Frische Ideen gefragt

Aus nach Corona: Bad Wörishofer Kurhaus-Café sucht neuen Pächter

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Das Kurhaus-Café sucht einen neuen Pächter, der bei der Neugestaltung freie Hand hat.

Bad Wörishofen – Einem neuen Pächter des Kurhaus-Gastronomiebetriebes stehen so gut wie alle Möglichkeiten offen, so in etwa formuliert die Ausschreibung und ähnlich Anne-Rose Storbeck vom Kurbetrieb die aktuelle Suche nach einer Nachfolge der gastronomischen Versorgung des Kurhauses ab nächstem Jahr. Eine Suche, die in diesen Zeiten nicht leicht sein dürfte, hören doch die aktuellen Pächter, Karin und Peter Weh, nicht zuletzt wegen den wegbrechenden Veranstaltungen im Ort und im Kurhaus, den coronabedingten Auflagen und die damit einhergehende zusätzliche Belastung Ende des Jahres auf.

Auch die deutlich zurückgegangenen Gästezahlen und somit eine gewisse Perspektivlosigkeit nach acht erfolgreichen Jahren führten zu der Entscheidung. Sie fiel, so Karin Weh, vor allem hinsichtlich der Stammgäste und dem Personal im Juni sehr schwer. Immerhin haben sich schon einige einheimische und regionale Interessenten vor Ort umgesehen. Mit dem Angebot der Pausenbewirtung von jährlich rund 20 Veranstaltungen und zehn Großveranstaltungen im Saal des Kurhauses sowie dem Restaurantbetrieb, frei gestaltbare Öffnungszeiten und Möglichkeiten, den Innen- und Außenbereich umzugestalten, wirbt die Stadt um Interessenten. Ihre Hoffnung dabei ist, dass sich wieder eine leistungsstarke Nachfolge finden lässt.

Bei den in der Ausschreibung genannten Zahlen bezieht man sich seitens des Kurbetriebes auf Erfahrungswerte von bisher durchgeführten Kongressen, Senioren- , Traditions- und Eigenveranstaltungen wie auch Bällen – also Events mit einer bisher gewissermaßen gesicherten Besucherfrequenz. Allerdings haben die Pächter nach eigenen Aussagen weit mehr, eigentlich sogar sämtliche Pausenbewirtschaftungen für alle möglichen Veranstaltungen neben dem Betrieb des Tagescafés, geleistet.

Viele Freiheiten für den Nachfolger

Das gastronomische Angebot des Lokals mit 60 Innen- und 40 Außenplätzen im Kurhaus neu aufzustellen und zusätzliche Aktivitäten, ob kulinarischer oder anderer Natur, anzubieten – dafür seien jetzt die Ideen und Konzepte potentieller Nachfolger gefragt, so Storbeck. Ob dann auch eine Getränke- oder Imbissversorgung in den Pausen der Unterhaltungsangebote der Gastveranstalter wieder möglich sein wird, ist noch zu klären. Und auch die Art der Kooperation mit Vereinen ist dabei noch offen; man wartet auf Konzepte. Der Kur- und Tourismusbetrieb lässt einem Nachfolger viel freie Hand, um eine deutlichere Handschrift der Kurhausgastronomie im Rahmen des Angebotsspektrums des Kurhauses zu finden.

Bedenkt man, welch große Namen – von Politikern über Schauspieler, Schlagerstars- und sternchen, Film- und Fernsehprominenz – noch einige Jahre nach der Jahrhundertwende mit dem Kurhaus-Café und seiner damaligen Chefin Elisabeth Wurm und ihrem legendären Gästebuch verbunden waren, bleibt abzuwarten, ob sich damit das erfüllt, was man sich seitens des Kurbetriebes erhofft, nämlich, „dass Leben ins Kurhaus kommt“, so, wie es – laut Storbeck – Gäste einfach erwarten.

Bald Bewerbungsschluss

Das Pächterpaar Weh hat sich seinen Entschluss nicht leicht gemacht. Aber „die Fortführung des Betriebes hätte ein existentielles Risiko für uns bedeutet“, erklärte Peter Weh. Am 15.Oktober ist Bewerbungsschluss. Und was ist, wenn sich die Nachfolge dann nicht klären sollte? Machen die bisherigen Pächter vielleicht doch weiter? Darüber wurde noch nicht gesprochen – sagen beide Seiten.

Regine Glöckner

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