35-Jährige wurde umgebracht

Prozess um Messerangriff in Bad Wörishofen: Nebenklägerin ist tot

Eingang Landgericht und Staatsanwaltschaft Memmingen
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Ein Prozess am Memminger Landgericht dreht sich um eine Messerattacke in Bad Wörishofen. Eine Nebenklägerin wurde nun abermals Opfer eines solchen Angriffs.
  • vonAnna Müller
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Bad Wörishofen/Memmingen – Ein 48-Jähriger ist angeklagt, im Mai 2020 seine damalige Partnerin, deren Mutter und eine Nachbarin mit einem Messer attackiert und schwer verletzt zu haben. Seit Februar läuft deswegen der Prozess am Memminger Landgericht. Am Montag nun die erschreckende Nachricht: Die Ex-Partnerin des Angeklagten, die als Nebenklägerin im Prozess auftrat, ist tot.

Nicht mal ein Jahr, nachdem sie den Angriff überlebt hat, um den es am Landgericht aktuell geht, wurde die 35-Jährige in einer Arbeiterunterkunft in Bad Wörishofen erstochen. Der mutmaßliche Täter befindet sich in Untersuchungshaft. Der zuständige Sachbearbeiter der Polizei erklärte vor Gericht, dass die Ermittlungen in diesem neuen Fall noch laufen, es aber nach aktuellem Stand keine konkreten Hinweise gebe, dass der 48-jährige Angeklagte etwas mit dem Tod der Frau zu tun habe.

Sie hinterlässt eine neun Jahre alte Tochter. Um dem Mädchen eine Aussage vor Gericht zu ersparen, soll stattdessen im weiteren Prozessverlauf die Videoaufnahme ihrer Vernehmung bei der Polizei gezeigt werden.

Schon im Mai 2020 war die 35-Jährige in Bad Wörishofen mit einem Messer angegriffen worden und hatte schwer verletzt überlebt. Auch ihre Mutter und eine Nachbarin, die zu Hilfe geeilt war, trugen damals schwerwiegende und lebensbedrohliche Verletzungen davon. Der mutmaßliche Täter in diesem Fall aus dem vergangenen Jahr ist der 48-jährige Ex-Partner der 35-Jährigen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm versuchten Totschlag in zwei Fällen und versuchten Mord in einem Fall vor. Der Angeklagte schweigt zu den Tatvorwürfen. Jedoch habe er, wie der Vorsitzende der 1. Strafkammer erklärte, aus der Haft Briefe an die drei Opfer geschrieben, in denen er um Verzeihung bat.

Der Prozess zieht sich weiter in die Länge; es sind noch drei Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil soll voraussichtlich im Mai fallen. am

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