»Personelle Nullrunde bei der Polizei«

Gewerkschaft der Polizei zu den versprochenen Neueinstellungen Unterallgäu (wk): Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Unterallgäu-Memmingen und stellvertretende Bezirksvorsitzende Schwaben Süd/West Peter Pytlik, sieht die versprochenen 1.300 Neueinstellungen bei der bayerischen Polizei als »Nullrunde im Personalhaushalt« und somit lediglich als Schönfärberei an, um die Missstimmung innerhalb der Polizei zu beruhigen. Seit Jahren weist die GdP und allen voran der Bezirksvorsitzende Schwaben Süd/West Werner Blaha, immer wieder auf die dringend nötigen Neueinstellungen unüberhörbar hin, aber bis heute haben die politisch Verantwortlichen die personelle Situation bei der Polizei nur schöngeredet. Die versprochenen Neueinstellungen reichen bei weitem nicht aus um die in den kommenden Jahren in Pension gehenden Beamten nach zu ersetzen. »Die 2009 und heuer eingestellten 1.000 jungen Polizisten und Polizistinnen stehen uns leider erst in den Jahren 2012 und 2013 nach Beendigung ihrer Ausbildung zur Verfügung. Bis dahin bleibt es bei der Personalmisere auf unseren Dienststellen«, so Blaha. »Der Wechselschichtdienst in einigen Inspektionen des Flächenpräsidiums Schwaben Süd/West erfüllt uns zunehmend mit Sorge. In kleineren Dienststellen ist die Regelstärke im Nachtdienst 3 Mann/Frau. Daran können auch flexible Dienstzeitmodelle nichts ändern.« In den kommenden Jahren gehen deutlich mehr Beamte in den Ruhestand, als Nachersatz auf die Dienststellen kommt. »Es wurde einfach zu spät auf die geburtenstarken Jahrgänge innerhalb der bayerischen Polizei reagiert. Wir können dies nicht als nachhaltige Personalpolitik bezeichnen«, so die beiden Gewerkschafter. Beispielhaft nennt Blaha die Ruhestandsabgänge 2011 für das PP Schwaben Süd/West von über 50 Beamten/innen. Nachersetzt wird zumindest im Frühjahr keine einzige Stelle. Die Erhöhung der Wochenarbeitszeit unter der Stoiber`schen Regierung hat die Bayerische Polizei 750 Stellen gekostet. Allein die damaligen Polizeidirektionen Krumbach und Kempten mussten mit 46 Stellen bluten. Die von der GdP seit Jahren geforderte Rückkehr zur 40-Stunden-Woche wird 2013 realisiert und erfordert logischerweise auch die zuvor »eingesparten« Stellen. »Diese aber politisch als zusätzliche Stellen darzustellen, halte ich schlichtweg für falsch«, so Blaha. »Die bayerische Polizei ist durch die politischen Fehlentscheidungen der letzten Jahre personell stark in Schieflage geraten, auch wenn wir innerhalb der Bundesrepublik besser dastehen als manch anderes Bundesland. Es wird aber auch in Bayern Jahre brauchen um die Situation wieder in den Griff zu bekommen.« Die mehr als unglückliche Entscheidung der Polizeireform habe weit über hundert Millionen gekostet und im Ergebnis rein gar nichts gebracht. Die jetzt angekündigte Nullrunde, Kürzungen der Einstiegsgehälter für Polizeianfänger und die Wiederbesetzungssperren vor allem auch im Tarifbereich nehmen den Polizeibeschäftigten die für ihren schweren Beruf unbedingt erforderliche Motivation. »Wenn hier nicht rechtzeitig ein Umdenken bei den politisch Verantwortlichen erfolgt und die Polizei weiterhin tot gespart wird, sehen wir als GdP ganz schweren Zeiten entgegen«, so die beiden GdP-Vorsitzenden abschließend.

Auch interessant

Meistgelesen

Prügelei in Türkheim: Drei Jugendliche legen sich mit Kampfsportler an
Prügelei in Türkheim: Drei Jugendliche legen sich mit Kampfsportler an
„Pfarrei der Woche“: Wörishofens Pfarrer Hartmann ab heute mehrfach live im Radio
„Pfarrei der Woche“: Wörishofens Pfarrer Hartmann ab heute mehrfach live im Radio
Nocker: »Wir verfügen über zwei top ausgebildete Kräfte«
Nocker: »Wir verfügen über zwei top ausgebildete Kräfte«
GROB: Umsatzrückgang von zehn Prozent - Bald Corona-Impfung im Betrieb?
GROB: Umsatzrückgang von zehn Prozent - Bald Corona-Impfung im Betrieb?

Kommentare