Callcenterbetrüger geben sich als Angehörige aus

Polizei warnt: Schockanrufer sind wieder im Unterallgäu aktiv

Festnetztelefon
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Betrüger geben sich am Telefon oft als Familienmitglieder oder Bekannte aus und fordern Geld.

Unterallgäu - In letzter Zeit scheinen sich die betrügerischen Telefonanrufe in der Region wider zu häufen. Am Mittwoch wurden der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West verstärkt sogenannte „Schockanrufe“ gemeldet. In einem Fall im Unterallgäu erbeuteten die Täter einen fünfstelligen Bargeldbetrag.

Am Mittwochnachmittag wurde laut Polizei eine betagte Frau zuerst von ihrer angeblichen Tochter angerufen und dann an eine vermeintliche Polizistin und Staatsanwältin weitergereicht. Der Unterallgäuerin wurde am Telefon mitgeteilt, dass sich die Tochter in einer Notlage befände und sie, um diese vor dem Gefängnis zu bewahren, sofort Bargeld aufbringen müsse. Nachdem die Seniorin einen mittleren fünfstelligen Bargeldbetrag von der Bank abhob, übergab sie diesen auf einem Parkplatz an eine unbekannte Frau. Erst nach der Geldübergabe bemerkte sie, dass sie Betrügern aufgesessen war.

Polizei bittet um Hinweise

Die Kriminalpolizei Memmingen bittet Zeugen, die am 7. April im Zeitraum von 16 bis 17 Uhr im Bereich Uhlandstraße und Mozartstraße in Babenhausen verdächtige Beobachtungen gemacht haben, sich unter Telefon 08331/100-0 zu melden.

So funktioniert die Masche

Diese Anrufe setzen darauf, die geschockten Opfer zu unüberlegten Handlungen zu bewegen. Den Geschädigten wird vorgetäuscht, dass sich ein Verwandter oder naher Bekannter in einer Notlage oder Gefahr befände, die nur durch finanzielle Hilfe der Opfer abgewendet werden kann. Durch geschickte Gesprächsführung der Täter werden die Opfer psychisch unter Druck gesetzt und so zu unreflektierten Geldzahlungen gedrängt.

Insgesamt entstanden im Jahr 2021 im Polizeipräsidium Schwaben Süd/West durch Schockanrufer bereits Vermögensschäden in Höhe von knapp 100.000 Euro bei insgesamt drei erfolgreichen Taten. Im Vergleich dazu wurden im gesamten Jahr 2020 bei einem erfolgreichen Fall 10.000 Euro erbeutet. Die polizeilich registrierte Anzahl der „Schockanrufe“ ist im bisherigen Jahr 2021 bereits über vier Mal so hoch wie im gesamten Jahr 2020 (10 erfasste Fälle).

Das rät die Polizei

  • Seien Sie bei Anrufen von vermeintlichen Bekannten misstrauisch, wenn Geldforderungen gestellt werden. Legen Sie auf und rufen Sie selbst unter der Ihnen bekannten Nummer zurück.
  • Geben Sie generell am Telefon keine Auskunft über persönliche oder finanzielle Verhältnisse. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen.
  • Sprechen Sie mit Angehörigen, Verwandten und Bekannten über diese Betrugsmasche.
  • Falls Sie einen verdächtigen Anruf erhalten, informieren Sie unter der Notrufnummer 110 unverzüglich die Polizei.

wk

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