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Mindelheim: Die Wiedergeburt des Amts-„Durahansls“

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Von: Marco Tobisch

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Mindelheim – Wer gedacht hatte, der Mindelheimer Fasching müsse heuer wegen Corona komplett ausfallen, sah sich allerspätestens am gestrigen Donnerstag getäuscht. Ein besonderer Schauplatz war am „Gumpigen“ das Landratsamt, wo erstmals nach 26 Jahren der „Durahansl“ wieder den Südeingang zierte. Zwei Stunden zuvor hatten der Durahaufa und die Mindelonia auch dem Mindelheimer Rathaus den obligatorischen Besuch abgestattet. 

Gumpiger Donnerstag Mindelheim Landratsamt Mindelonia Durahaufa
1 / 17Sie freuten sich über den Hanslaufzug am Landratsamt Unterallgäu (v. rechts): Landrat Alex Eder, Thomas Schwaighofer, Hans Schmeiser und Markus Frieß vom ­Durahaufa Mindlhoim sowie Alex Drahotta, Philipp Schwank und Jessica Meier von der ­Mindelonia. © Tobisch
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2 / 17Am Donnerstag um 11.11 Uhr wurde erstmals nach 26 Jahren wieder der „Durahansl“ am Landratsamtsgebäude aufgehängt. © Tobisch
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3 / 17Mindelheims Narren haben auch heuer wieder das Rathaus in Beschlag genommen. Auf dem Balkon überreichte Bürgermeister Dr. Stephan Winter den „Rathausschlüssel“ an Jessica Meier von der Mindelonia. © Tobisch
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4 / 17Mindelheims Narren haben auch heuer wieder das Rathaus in Beschlag genommen. Auf dem Balkon überreichte Bürgermeister Dr. Stephan Winter den „Rathausschlüssel“ an Jessica Meier von der Mindelonia. © Tobisch
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5 / 17Mindelheims Narren haben auch heuer wieder das Rathaus in Beschlag genommen. Auf dem Balkon überreichte Bürgermeister Dr. Stephan Winter den „Rathausschlüssel“ an Jessica Meier von der Mindelonia. © Tobisch
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6 / 17Mindelheims Narren haben auch heuer wieder das Rathaus in Beschlag genommen. Auf dem Balkon überreichte Bürgermeister Dr. Stephan Winter den „Rathausschlüssel“ an Jessica Meier von der Mindelonia. © Tobisch
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7 / 17Mindelheims Narren haben auch heuer wieder das Rathaus in Beschlag genommen. Auf dem Balkon überreichte Bürgermeister Dr. Stephan Winter den „Rathausschlüssel“ an Jessica Meier von der Mindelonia. © Tobisch
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8 / 17Mindelheims Narren haben auch heuer wieder das Rathaus in Beschlag genommen. Auf dem Balkon überreichte Bürgermeister Dr. Stephan Winter den „Rathausschlüssel“ an Jessica Meier von der Mindelonia. © Tobisch
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9 / 17Mindelheims Narren haben auch heuer wieder das Rathaus in Beschlag genommen. Auf dem Balkon überreichte Bürgermeister Dr. Stephan Winter den „Rathausschlüssel“ an Jessica Meier von der Mindelonia. © Tobisch
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10 / 17Mindelheims Narren haben auch heuer wieder das Rathaus in Beschlag genommen. Auf dem Balkon überreichte Bürgermeister Dr. Stephan Winter den „Rathausschlüssel“ an Jessica Meier von der Mindelonia. © Tobisch
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11 / 17Mindelheims Narren haben auch heuer wieder das Rathaus in Beschlag genommen. Auf dem Balkon überreichte Bürgermeister Dr. Stephan Winter den „Rathausschlüssel“ an Jessica Meier von der Mindelonia. © Tobisch
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12 / 17Mindelheims Narren haben auch heuer wieder das Rathaus in Beschlag genommen. Auf dem Balkon überreichte Bürgermeister Dr. Stephan Winter den „Rathausschlüssel“ an Jessica Meier von der Mindelonia. © Tobisch
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13 / 17Mindelheims Narren haben auch heuer wieder das Rathaus in Beschlag genommen. Auf dem Balkon überreichte Bürgermeister Dr. Stephan Winter den „Rathausschlüssel“ an Jessica Meier von der Mindelonia. Hans Schmeiser vom Durahaufa präsentierte ihn im Anschluss – sichtlich stolz und zur Freude aller Narren – auf dem Marienplatz. © Tobisch
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14 / 17Mindelheims Narren haben auch heuer wieder das Rathaus in Beschlag genommen. Auf dem Balkon überreichte Bürgermeister Dr. Stephan Winter den „Rathausschlüssel“ an Jessica Meier von der Mindelonia. Hans Schmeiser vom Durahaufa präsentierte ihn im Anschluss – sichtlich stolz und zur Freude aller Narren – auf dem Marienplatz. © Tobisch
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15 / 17Mindelheims Narren haben auch heuer wieder das Rathaus in Beschlag genommen. Auf dem Balkon überreichte Bürgermeister Dr. Stephan Winter den „Rathausschlüssel“ an Jessica Meier von der Mindelonia. Hans Schmeiser vom Durahaufa präsentierte ihn im Anschluss – sichtlich stolz und zur Freude aller Narren – auf dem Marienplatz. © Tobisch
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16 / 17Mindelheims Narren haben auch heuer wieder das Rathaus in Beschlag genommen. Auf dem Balkon überreichte Bürgermeister Dr. Stephan Winter den „Rathausschlüssel“ an Jessica Meier von der Mindelonia. Hans Schmeiser vom Durahaufa präsentierte ihn im Anschluss – sichtlich stolz und zur Freude aller Narren – auf dem Marienplatz. © Tobisch
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17 / 17Mindelheims Narren haben auch heuer wieder das Rathaus in Beschlag genommen. Auf dem Balkon überreichte Bürgermeister Dr. Stephan Winter den „Rathausschlüssel“ an Jessica Meier von der Mindelonia. © Tobisch

