„Machen es so, dass es Euch gefällt“

Pläne für Kreuzerareal im Bad Wörishofer Stadtrat vorgestellt

Kreuzerareal Bad Wörishofen
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Das Kneipp-Kur-Hotel Kreuzer ist Geschichte. Hier möchte die Firma BiNova modernes und junges Wohnen realisieren.
  • Marco Tobisch
    vonMarco Tobisch
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Bad Wörishofen – Mit deutlichem Abstand war der Entwurf der Architekten Beer Bembé Dellinger im vergangenen Jahr aus dem Wettbewerb um die Pläne für das Kreuzerareal hervorgegangen. Im Herzen der Kneippstadt an der gleichnamigen Straße wartet ein Areal auf eine zukunftsfähige und nachhaltige Lösung. Nun durften die Architekten und der Geschäftsführer des Bauträgers, Willi Schmeh, die Pläne erstmals einer breiten Öffentlichkeit vorstellen. In der Stadtratssitzung ging es um die Billigung der Pläne und um den Beschluss für die Aufstellung des vorhabensbezogenen Bebauungsplans Kreuzerareal, gleichsam einem Startschuss für die weitere Entwicklung. Dabei machte Willi Schmeh klar, dass man als Bauträger realisieren werde, was Bürgern und Stadträten gefalle.

Man kann sich regelrecht begeistern dafür, wie sich die Architekten Bembé Dellinger die Zukunft des Kreuzerareals vorstellen. Junges und frisches Wohnen, Unikate, von einem Paradigmenwechsel gar hatte Willi Schmeh im November bei der Vorstellung des Siegerentwurfs gesprochen. Auf fünf Etagen soll individueller Wohnraum geschaffen werden neben Workspace und Büros. Gastronomie soll die vorbeieilenden ins Gebäude holen und am Abend nach dem Arbeitstag zum Verweilen einladen. Und das Ganze, so weit wie möglich, gebaut mit nachhaltigen Baustoffen, nämlich Holz.

Absichtlich vage

Entsprechend sah auch die Präsentation im Wörishofer Stadtrat aus, wo es diesmal weniger um den Siegerentwurf als solchen ging, sondern um das Drumherum. Müssen doch die Stadträte den Weg frei machen mit ihrer Zustimmung, dass die Pläne so auch Gestalt annehmen können, wobei Schmeh einen kleinen Ausblick gewährte auf das, was möglich sein könnte. Mit Absicht blieb der Geschäftsführer der BiNova Immobilien GmbH, die den Entwurf der Architekten gemeinsam mit der Oberstdorfer Baufirma Geiger umsetzen will, bei dem einen oder anderen Punkt im Vagen bzw. im Möglichkeitskonjunktiv. Etwa bei der Tiefgarage, die abhängig vom Baugrund auch zweigeschossig werden und damit auch die Stellplätze eines benachbarten Gebäudes aufnehmen könnte. Da hänge aber viel vom Gutachten ab, so Schmeh, muss doch der Stellplatz auch bezahlbar bleiben. Zwar kann man eine Tiefgarage auch im Grundwasser realisieren, aber nicht um jeden Preis. Dass für das Vorhaben, immerhin muss das Bestandsgebäude abgerissen werden, der eine andere Baum gefällt werden muss, versteht sich. Man könne aber die Baulogistiker der Firma Geiger erst einbinden, wenn die Pläne konkret vorliegen, versuchte Schmeh den Stadträten klar zu machen bei Fragen zum Erhalt des Baumbestandes im Innenhof, ebenso wie in der Kreuzerstraße.

Beachtliche Referenzen

Klar ist, dass sowohl die Firma Geiger als auch BiNova entsprechende Erfahrungen und die Expertise mitbringen, wie Schmeh anhand von Beispielen aus jüngster Zeit zeigen konnte, wo er bzw. die Firmen gefordert waren. Etwa bei einem Vorhaben in Waltenhofen, wo mit einer intelligenten Verkehrslenkung und rigiden Limits ein beachtlicher Erdaushub und entsprechender Lkw-Verkehr so gemeistert wurde, dass die Anwohner davon so gut wie nicht beeinträchtigt wurden. Oder die Rosenau, vielen als Spinnerei und Weberei an der Iller in Kempten vielleicht ein Begriff und heute ein Wohn- und Lebensraum, mit dem die Stadt im Oberallgäu Werbung für sich macht; die Liste der realisierten Objekte der Firma BiNova ist lang, wie auch die Aufzählung Schmehs im Stadtrat verdeutlichte. Immer aber konnte der Geschäftsführer des Bauträgers Vorzeigeprojekte benennen, wo vor allem die dahinterstehende Baufirma gezeigt hatte, was heutzutage machbar ist.

So nun auch im Kreuzerareal, wo vor allem Holz der beherrschende und bestimmende Baustoff sein soll. Dass es hierzu bislang nur wenig Wissen und Expertise gibt, macht die Nachfrage nach entsprechenden Fachkräften deutlich. Doch auch hier beschreitet man scheinbar neue Wege und sicheren Schrittes voran, glaubt man den Worten Schmehs.

So soll im Kreuzerareal, wenn die Baubewilligung vorliegt, vielleicht noch im kommenden Winter ein Gebäude entstehen, das bis auf die Tiefgarage, das Erdgeschoss und die Treppenhäuser – dies auch nur dem Brandschutz geschuldet – komplett aus Holz entstehen soll. Und während man sich dabei weitgehend auf die eigene Kompetenz in Sachen Holz, Statik und Bau verlässt, stellte Schmeh auf eine entsprechende Nachfrage der Stadträte klar, dass hinsichtlich der Fassade noch nichts in Stein gemeißelt sei. Man werde die Fassade so bauen, dass sie den Stadträten gefalle, so Schmeh. Ein Vorgehen, das viele Stadträte goutierten: Man bekomme nicht nur einen Entwurf vorgesetzt, dem man zustimmen oder den man ablehnen könne, sondern werde vielmehr in die Planungen eingebunden, so die Meinung einiger gegenüber dem Wochen KURIER.

„Gutes Gefühl“

Eine Vorstellung, die die meisten Stadträte mit Wohlwollen aufnahmen und entsprechend in ihren Kommentaren quittierten. So meinte etwa Doris Hofer, dass das Gebäude zeitgemäß und modern sei und für eine Belebung sorgen werde: „Ich glaub, das tut Bad Wörishofen richtig gut.“ Auch Christin Huber hatte eigener Aussage nach ein „gutes Gefühl“ mit dem Entwurf, man habe bewusst und mit Bedacht dieses Filetstück überplant. Hinsichtlich der Bauverwaltung bemerkte Bernhard Oberstaller, dass sich der Entwurf in die Umgebung einfüge. Es gehe aber nicht so sehr um die Details des Vorhabens, die im Laufe der Zeit immer noch geklärt werden können und müssen, sondern vor allem um den Startschuss. Es gehe um die Zustimmung für den Bebauungsplan, vorhabensbezogen und daher nicht für das gesamte Quartier, sondern nur für das Grundstück. Eine Zustimmung, die von allen anwesenden Stadträten auch kam, obwohl Paola Rauscher noch beklagt hatte, dass wieder etwas Altes abgerissen werde.

Oliver Sommer

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