Prozessauftakt am Memminger Landgericht

64 Schläge und Tritte sollen in Bad Wörishofen zum Tod geführt haben

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In einem ehemaligen Bad Wörishofer Kurhotel soll sich im September 2018 ein Mord ereignet haben. Am Montag beginnt der Strafprozess gegen drei Angeklagte.

Bad Wörishofen – Am kommenden Montag, 3. Juni, beginnt am Memminger Landgericht der Prozess gegen drei Angeklagte wegen gemeinschaftlichen Totschlags. Ihnen wird vorgeworfen, im September 2018 in Bad Wörishofen einen 46-jährigen Bekannten ermordet zu haben (der Wochen KURIER berichtete).

Die grausige Geschichte hatte im vergangenen Jahr hohe Wellen geschlagen. Nachdem ein Anwohner der Polizei am Morgen nach der Tat den Fund einer Leiche gemeldet hatte, wurde eigens eine „EG Pension“ eingerichtet. Denn schon in einer ersten Stellungnahme hatte die Polizei davon gesprochen, dass der 46-Jährige durch „äußere Gewalteinwirkung“ ums Leben gekommen sei. Tatsächlich, das ist inzwischen bekannt, wurden mindestens 64 Schläge und Tritte festgestellt, die neben Rippenbrüchen zu einem Schädel-Hirn-Trauma und einer Nasenbeinfraktur führten. Wegen der massiven Kopfverletzungen sei es laut Landgericht zu Einblutungen in den Rachenraum gekommen. Der Geschädigte atmete das Blut ein, wodurch er erstickte.

Ausgeteilt haben diese Schläge laut der Anklage drei Männer im Alter von 33, 36 und 56 Jahren, die am Abend bzw. in der Nacht der Tat mit dem späteren Opfer in der Gemeinschaftsunterkunft Alkohol getrunken haben. Gegen 0.30 Uhr soll es zum Streit gekommen sein. „Die Angeklagten geben an, mit der Tötung nichts zu tun gehabt zu haben“, teilt das Gericht mit, das im Laufe der nächsten zehn Wochen insgesamt 50 Zeugen geladen hat. 

Marco Tobisch

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