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Nahversorgung: Bernadette Brem ist neue Vorsitzende beim Verein ProNah

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Bernadette Brem

Mindelheim – Der Verein ­ProNah e.V. ohne Hermann Kerler an der Spitze ist eigentlich kaum vorstellbar. Seit der Vereinsgründung 2004 hatte er die Geschicke geführt, bei der jüngsten Jahreshauptversammlung in Erk­heim stellte er sich allerdings nicht mehr zur Wahl. Neue Vereins­chefin ist nun die Diplom-Kauffrau ­Bernadette Brem, die in Mindelheim eine eigene Steuerkanzlei führt. Der Verein ProNah engagiert sich für die Nahversorgung im Landkreis – in welcher Form, erklärt die frischgebackene Vorsitzende im Interview.

Hallo Frau Brem. Obwohl Sie als neues Oberhaupt gewählt wurden, ist Ihnen der Verein alles andere als fremd. Seit 2010 sind Sie schon Mitglied und das auch als langjährige Schatzmeisterin. Was hat Sie an „ProNah“ damals gereizt?

Brem: „Das Thema des Vereins hat mich von Beginn an angesprochen. Nahversorgung stärkt die heimischen Betriebe, fördert den Umweltschutz und erhöht das Miteinander der Menschen in einer Region. Sie ist damit ein wichtiger Baustein für die Lebensqualität im Unterallgäu. ProNah gibt mir persönlich die Möglichkeit, aktiv etwas dafür zu tun. Das war es, was mich gereizt hat.“

Wie hat sich der Verein seither entwickelt und was hat er in den letzten Jahren in der Region bewegt?

Brem: „Seit der Verein 2004 gegründet wurde, haben der Vorstand und die Ausschussmitglieder circa 15.000 ehrenamtliche Stunden geleistet und eine Vielzahl von Projekten realisiert. Mit dem Club52, dem bewegten Wandertag, ‚Mei liebster Betrieb‘, ‚Mei liebstes Wirtshaus‘, Kinderkarte und vielen anderem ist es gelungen, den Menschen das Thema Nahversorgung immer wieder ins Gedächtnis zu bringen. Im Jahr 2018 durften wir dafür auch den Bayerischen Innovationspreis Ehrenamt entgegennehmen.“

Daran hat sicher auch Ihr langjähriger Vorsitzender Hermann Kerler einen großen Anteil. Wie groß sind die Fußstapfen, die er Ihnen hinterlassen hat?

Brem: „Hermann Kerlers Fußstapfen sind natürlich groß. Er hat den Verein jetzt lange Zeit mit viel Energie und Einsatz geführt und geprägt. Dabei sind von ihm und den Vorstands- und Ausschussmitgliedern Grundlagen gelegt worden, auf die wir nun aufbauen können. Hermann Kerler wird den Verein außerdem im Wirtschaftsausschuss weiter begleiten, so dass sein Erfahrungsschatz nicht verloren geht.“

Das Zepter ist nun aber in Ihrer Hand. Wo wollen Sie als neue Vorständin Schwerpunkte setzen?

Brem: „Das Themenfeld von ProNah ist breit. Die Ziele sind die Stärkung der Nahversorgung, Unterstützung für Familien und der regionalen Landwirtschaft sowie das Engagement im Sozial- und Kultursektor. Wir werden, wie bisher auch, immer wieder in den einzelnen Bereichen tätig sein und Projekte starten.

Was ist Ihnen dabei wichtig?

Brem: „Aus meiner Sicht steht immer der Mensch und das Zusammenleben der Menschen im Mittelpunkt. Deshalb ist es mir wichtig, Menschen zusammenzubringen, die gemeinsam die Region gestalten und damit dauerhafte Verbindungen schaffen.“

Interview: Marco Tobisch

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