Neujahrsempfang der CSU Unterallgäu im Mindelheimer Forum

Integration braucht Richtung und Ziel

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Staatssekretär Franz Pschierer hatte als Gastredner Thomas Kreuzer, den Fraktionsvorsitzenden der CSU im Landtag und Staatsminister a.D., nach Mindelheim eingeladen.

Mindelheim/Unterallgäu –  Nicht den „linken Multi-Kulti-Fantasien“ wolle man den Boden in Bayern und Deutschland überlassen, sondern den Migrantenstrom klar begrenzen, das Abarbeiten der Asylanträge beschleunigen und diejenigen, die keine Aussicht haben hier bleiben zu dürfen, rasch wieder zurückschicken - klare Worte fand Staatsminister a.D. Thomas Kreuzer beim Neujahrsempfang der CSU Unterallgäu im Mindelheimer Forum am heutigen Sonntagvormittag.

Wie es schon gute Tradition ist, hatte die CSU zum Empfang mit Weißwurst-Frühschoppen und Blasmusik eingeladen. Ob es an der derzeitigen Krise liegt, dass der große Saal im Forum bis auf den letzten Platz besetzt war, kann man nur vermuten. Freilich erwarten auch die Menschen im Unterallgäu - einer nach wie vor sehr starken und wirtschaftlich bestens aufgestellten Region - klare Bekenntnisse seitens der Politik, in welche Richtung es im gerade begonnenen Jahr denn gehen solle. Hier lieferten alle Redner deutliche Statements ab. Staatssekretär Franz Pschierer wiederholte seine Ansage vom Neujahrsempfang der Stadt Mindelheim wenige Tage zuvor, dass Integration eben nur gelingen könne, wenn es eine Begrenzung der Flüchtlingsströme gibt und die eigenen Traditionen und Werte im Freistaat nicht verleugnet würden. Für eine Wende in der Flüchtlingspolitik plädierte der Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke in seinem Grußwort. Man müsse nun „vom Schön-Wetter- in den Krisenmodus wechseln“. Auch Hausherr, Bürgermeister Dr. Stephan Winter sah den Flüchtlingszustrom kritisch - nicht zuletzt im Hinblick auf den Wohnungsmarkt, der in der Region aufgrund des wirtschaftlichen Wachstums ohnehin heiß umkämpft sei.
Festredner Thomas Kreuzer, Fraktionsvorsitzender der CSU im bayerischen Landtag, hatte neben der Migrationskrise die Förderung der Familien mit Wahlfreiheit in Sachen Kinderbetreuung, den Abbau von Bürokratie, die Stärkung der ländlichen Räume durch die Breitbandinitiative und mehr Spielraum für Wirtschaft und Unternehmen auf der Themenliste. Bei der Zuwanderung müsse man seitens der Politik an der Obergrenze festhalten. Hilfe durch Deutschland und Europa könne nicht bedeuten, dass man ganze Völker hierher umsiedle. Er stehe dazu, dass die internationale Allianz in Syrien den Terror bekämpfe. Es könne aber nicht sein, dass deutsche Soldaten dort ihren Kopf hinhalten, während junge syrische Männer in Deutschland sitzen. Freilich wolle man die Grenzkontrollen nicht auf Dauer in Europa, derzeit aber seien sie ein wichtiger Beitrag zur inneren Sicherheit. Auch könne man nicht zulassen, dass unsere Solidargemeinschaft ausgehöhlt werde. Kreuzer betonte, dass die in Bayern gewählten Politiker nunmal in erster Linie für die Menschen im Freistaat verantwortlich seien. Abschließend wandte er sich mit der Aufforderung an das Publikum: „Trauen Sie sich Ihre Meinung zu sagen! Wir müssen uns dem Meinungskampf stellen. Politik lebt von der Auseinandersetzung.“ von Andrea Friebel

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