Seit Jahrzehnten engagiert für Menschen mit Behinderung

Robert Antretter: Der "Anwalt der Schwächeren" wird heute 80

+
Robert Antretter im Januar beim Neujahrsempfang im Mindelheimer Forum

Mindelheim – Robert Antretter, ehemaliger Mindelheimer und Ehrenvorsitzender der Bundesvereinigung Lebenshilfe feiert am heutigen Dienstag seinen 80. Geburtstag. Antretter, der inzwischen im schwäbischen Backnang lebt, war von 1980 bis 1998 SPD-Abgeordneter im Deutschen Bundestag. Von 2000 bis 2012 stand er als ehrenamtlicher Bundesvorsitzender an der Spitze der Lebenshilfe, die sich seit mehr als 60 Jahren für Menschen mit Behinderung und deren Familien engagiert.

Seine Nachfolgerin, die Bundestagsabgeordnete und frühere Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, sagt über Robert Antretter: „Er setzt sich noch heute vielfältig dafür ein, dass Menschen mit Behinderung nicht abgewertet und diskriminiert werden.“

Der frühere Vizepräsident der Parlamentarischen Versammlung des Europarats trat sowohl im Deutschen Bundestag wie auf europäischer Ebene stets entschieden für das Lebensrecht ungeborener, alter, kranker und behinderter Menschen ein und wurde dafür von Papst Johannes Paul II. zum Ritter und von Papst Franziskus zum Komtur des Gregoriusordens ernannt. Der Verein „Ärzte für das Leben“ berief Antretter jüngst in seinen Beirat.

Motor für Inklusion

In die Amtszeit von Antretter fielen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, das Menschen mit Behinderung und andere Minderheiten vor Diskriminierung schützt, und die UN-Behindertenrechtskonvention. Dieses Vertragswerk der Vereinten Nationen ist seit 2009 treibender Motor für Inklusion und Teilhabe in Deutschland – und auch das Grundsatzprogramm der Lebenshilfe aus dem Jahr 2011 fußt auf der UN-Behindertenrechtskonvention. Unter seinem Vorsitz setzte sich die Lebenshilfe verstärkt kritisch mit dem Thema Spätabtreibungen auseinander und konnte Verbesserungen beim Schwangerschaftskonfliktgesetz erreichen.

Lob aus der Heimat

Stolz darüber zeigt sich deshalb auch Mindelheims Bürgermeister Dr. Stephan Winter, „dass ein ehemaliger Mindelheimer diesen Weg gegangen ist und für unsere Gesellschaft so enorm viel geleistet hat und es freut mich sehr, dass Robert Antretter unserer Einladung als Festredner beim Neujahrsempfang der Stadt gefolgt ist.“ Dort hatte Antretter auch zahlreiche Anekdoten aus seiner „alten Heimat“ Mindelheim erzählt – aber seine Zuhörer auch „zum Nachdenken gebracht und ermutigt, skeptisch und wachsam zu bleiben“, wie Dr. Winter sagt. „Mit seinem 35-jährigen Einsatz für Lebensschutz und Lebensrecht hat er Herausragendes geleistet, auf Hilfsbedürftigkeit aufmerksam gemacht und sich aktiv in politischen und kirchlichen Gremien eindrucksvoll engagiert. Als ‚Anwalt der Schwächeren‘ hat Robert Antretter sich unermüdlich für Menschen mit Behinderung eingesetzt“, lobt Dr. Winter den 80-Jährigen.

hal/mt

Auch interessant

Meistgelesen

Zum Engpass im Wörishofer Steueramt: Nur Fragen aber kaum Antworten
Zum Engpass im Wörishofer Steueramt: Nur Fragen aber kaum Antworten
Wie die Katze, die ihren Schwanz fängt
Wie die Katze, die ihren Schwanz fängt
Neue Partyserie geplant: Bald Schluss mit "toter Hose" in Türkheim?
Neue Partyserie geplant: Bald Schluss mit "toter Hose" in Türkheim?
Bedienung der Bad Wörishofer Parkscheinautomaten verbessert
Bedienung der Bad Wörishofer Parkscheinautomaten verbessert

Kommentare