Damit die Mindelheimer sich zuhause wohlfühlen

Raumausstattung Eugen Gonser feiert 100-Jähriges am Marienplatz

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Eugen Gonser, hier mit Kollegin Iris Mailinger, feiert heuer ein ganz besonderes Jubiläum.

Mindelheim – Raumausstatter Eugen Gonser darf heuer ein ganz besonderes Jubiläum feiern: das 100-Jährige. Die bemerkenswert lange Tradition des Familienbetriebs reicht eigentlich noch ein paar Jahre weiter zurück, aber 1919 erfolgte der Umzug von der Teck- in die Maximilianstraße, wo die Experten für Stoffe und Inneneinrichtung seither am Marienplatz beheimatet sind. Sie sorgen seit mehr als einem Jahrhundert dafür, dass die Mindelheimer sich in den eigenen vier Wänden wohlfühlen – und das seit kurzem auch mit einigen außergewöhnlichen Angeboten.

Aber erstmal zur Kernkompetenz: Diese ist, wie auch der Unternehmensname verrät, die Raumausstattung. Wer einen neuen Boden verlegen oder Polster erneuern lassen will, nach einer moderneren Tapete oder schicken Vorhängen sucht, ist hier goldrichtig. In den Anfängen habe es noch weitere Bereiche gegeben, bei denen es heutzutage aber andere Anforderungen gebe, wie Gonser verrät: Als Beispiel nennt er Kinderwagen oder Matratzen, die damals noch aus Kapok handgefertigt waren – ein Aufwand, der in der heutigen Zeit nicht mehr bezahlbar wäre, meint Gonser. Wieder im Kommen seien derweil Tapeten, nachdem in den letzten Jahrzehnten an Wänden meist Schicht über Schicht gestrichen wurde. Besonders Bildtapeten, auf denen man tolle Landschaften oder sogar eigene Fotos auf großer Fläche darstellen kann, seien im Trend. Auch Gonser selbst hat inzwischen ein umfangreiches Bildarchiv zu bieten, bei dem seine Söhne Maximilian und Marius ganze Arbeit geleistet haben. Eine ihrer Leidenschaften ist nämlich die Fotografie, sodass sie ihren Vater regelmäßig mit neuen Motiven versorgen.

Möglichkeiten dafür bieten auch Gonsers Italienurlaube, die ihn darüber hinaus auch dazu veranlasst haben, sein Sortiment zu vergrößern. So gibt es bei ihm am Marienplatz inzwischen auch italienischen Kaffee und – seit letztem Jahr neu – besonderen Lambrusco. Seinen Ursprung hat der Wein in Maranello (bei Modena). Winzer Alberto Pezzuoli kennt er schon seit rund 20 Jahren. Immer wieder hatte der Raumausstatter das ein oder andere Fläschchen aus dem Urlaub mit nach Mindelheim gebracht und an Bekannte verschenkt. Weil diese vom Geschmack des edlen Tropfens stets begeistert waren, kam Gonser die Idee, den Lambrusco auch im Laden am Marienplatz anzubieten. Der Startschuss für das Angebot ist bereits gefallen: Bei der Altstadtnacht im vergangenen September konnten die Besucher sich durch die verschiedenen Sorten durchprobieren. Besonders der trockene Lambrusco sei dort sehr gut angekommen, weshalb Gonser auch bei der diesjährigen Auflage der Altstadtnacht präsent sein will – mit Emma Hartmann an seiner Seite, die für die musikalische Umrahmung sorgt.

Auch Moreno-Kaffee kann man bei Raumausstattung Eugen Gonser kaufen, denn auch für diesen hat der Firmenchef einen Kontakt in Italien. Und sogar Shishas, die beliebten Wasserpfeifen, können Kunden inzwischen samt Zubehör in der Maximilianstraße 30 erwerben.

Das Gebäude am Marienplatz in den Anfangsjahren.

Solche Angebote waren zu Zeiten der Betriebsgründung unter Urgroßvater Eugen Gonser wohl noch undenkbar. Er hatte den Laden damals eröffnet, seinerzeit noch als Tapezierer. Dass auch die beiden darauffolgenden Eugen Gonsers als Tapezierer tätig waren, das dokumentieren ihre Meisterbriefe, die im Laden am Marienplatz eingerahmt an der Wand hängen. Wer heutzutage in ihre Fußstapfen treten will, muss allerdings Raumausstatter lernen – so lautet inzwischen die Berufsbezeichnung. Besonders schätzt Gonser die Vielseitigkeit seines Jobs: „Es passiert jeden Tag etwas anderes.“ Und auch vom Internet-Boom bleibt seine Branche bislang weitestgehend verschont. Teppiche und Stoffe seien Produkte, „die Kunden auch in der heutigen Zeit noch gerne anfassen“. Hier zähle noch die Beratung vor Ort. Und wenn Gonser gerade auf einem Termin sei, etwa beim Tapezieren, packen auch Vater und Mutter noch tatkräftig mit an. Vater Eugen hatte im Betrieb schon mit 15 Jahren seine Lehre gemacht – heuer wird er stolze 80 Jahre alt, sodass die Familie Gonser 2019 gleich zwei besondere Anlässe zu feiern hat.

Marco Tobisch

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