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Nach Schlaganfall: Stettens Bürgermeister Richard Linzing verstorben

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Richard Linzing (†) ist in der Nacht zum Mittwoch im Alter von 53 Jahren plötzlich verstorben. © wk

Stetten – Der Schock in der Gemeinde Stetten sitzt tief: Bürgermeister Richard Linzing, der am Samstag zuvor 53 Jahre alt wurde, ist in der Nacht zum Mittwoch plötzlich verstorben. Er hinterlässt seine Frau und einen Sohn.

Am Donnerstag, 4. April, hatte Linzing plötzlich einen Schlaganfall erlitten und war in eine Klinik nach Augsburg eingeliefert worden, wo er schließlich auch seinen 53. Geburtstag verbrachte. Seine ganze Gemeinde hatte ihm noch die Daumen gedrückt und gehofft, ehe wenige Tage später die traurige Nachricht kam.

Linzing, der seit Juli 2015 Stettens politisches Oberhaupt war, hatte sich bereits zuvor als Gemeinderat und stellvertretender Bürgermeister engagiert. Nach der Wahl, bei der er sich gegen Herausforderer Robert Kopp durchgesetzt hatte, meinte Linzing: „Ich freue mich darauf, gemeinsam mit dem Gemeinderat und mit den Bürgerinnen und Bürgern die Zukunft unserer Gemeinde zu gestalten.“

Und das sei ihm auch wirklich gut gelungen, wie zweiter Bürgermeister Uwe Gelhardt sagt. „Richard hat sich nicht nur für die Gemeinde eingesetzt, er hat sich auch mit allem wirklich zu hundert Prozent befasst.“ So habe es ihm nicht ausgereicht, sich auf die Meinungen vermeintlicher Experten zu verlassen, sondern Linzing habe stets akribisch nachrecheriert und Fakten überprüft. „Wenn er sich mit etwas auseinandergesetzt hat, dann hatte das Hand und Fuß“, so Gelhardt weiter.

Nichts Neues anfangen

Der stellvertretende Bürgermeister übernimmt nun vorerst kommissarisch den Chefposten, voraussichtlich im Juli oder August soll dann ein neuer Bürgermeister gewählt werden. Bis dahin werde man darauf verzichten, neue Projekte zu starten. Aber was bisher begonnen wurde, solle planmäßig weiterlaufen. „Ich bin über alle Projekte informiert“, sagt Gelhardt.

Zu den größten Vorhaben, die Linzing seinerzeit umgesetzt oder in die Wege geleitet hat, zählen die Dorferneuerung Stetten und Erisried, der neugeplante Kindergarten in Stetten, die Bahn-Elektrifizierung, der Breitbandausbau oder der Erhalt des Bahnhofes. „Da war er voll dabei“, erinnert sich Uwe Gelhardt.

Besonders engagiert zeigte sich Linzing, der hauptberuflich als Redakteur arbeitete, beim Partnerschaftskomitee mit der französischen Stadt Quelaines Saint-Gault, das schon seit 1993 besteht. Da habe Linzing „viel Herzblut“ hineingesteckt, meinte auch Uwe Gelhardt. Denn unter Linzing war die Partnerschaft wieder aufgefrischt worden. So hatte beispielsweise 2017 eine Abordnung aus Frankreich die Gemeinde Stetten besucht.

Trauerfeier

Nun, so sagte Gelhardt, sitze der Schock in der ganzen Gemeinde tief. Denn Linzing „war Bürgermeister durch und durch“. Die Trauerfeier findet am Karsamstag, 20. April, um 14 Uhr in Stetten statt. 

Marco Tobisch

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