Hoffnungsschimmer Kneipp und Kur?

Noch trotzen Bad Wörishofer Hoteliers und Kurheimbesitzer der Lage

Hotel Bad Wörishofen
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Das Kneipp-Vitalhotel Edelweiss hofft auf die Kur als Pflichtleistung.
  • Marco Tobisch
    VonMarco Tobisch
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Bad Wörishofen – Eine Radikalkur, wie sie das seit Oktober durchgehend geschlossene Hotel Residence sich und seinen Gästen verordnet hat, und das laut Empfangschefin Veronika Ebner Ende März wieder öffnen will, ist in der Kurstadt wohl eine Ausnahme. Auffallend ist, wie moderat sich ortsansässige Beherberger im Umgang mit den Schließungsauflagen geben. Hat die politisch angekündigte Absicht, Kuren wieder zur Kassen-Pflichtleistung zu machen, etwa schon Zuversicht entfacht?

Hotel-und Gaststättenverbandsvertreter Martin Steinle, hiesiger Hotelier äußert auf Nachfrage des Wochen KURIERS zur Lage der Betriebe in der Kurstadt: Man verzeichne bis zu fünfzig Prozent Umsatz­einbußen, schleppende, teils nur bruchstückhaft eingehende Zuschüsse und verspüre Ungewissheit. Betriebsschließungen seien zu befürchten, so Steinle. Und das, wo doch Gastgeber „Umsatzbringer auch für den Einzelhandel sind“.

Gabriele Linke, die eigenhändig in ihrer Kurpension Kneipp­anwendungen verabreicht, gehört mit ihrem Haus zu den Betrieben, die in der Regel jedes Jahr im November geschlossen haben. So sah sie gar keine Möglichkeit, bei der Novemberausfallhilfe zum Zug zu kommen. Sie baut auf ihre Stammkunden, für die sie „sobald es möglich ist, wieder aufschließen“ will.

Elisabeth Hampp vom Kurhotel Hermine, das „bis Oktober rappelvoll war; und das vor allem auch mit sehr vielen jüngeren Gästen und einer ganz neuen Kundenschicht, die sich sehr positiv zu ihr, aber auch zur Stadt insgesamt geäußert haben“, punkten konnte, will ihre systematischen Kneippempfehlungen an ihre Gäste ausbauen: mit einem speziellen Tautretangebot auf der hauseigenen Wiese.

„Tischlein deck dich“

Und in Sachen Kur als Pflichtleistung, da sind Hampp und Matthias Schneid vom Kneipp-Vitalhotel Edelweiss einig: „Das gibt Zuversicht.“ Wobei Schneid zugleich seine Mitarbeiter einbezieht,die er so schätzt und von denen er aktuell Azubis und Physiotherapeuten, die im separaten Nebenhaus des Hotels auf Rezept kurieren (dürfen), weiterbeschäftigt. Er scheint ein besonders Kreativer zu sein: seine Menüservice-Idee des „Tischlein deck Dich“ wird zum Valentinstag wieder angeboten; „ein schöner Zeitvertreib, dieses Essen to go“, wie er meint. Vielleicht für viele Menschen gerade am 14. Februar aber viel, viel mehr: ein Zeichen für Hoffnung und Verbundenheit.

Regine Glöckner

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