Impfen per Hausbesuch

Neues Ausnahmeangebot: „Immobile“ Unterallgäuer können zu Hause geimpft werden

Unterallgäuer Impfzentrum Vorstellung
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Koordinationsarzt Dr. Max Kaplan (v. links, hier mit ärztlichem Leiter des Bad Wörishofer Impfzentrums Heinz Leuchtgens und Koordinationsarzt Dr. Jan Henrik Sperling), stellte vergangene Woche das neue „Ausnahmeangebot“ für „immobile“ Unterallgäuer vor.

Unterallgäu – Wie können Personen geimpft werden, die nicht mobil sind und nicht selbst ins Impfzentrum kommen können? Hier suchen die Verantwortlichen im Landkreis schon länger nach einer Lösung. Zusammen mit drei Haus­ärzten hat der Landkreis vergangene Woche ein Pilotprojekt gestartet, bei dem die Ärzte Hausbesuche abstatten.

Problem war bislang: Ein Fläschchen, das mehrere Dosen Impfstoff enthält, musste sofort verimpft werden, sobald es angebrochen wurde. „Inzwischen ist sichergestellt, dass Impfstoff auch in einzelnen Spritzen aufgezogen transportiert werden darf“, sagt Dr. Max Kaplan, ärztlicher Koordinator im Unterallgäu. Damit kann nun der Impfstoff in Ausnahmefällen auch zum Pa­tienten kommen.

Wie das abläuft? Zunächst klärt der Hausarzt ab, welche seiner Patienten, denen er Hausbesuche abstattet, geimpft werden möchten. Diese Personen müssen sich regulär über das Online-Portal impfzentrum.bayern oder – falls das nicht möglich ist – unter Tel. 08247/909910 beim Impfzentrum anmelden. Parallel dazu meldet der Hausarzt die Personen dem Impfzentrum und führt mit den Betroffenen das Aufklärungsgespräch. „Grundsätzlich gilt bei der Auswahl der Impflinge weiterhin die Priorisierung“, stellt das Landratsamt in einer Pressemitteilung klar.

Zum vereinbarten Termin kann der Hausarzt dann die fertig aufgezogenen Spritzen im Impfzentrum abholen. „Er hat dann ein Zeitfenster von etwa fünf Stunden, um diese zu verimpfen“, erklärt Kaplan. Zur Vereinfachung der Dokumentation erhält der Hausarzt ein komprimiertes Dokumentationsblatt, das er zurück an das Impfzentrum gibt. „So braucht der Arzt keinen Zugang zur aufwendigen Dokumentations-Software“, erklärt Kaplan.

Diese Woche 33 Patienten

Es könnten laut Kaplan pro Woche zwischen 30 und 50 immobile Patienten zuhause geimpft werden – in der ersten Woche wurde im Unterallgäu zunächst mit 15 Patienten gestartet, in der zweiten sollen es schon 33 sein. Kaplan hofft, dass durch eine rege Beteiligung der Hausärzte bald alle immobilen Patienten geimpft werden können. Auch in der Stadt Memmingen wurde bereits mit der Impfung immobiler Personen begonnen.

„Für mobile Personen gilt aber weiterhin: Sie müssen ins Impfzentrum nach Memmingen oder Bad Wörishofen kommen“, betont Kaplan. Eine Impfung zuhause ist nur möglich, wenn der Hausarzt das von sich aus vorschlägt.

wk

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