sinnvoller, 40 bis 50 Freiwillige aus Stadtrat und Verwaltung zusammenzutrommeln, die von 19.30 bis 20.30 Uhr um eine kleine Spende bitten. „Da wäre in einer Stunde mehr zusammengekommen als durch die Eintrittsgelder“ – zumal fürs Abkassieren der Zwickel Kassen eingerichtet werden müssten. „Das Mondlicht Open Air sollte ein Geschenk für die Bürgerschaft sein“, so der SPD-Stadtrat.

Keine Frage der Eintrittshöhe

Nach Meinung der Mindelheimer Kämmerei, die die Höhe des Eintritts vorgeschlagen hatte, seien die zwei Euro aber „angemessen“ gewesen, teilt Stadt-Pressesprecherin Julia Beck mit. Und da deshalb über die Höhe nicht mehr abgestimmt wurde, sondern die Frage nur „Zwei Euro oder eintrittsfrei?“ lautete, votierte Manlig gegen den Beschluss – genauso wie drei weitere Mitstreiter aus verschiedenen Fraktionen. Trotzdem wurde der Beschluss mit 6:4 Stimmen denkbar knapp angenommen. Die Befürworter hatten angeführt, eine freiwillige Spende sei unter steuerrechtlichen Gesichtspunkten ungünstig, denn ab 2021 tritt eine neue Regelung bezüglich des Umsatzsteuerrechtes in Kraft. Mit der Einführung des Eintritts hat die Stadt nun die Möglichkeit, die Umsatzsteuer der Einnahmen wieder vom Finanzamt erstattet zu bekommen. Das Defizit, das der Stadt durch das Mondlicht Open Air entsteht, könne so immerhin von rund 30.000 Euro auf rund 15.000 Euro halbiert werden. 

Marco Tobisch

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