Klar, Mindelheims Narren hätten am Gumpigen Donnerstag (unter normalen Umständen) liebend gerne einen rappelvollen Marienplatz gesehen. Wer in den Jahren vor Corona nach einem erfolgreichen Rathaussturm und dem anschließenden bunten Umzug aus dem Rathaus blickte, konnte das Pflaster das Marienplatzes aufgrund der großen Menschentraube kaum mehr sehen. Solche Momente närrischer Ausgelassenheit vermisse man schon sehr schmerzlich, erzählten dem Wochen ­KURIER mehrere Vertreter des Durahaufa und der Mindelonia.

Ohne Forderungen zum Rathausschlüssel

Sie ließen es sich am gestrigen Donnerstag dennoch nicht nehmen, Bürgermeister Dr. Stephan Winter den Rathausschlüssel abzuluchsen. Gemeinsam mit Vertretern beider Mindelheimer Faschingsvereine trat Bürgermeister Winter gegen 11 Uhr mit schwarzem Zylinder auf den Rathausbalkon – wobei der Bürgermeister im Grunde „keinem offiziellen Rathaussturm“ ausgesetzt war, wie Thomas Schwaighofer vom Durahaufa erklärt. Denn die üblichen zehn Forderungen, mit denen der Bürgermeister den Rathaussturm abwenden kann, stellte der Faschingsverein heuer gar nicht. So drückte Winter den symbolischen Schlüssel in die vertrauensvollen Hände von Mindelonia-Gardemajorin ­Jessica Meier. Mit den Schlachtrufen „Dur und dur narrad“ und „Eviva Mindelonia“ wurde die „Machtübernahme“ der Narren im Rathaus besiegelt.

Neben dem gemeinsamen Weißwurstfrühstück stand für die Vereine noch ein weiterer bedeutsamer Termin auf der Agenda – einer, der bislang nicht im traditionellen Gumpigen-Tagesablauf vorkam aber schon bald zur Tradition werden soll: Um 11.11 Uhr wurde nämlich auch am Südeingang des Landratsamtes der „Durahansl“ aufgezogen. Dort hängt er nun zum zweiten Mal nach 1996.

Wie es dazu kam? Wie der Kreis­chronik zu entnehmen ist, hatte ein Sturm im Jahr 1994 dem „Durahansl“ am Oberen Tor arg zugesetzt. Der Landkreis – damals unter Landrat Dr. Hermann Haisch – erwarb die Reste der Turmfigur. Am 15. Februar 1996 thronte der Durahansl erstmals am Südeingang des Landrats­amtes. Doch weil man seinerzeit Sicherheitsbedenken hatte, blieb der „Hanslaufzug“ am Amtsgebäude vorerst eine Eintagsfliege.

Dass der Hansl (neben seinem Stammplatz am Oberen Tor) einst auch eine Fassade außerhalb der Innenstadt schmückte, rief Mitte Februar die Instagram-Seite „mn_classicpics“ in Erinnerung. „Ehrenplatz für den vom Winde verwehten Durahansl“, titelte der Seitenbetreiber. Das ­Retro-Foto aus den 90ern entdeckte schließlich auch Landrat Alex Eder, der Neuigkeiten der Instagram-Seite abonniert hat. Eder habe daraufhin alle Hebel in Bewegung gesetzt, um das Banner, das noch in Besitz des Landratsamtes sein musste, ausfindig zu machen.

Hausmeister Hoffmann bringt Klarheit

Weder beim Bauhof noch beim Frundsberg Festring habe man den „Hansl“ allerdings aufspüren können, erklären Vertreter des Durahaufa im Gespräch. Und so war es einem Zufall zu verdanken, dass das verschollene Kunststück, das der Mindelheimer Malermeister Hubert Schwank einst gestaltet hatte, wieder auftauchte: Als Landratsamt-Hausmeister Christian Hoffmann seinen Chef Alex Eder zu einem Termin fuhr, erkundigte sich Eder, ob nicht Hoffmann etwas zum Verbleib des „Durahansl“ wüsste. Und landete damit einen Treffer: Hoffmann erinnerte sich, dass das Banner über die Jahrzehnte hinweg in der Tiefgarage aufbewahrt wurde und so kam der „Hansl“ nach 26 Jahren wieder ans Tageslicht.

Der Hanslaufzug am Landrats­amt könnte nun sogar zur guten Tradition werden und auch künftig den Eingang schmücken. Der Durahaufa würde, so erklärten Vereinsvertreter im Gespräch mit Landrat Eder, den „Hansl“ gerne am Eingang zur Bad Wörishofer Straße sehen – und die Figur somit noch prominenter platzieren. Doch das geht offenbar wegen des Not­ausgangs nicht.

Im Rahmen des Hanslaufzugs trafen sich neben etwa 20 Vertretern der Faschingsvereine auch rund 30 Mitarbeiter des Landrats­amtes vor dem Südeingang. Landrat Eder erklärt: „Mit dem Aufziehen des Durahansls wollten wir ein bisschen Faschingsstimmung verbreiten.“ Dabei betonte der Kreischef aber auch, dass man es angesichts von Corona und der ­Situation in der Ukraine mit dem Feiern nicht übertreiben wolle.

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