aktion hoffnung: Spenden statt Vernichten

Nicht verkaufte Ware: Keine Umsatzsteuer bei Kleiderspende

Ware in einem Bekleidungsgeschäft
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In den Bekleidungsgeschäften türmt sich die wegen der Corona-Beschränkungen unverkaufte Ware. Damit diese nicht zerstört wird, hat das Bundesfinanzministerium die Bedingungen für die Kleiderspende erleichtert.

Unterallgäu – Das Bundesfinanzministerium erleichtert die Bedingungen für eine Spende von Textilien an gemeinnützige Organisationen. Der Dachverband FairWertung e.V. begrüßt die Regelung; die aktion hoffnung als „FairWertungs-Partner“ wirbt um Kleiderspenden.

Hintergrund der Maßnahme sind die großen Mengen unverkaufter Ware im Textilhandel. Nach Schätzungen des Textilverbands befinden sich rund 500 Millionen Kleider und Schuhe unverkauft in den Lagern. Besonders die Winterware wird absehbar unverkäuflich sein. Daher stellt sich bereits seit einigen Wochen die Frage, was mit den überschüssigen Textilien passieren soll. Letztlich bleiben den Händlern zwei Optionen: Spenden oder Vernichten. Aufgrund der gesetzlichen Vorgaben wäre die Vernichtung von Waren in vielen Fällen die günstigere und rechtlich einfachere Alternative für die Händler gewesen. Nun hat das Bundesfinanzministerium die Rahmenbedingungen geändert.

Bund verzichtet auf Umsatzsteuer bei Spende

Der Bund verzichtet auf die üblicherweise anfallende Umsatzsteuer für Saisonware, die wegen des Lockdowns nicht verkauft werden konnte und nun an steuerbegünstigte Organisationen gespendet wird. Mit dieser Regelung werden laut Bundesfinanzministerium „vollumfänglich Unsicherheiten bei der Ermittlung der Umsatzsteuer auf eine Sachspende, die bislang von den Unternehmern immer wieder als Grund für den Verzicht auf eine Spende genannt wurden“, beseitigt. Der Dachverband FairWertung e.V. hatte bereits im Februar 2021 zusammen mit einem Bündnis aus gemeinnützigen Organisationen und Verbänden des Handels sowie unter der Federführung von MdB Katrin Göring-Eckardt (Bündnis90/DieGrünen) eine umsetzbare und rechtssichere Regelung gefordert. Ziel jener Neuregelung sollte es laut der Initiatoren sein, dass nicht-verkäufliche Ware an karitative Einrichtungen oder gemeinnützige Organisationen gespendet wird.

„Als FairWertungs-Partner steht die aktion hoffnung in der Region als Kleiderretter bereit. Wir sind im Sinne der Ressourcenschonung und des Nachhaltigkeitsgedankens sehr dankbar, dass die Bundesregierung diese Regelung getroffen hat. Gerne stehen wir für kleine inhabergeführte Einzelhändler wie auch für große Häuser unkompliziert und flexibel für die Übernahme von Lagerbeständen bereit. Dabei berücksichtigen wir auch die Verwendungswünsche der Spender“, sagt Johannes Müller, Geschäftsführer der aktion hoffnung.

Hilfe für Kinder und Jugendliche

Mit allen Erlösen aus den Kleiderspenden an die aktion hoffnung unterstützt die Organisation verschiedene Hilfsprojekte. Schwerpunktmäßig wird in diesem Jahr das Kinder- und Jugendzentrum „Arche Noah“ in Shkoder in Albanien gefördert. Dort kümmern sich die „Schwestern der Spirituellen Weggemeinschaft“ um junge Menschen aus sozial und wirtschaftlich schwierigen Verhältnissen. Die Familien leben in kalten und nassen Wohnungen, 80 Prozent der Eltern sind arbeitslos. Kinder leiden an Mangelernährung und Krankheiten; bei Jugendlichen besteht die Gefahr, in Kriminalität, Drogenabhängigkeit und Alkoholismus abzurutschen.

„Das Kinder- und Jugendzentrum ist für 250 von ihnen zu einem Ort der Bildung, der kulturellen Begegnung und der positiven Wertevermittlung geworden. Sie dürfen dort Sicherheit und stabile Bezugspersonen erleben. Auch die Eltern werden in die Arbeit mit einbezogen“, sagt Müller. „Mit Hilfe der aktion hoffnung können dort die laufenden Personalkosten sowie der Kauf von Lebensmitteln und Schul- und Freizeitmaterial finanziert werden.“

wk

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