Bauern sorgen für Bayerns Zukunft

Neujahrsempfang der CSU Unterallgäu: Michaela Kaniber stellt sich hinter die Landwirte

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Beim CSU-Neujahrsempfang waren mit dabei (v. links): Baustaatssekretär Klaus Holetschek, Staatsminister a.D. Franz Josef Pschierer, die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber und der Unterallgäuer CSU-Landratskandidat Rainer Schaal.

Mindelheim – Auch wenn die Landwirte der bayerischen Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber einen „beeindruckenden“ Empfang bereitet hatten, genoss die Oberbayerin den diesjährigen Neujahrsempfang der Unterallgäuer CSU. Im Mindelheimer Forum stieß die gebürtige Reichenhallerin mit der Musikkapelle an, sprach über die Bedeutung der Landwirtschaft für Bayern und was dieses Bundesland den anderen 15 voraus hat.

Neben Kanibers Amtsvorgänger Josef Miller konnte die lokale CSU-Fraktion auch den Staatssekretär in spe für das Verkehrsministerium, Klaus Holetschek, sowie den früheren Wirtschaftsminister Franz Pschierer und den designierten Landratskandidaten der CSU, Rainer Schaal begrüßen.

Es waren deutlich mehr Gäste im Saal des Mindelheimer Forums als Traktoren auf den Straßen davor. Auch im Foyer hatten sich die Landwirte versammelt und suchten zum wiederholten Mal das Gespräch mit der Landwirtschaftsministerin, die sich geduldig die Sorgen und Nöte der Bauern, vertreten vor allem durch „Land schafft Verbindung“, anhörte. Die Themen, die die Landwirte bewegen, griff sie in ihrer Rede auf. Hatte Klaus Holetschek in seinen kurzen Grußworten noch davon gesprochen, den Bauern ihre Würde zurückzugeben, so unterstrich Kaniber, dass die Landwirte einen Platz in der Mitte der Gesellschaft verdient hätten und dies mit solchen Demos auch zeigen müssten. Doch sie machte auch klar, welche Probleme man als ein nicht grüner Landwirtschaftsminister in Deutschland habe.

Bayern ist besser

Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens würden jeden Tag in Bayern Großartiges leisten, fing Kaniber ihre Rede an. „Damit Bayern das Land sein kann, das es ist“. Bayern sei besser, resümierte die dreifache Mutter, die seit zwei Jahren dem Kabinett Söder als Landwirtschaftsministerin angehört. Sie führte als Beweis eine Begebenheit von der aktuellen grünen Woche in Berlin an, wo sich über 70 Länder dieser Erde treffen, die europäischen Staaten ebenso vertreten sind wie die deutschen Bundesländer. Denn während in der „bayerischen“ Halle schon die Musik gespielt habe und man bereit für die Eröffnung gewesen sei, hätten in den Hallen der anderen Bundesländer noch die Handwerker gewerkelt. Dies könne man auf alle anderen Bereiche übertragen, vor allem auf die Wirtschaft, stellte Kaniber fest. „Bayern ist etwas Besonderes“, wegen der Menschen, ob Angestellte, Beamte und sozial engagierte Helfer, Ehrenamtliche oder Verbände, so Kaniber. Und es gehe um die Landwirte, „denen unser Land nicht egal ist“, die jeden Tag aufstehen würden, um die Schönheit Bayerns zu bewahren und uns mit Lebensmitteln zu versorgen. Deshalb gelte es, allen im Forum Anwesenden ein „Vergelt‘s Gott“ zu sagen für ihr Engagement.

Eine Lehre, die sie früh von ihren Eltern mitbekommen habe, sei die, dass man von anderen immer nur einfordern dürfe, was man selber besser machen könne. Das, so Kaniber, würde sie gerne jenen entgegenhalten, die derzeit ein wunderbares Land nur noch kritisieren könnten. Es könne nicht richtig sein, die Landwirte, die Großartiges leisten, als „Bodenvergifter, Tierquäler oder Subventionseinstreicher beschimpft“ werden.

