Zwischen Nackenschlag und Heldenstatus

Mit Olympia-Held Patrick Reimer: Landkreis Unterallgäu ehrt 177 Sportler

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177 Sportler und 50 Vereinsvertreter wurden heuer vom Landkreis für ihre Leistungen bzw. stellvertretend für die ihrer Teams geehrt.
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177 Sportler und 50 Vereinsvertreter wurden heuer vom Landkreis für ihre Leistungen bzw. stellvertretend für die ihrer Teams geehrt.
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Stargast war Olympia-Medaillengewinner Patrick Reimer, der dem Landkreis hier ein ganz besonderes Autogramm hinterließ.
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Besondere Ehre auch für Landrat Hans-Joachim Weirather. Er wurde zu Beginn der Sportlerehrung selbst ausgezeichnet - für "besondere Verdienste im Sport" mit der Sportplakette in Silber des BLSV.
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Besondere Ehre auch für Landrat Hans-Joachim Weirather. Er wurde zu Beginn der Sportlerehrung selbst ausgezeichnet - für "besondere Verdienste im Sport" mit der Sportplakette in Silber des BLSV.
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Besondere Ehre auch für Landrat Hans-Joachim Weirather. Er wurde zu Beginn der Sportlerehrung selbst ausgezeichnet - für "besondere Verdienste im Sport" mit der Sportplakette in Silber des BLSV.
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Besondere Ehre auch für Landrat Hans-Joachim Weirather. Er wurde zu Beginn der Sportlerehrung selbst ausgezeichnet - für "besondere Verdienste im Sport" mit der Sportplakette in Silber des BLSV.
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Die Geehrten in der Kategorie "Ehrenamt"

Unterallgäu – Schwäbische, bayerische, süddeutsche oder gar deutsche Meistermeisterschaften – die Plattformen, auf denen die Unterallgäuer Sportler 2018 nicht nur glänzende Leistungen lieferten sondern ebenso glänzendes Edelmetall abräumten, können sich definitiv sehen lassen. Deshalb war es Landrat Hans-Joachim Weirather auch heuer wieder ein Anliegen, die herausragendsten Leistungen zu würdigen. Im Mindelheimer Forum bat er gemeinsam mit Ehrengast Patrick Reimer und dem BLSV-Kreisvorsitzenden, Uli Theophil, eine stolze Zahl von 177 Sportlerinnen bzw. Sportlern sowie Vertreter von 50 Teams auf die Bühne.

Eine Leistung herauszuheben, ist bei dieser Vielzahl an großen Erfolgen gar nicht so leicht. Auffällig aber ist, dass Medaillensätze in bestimmten Sportarten auch eng mit einem Vereinsnamen verbunden sind. Während beispielsweise der SV Breitenbrunn in der deutschen Geher-Szene stark vertreten ist, bewies der TSV Markt Wald 2018 einmal mehr seine Spitzenposition unter Schwabens Turnern. Ähnlich markant war es bei den Radfahrern, wo die Jungs von den Unterallgäuer Werkstätten und auch die Velo Club Mindelheim nicht nur mächtig viele Kilometer sondern auch reichlich Edelmetall sammelten.

Unter den Jugendlichen besonders erfolgreich: Der Volleyballnachwuchs des TV Bad Grönenbach, der in gleich drei Altersklassen schwäbischer Meister wurde oder auch der Reitnachwuchs aus Erkheim und Babenhausen, der auch auf schwäbischer Ebene zu überzeugen wusste.

Am Fußball führte auch diesmal freilich kein Weg vorbei: Im „König der Sportarten“ wurden wieder zahlreiche Meisterteams gekürt, darunter insbesondere im Nachwuchs viele Spielgemeinschaften.

Den zweifellos größten, sportlichen Unterallgäuer Erfolg aber lieferte ein Eishockeyspieler, zugleich der Ehrengast der Veranstaltung: Patrick Reimer, gebürtiger Mindelheimer und Olympia-Held von Pyeongchang. Bei den Winterspielen hatte er den Weg zum sensationellen deutschen Olympia-Silber bereitet, indem er das Viertelfinale gegen Schweden mit seinem Tor in der Verlängerung entschied. Danach kickte Schwarz-Rot-Gold mindestens genauso sensationell Kanada aus dem Turnier und scheiterte sogar im Finale nur hauchdünn an Russland. „Das war natürlich erstmal ein Nackenschlag“, meinte Reimer im Interview mit Landrat Weirather. Blitzschnell habe sich die Mannschaft nach der Schlusssirene aber zusammengerauft und sich gesagt: Es solle kein Bild mit Olympia-Silber um den Hals und zugleich hängenden Köpfen geben. Schließlich hatte das Team von Bundestrainer Marco Sturm doch gerade den größten Erfolg des deutschen Eishockeys verbucht.

Mit dabei war auch eine „prominent platzierte“ Mindelheim-Flagge die auch in sämtlichen Eishockey-Übertragungen aus Südkorea über die Bildschirme flimmerte. Reimers „Edelfans“ – seine Familie und Trauzeuge Felix Jäckle – hatten das Stück Stoff hinter den Toren und der Schutzscheibe angebracht. Weil die Maße eigentlich zu groß waren und die Reisegruppe „kurz vorm Gefängnis“ stand, wie Reimer im Forum scherzhaft meinte, durfte die Mindelheim-Flagge bei allen deutschen Partien hängen bleiben – nur im Schweiz-Spiel musste sie weg.

Noch heute denkt der 36-Jährige, der seine Karriere im Nationalmannschaftstrikot nach 105 Länderspielen beendet hat, noch stolz an Olympia zurück: „Das war grandios und immer der große Traum“ – insbesondere auch deshalb, weil die DEB-Auswahl die Spiele in Sotschi vier Jahre zuvor verpasst hatte und Reimer im fortgeschrittenen Sportler-Alter bangen musste, ob es für ihn überhaupt nochmal mit einer Olympiateilnahme klappen würde.

Ans Aufhören denkt er aber nach wie vor nicht. Solange „der Körper mitmacht“, wolle er weiterhin auf Torejagd gehen – aktuell für die Nürnberg Ice Tigers in der DEL. „Und wo siehst du dich in fünf Jahren?“, fragte Moderator Andreas Schales. Und Reimers Antwort darauf: „In Mindelheim.“

Marco Tobisch

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