Ausnahme für Alleinerziehende

Neues Freibad, neue Preise: Mindelheim beschließt Gebührenerhöhung in Bädern

Am 15. Juli soll die Sanierung des Mindelheimer Freibades abgeschlossen sein
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Am 15. Juli soll die Sanierung des Mindelheimer Freibades abgeschlossen sein. Dann kosten die Tickets ein wenig mehr als bisher.
  • Marco Tobisch
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Mindelheim – Schwimmen und Plantschen wird in Mindelheim ab dem Sommer teurer. Wenn voraussichtlich am 15. Juli das frisch sanierte Freibad seine Türen öffnet, werden die Besucher erstmals seit 2016 wieder leicht erhöhte Preise vorfinden, die der Stadtrat so am Montag einstimmig beschlossen hat. Für Alleinerziehende drücken die Räte heuer wegen der finanziellen Lasten durch die Corona-Pandemie ein Auge zu.

Als die Preisvorschläge der Stadtverwaltung in der Sitzung des Verwaltungs-, Finanz- und Werkausschusses eine Woche zuvor debattiert wurden, hatte Fritz Birkle (CSU) die hohe Preissteigerung für Alleinerziehende angesprochen. Während nämlich die meisten Besucher nur unwesentlich mehr Eintrittsgeld berappen müssen (Freibad-Einzelkarten werden beispielsweise um 50 Cent teurer), dürfte eine alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern die Erhöhung zu spüren bekommen: Sie muss für die Familien-Saisonkarte im Freibad 70 statt bisher 50 Euro zahlen, was einer Erhöhung von 40 Prozent entspricht.

Auch Roland Ahne (SPD) griff den Preissprung bei den Alleinerziehenden am Montag nochmal auf und schlug vor, die Preis­erhöhung nur für diese eine Personengruppe heuer noch auszusetzen. Stadtkämmerer Wolfgang Heimpel wollte dazu keine Stellung beziehen und erklärte an die Räte gerichtet: „Wir machen das so, wie Sie es beschließen.“ Er appellierte derweil an die Runde, das neue Tarifgefüge als solches unabhängig von Sonderregelungen zu genehmigen – was der Stadtrat ebenso wie eine Woche zuvor der Ausschuss einstimmig tat. Vermerkt ist beim Beschluss vom Montag auch der Zusatz, dass Alleinerziehende heuer noch den bislang gültigen Preis bezahlen.

Warum die Räte die Preissteigerung als gerechtfertigt ansahen? Letztmals wurden die Ticketpreise im September 2016 angehoben, als das Hallenbad gerade einer kompletten Innensanierung unterzogen worden war und mit neuer Technik ausgestattet wurde. Zudem hatte die Stadt die Sanitärbereiche im Freibad in den Jahren 2015 und 2016 erneuert, was in Summe vier Millionen Euro gekostet hatte.

Aktuell stellt die Sanierung des Freibades sogar das finanz­intensivste Vorhaben im städtischen Haushalt dar, rund 8,75 Millionen Euro kostet die „Reaktivierung“ laut Stadtkämmerer Heimpel. Nachdem damit in den Bäderbetrieb nun abermals ein sehr hoher Investitionsbetrag geflossen sei und die letzte Gebührenerhöhung schon ein halbes Jahrzehnt zurückliege, wolle man die Preise zum anvisierten Start in die Badesaison am 15. Juli erhöhen, begründete die Mindelheimer Stadtverwaltung.

Durch die Anpassung werden auch die Preise für die 10er-Karten zwischen Hallenbad und Freibad angeglichen. Der Vorteil dabei für die Besucher laut Verwaltung: „Somit können 10er-Karten sowohl für den Besuch des Freibades als auch des Hallenbades genutzt werden.“

Wer seinen Sommer größtenteils im Freibad verbringt, für den lohnt sich aber womöglich schon eine Dauerkarte, denn nach dem 20. Besuch sind alle weiteren Schwimmeinheiten quasi kostenlos. Außerdem hat die Stadtverwaltung bei den Dauerkartenpreisen berücksichtigt, dass der Badebetrieb im Freibad auf vier Monate beschränkt ist und das Hallenbad acht Monate genutzt werden kann.

Für die bevorstehende Sommersaison im Freibad gilt derweil eine weitere Besonderheit: Weil das neue Freibad erst Mitte Juli fertig ist und bis Mitte September nur zwei Bademonate bleiben, kosten Dauerkarten in diesem Sommer nur die Hälfte.

Und auch Corona bleibt weiterhin eine Variable: Wie die Stadtverwaltung mitteilt, könne es unter Umständen sein, dass wegen der pandemiebedingten Beschränkungen nur eine begrenzte Anzahl an Besuchern ins Freibad eingelassen werden darf. So könnte womöglich auch der Fall eintreten, dass Inhaber von Dauer- oder Sonderkarten am Eingang abgewiesen werden müssen. Wer wegen Überfüllung und trotz Dauerkarte in der Tasche wieder den Heimweg antreten muss, könne aber keine Rückerstattung fordern, erklärt die Stadt. Darauf werde man die Dauerkartenkäufer vorab ausdrücklich hinweisen.

Die neuen Preise in Freibad und Hallenbad:

Freibad:

Erwachsene über 18 Jahre: Einzelkarte 3,50 Euro (vorher 3 Euro), 10er-Karte 30 Euro (vorher 25 Euro), Dauerkarte 70 Euro (vorher 60 Euro)

Jugendliche ab 15 Jahren, Studenten, Azubis, Bundesfreiwilligendienstleistende, Schwerbeschädigte (über 50 Prozent), Rentner und Arbeitslose mit Bescheinigung: Einzelkarte 3 Euro (vorher 2,50 Euro), 10er-Karte 25 Euro (vorher 20 Euro), Dauerkarte 60 Euro (vorher 45 Euro)

Kinder (6 bis 14 Jahre): Einzelkarte 2 Euro (vorher 1,50 Euro), 10er-Karte 15 Euro (vorher 10 Euro), Dauerkarte 40 Euro (vorher 25 Euro)

Familienkarte: Ehepaare: 125 Euro (vorher 100 Euro), Alleinerziehende: 70 Euro (Preis ab 2022, heuer gilt noch der alte Preis von 50 Euro)

Hallenbad:

Erwachsene über 18 Jahre: Einzelkarte 3,50 Euro (wie vorher), 10er-Karte 30 Euro (vorher 25 Euro), Dauerkarte 100 Euro (vorher 85 Euro)

• Jugendliche ab 15 Jahren, Studenten, Azubis, Bundesfreiwilligendienstleistende, Schwerbeschädigte (über 50 Prozent), Rentner und Arbeitslose mit Bescheinigung: Einzelkarte 3 Euro (vorher 2,50 Euro), 10er-Karte 25 Euro (vorher 20 Euro), Dauerkarte 75 Euro (vorher 55 Euro)

Familienkarte: Ehepaare: 175 Euro (vorher 135 Euro), Alleinerziehende: 100 Euro (Preis ab 2022, heuer gilt noch der alte Preis von 70 Euro)

Jahreskarte für Hallen- und Freibad:

Erwachsene: 160 Euro (vorher 135 Euro)

Ermäßigt: 100 Euro (vorher 70 Euro)

Familien-Jahreskarte: Ehepaare: 220 Euro (vorher 180 Euro), Alleinerziehende 110 Euro (vorher 90 Euro)

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