Sorgen und Krisen

Woran erinnere man sich aus dem Jahr 2019, fragte Kaniber. Es seien die Sorgen um die Zukunft des Planeten gewesen, die Sicherung des Friedens auf der Erde, es seien die Handelskonflikte gleich moderner Kriege und Themen wie Klimaschutz oder Biodiversität, resümierte die Politikerin. Man mache sich Sorgen um die soziale Ungerechtigkeit in der Gesellschaft, steigende Mieten und die Spaltung der Gesellschaft in Stadt und Land. Deshalb sei es sehr entscheidend, so Kaniber, wer ein Land führt und ob man mit dem entsprechenden Weitblick Themen wie das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ noch „einfangen könne“ oder es laufen lassen müsse. Unter’m Strich zähle nur eine tragbare Lösung für alle, und sie sei überzeugt, dass man genau das auch in Bayern wieder geschafft habe.

Umweltschutz, „das war keine Idee der Grünen“, so Kaniber. „Es war die CSU, die das erste Umweltministerium in Deutschland hatte.“ Es sei aber eben keine Frage allein der Ökologie, vielmehr seien es drei Säulen, neben der Ökologie auch die Ökonomie, also die Wirtschaft, und die soziale Sicherheit, die wichtig seien und auf die die CSU schaue. Denn was würde eine intakte Umwelt bedeuten, wenn man die Finanzkraft geschwächt hätte. Dann hätte man keine Möglichkeit, auf soziale Fragen zu reagieren. Deshalb sei auch das bayerische Raumfahrtprogramm sinnvoll, denn mit Hilfe der Satelliten könne man Wetter und Klima beobachten und der Landwirtschaft helfen – Politik mit Weitblick. Dies sei aber angesichts der Konstellation auf Bundesebene nicht mehr einfach, weil alle anderen Landwirtschaftsminister zumeist grün sind.

Viel Meinung, wenig Wissen

Wenn man sich aber die Grünen so anschaue, so Kaniber, dann „haben die unglaublich viel Meinung über die Landwirtschaft. Aber eben kaum ein Wissen“. In München wisse man, „was wir an euch (Bauern) haben“. Eine Landwirtschaft, die nicht nur den Weltmarkt beherrschen kann, sondern auch die Regionalität. Vor allem die Akzeptanz des Verbrauchers werde benötigt. Deshalb müsse man weiter mit den Landwirten im Gespräch bleiben und die Konflikte durch die Globalisierung, Vorgaben aus Brüssel oder Berlin, gemeinsam angehen. Man müsse zusammenarbeiten und diskutieren und dürfe nicht noch mehr spalten. Denn es gehe den Menschen in Bayern gut. „Bayern ist das Ökoland Nummer eins“ in Deutschland. Kein anderes Bundesland habe so viel Geld (350 Millionen Euro pro Jahr), um in Agrar- und Umweltmaßnahmen zu investieren, wie Bayern. Und es seien die Bauern, die die Maßnahmen umsetzen würden.

Vielleicht sei das das heutige Problem der Gesellschaft, so Kaniber kritisch. Es gehe uns zu gut, weshalb man jeden Tag noch ein weiteres I-Tüpfelchen oben drauf setzen müsse. Man diskreditiere die Automobilindustrie, die den Wohlstand erarbeitet habe, weil man „glaubt, die Welt retten zu können“. Deutschland könne allenfalls Vorbild (beim Klimaschutz etwa) sein, aber wir dürften dafür nicht unseren Wohlstand aufs Spiel setzen. Und man könne doch nicht die Produktion, vor allem der Lebensmittel drosseln, warnte Kaniber. Denn angesichts der derzeitigen Lage, insbesondere der Handelskonflikte, würden Vorräte dringend gebraucht werden. China etwa hält mittlerweile bereits zwei Drittel seiner Maisbestände zurück und bringt diese nicht mehr auf den Weltmarkt.

Deshalb auch dürfe man die Landwirtschaft nicht madig machen, die rund 160 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr erwirtschaftet und an der jeder siebte Arbeitsplatz hierzulande hängt. Es verbiete sich deshalb, mit dem Finger auf die Landwirte zu zeigen. Schwarze Schafe gebe es überall, doch gerade von den Bauern hänge viel für die Zukunft in diesem besseren Bayern ab. 

Oliver Sommer

Wie die Bauern-Demo ablief, sehen Sie in der Bildergalerie:

Bauern-Demo: 300 Landwirte protestieren in Mindelheim

 © Jeremy Rizer
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