Polizei muss Feiern auflösen

Schulpartys: Corona tritt bei Abschlussklässlern mächtig auf die Spaßbremse

+
Zuletzt wurde an einigen Seen in der Region der Schulabschluss gefeiert. Die Polizei hatte alle Hände voll zu tun, stieß aber auch auf einsichtige Jugendliche.

Unterallgäu – Ein lautstarkes „Abi, Abi, Abi, Abitur“, nach den Prüfungen die Sau raus lassen und Bier in Strömen: Was nach dem erfolgreichen Schulabschluss wohl schon immer gang und gäbe war, muss wegen Corona heuer pausieren. Nicht alle Jugendlichen halten sich aber daran, wie die Polizei zuletzt feststellen musste.

Die lange Lernzeit ist vorüber, der Druck der Vorwochen fällt von einem ab und ein neuer Lebensabschnitt steht quasi schon bevor. Diesen Moment mit Mitschülern – in vielen Fällen auch mit Abschieden verbunden – mit einer ausgiebigen Feier und einigen Kaltgetränken zu verbinden, diesen Wunsch kann man den jungen Menschen kaum verübeln. Nach derzeitigem Stand der Corona-Beschränkungen sind solche Partys allerdings verboten.

Nur mit Konzept

Zwar darf wieder mit 100 Personen unter freiem Himmel und 50 in geschlossenen Räumlichkeiten gefeiert werden – allerdings unter Auflagen: Nur ein „absehbarer Teilnehmerkreis“ dürfe laut Polizei mit von der Partie sein; außerdem muss der Veranstalter dem Landratsamt auf Verlangen ein Schutz- und Hygienekonzept vorlegen können.

Zu unterscheiden sei eine solche genehmigte Veranstaltung laut Polizei von einem „gemeinsamen Aufenthalt im Öffentlichen Raum“ – wozu unter anderem die jüngsten, spontan abgehaltenen Schulpartys an mehreren Baggerseen in der Region zählten. Hier dürfen sich nach wie vor nur Gruppen von bis zu zehn Personen treffen.

Über 150 Partygäste in Attenhausen

Auch die Polizeiinspektionen Mindelheim und Bad Wörishofen mussten zuletzt Baggersee-Partys auflösen: Besonders über die Stränge geschlagen wurde in Attenhausen (Sontheim), wo die Mindelheimer Polizei zum Baggersee gerufen wurde – unter anderem auch wegen Handgreiflichkeiten. Vor Ort fanden die Beamten eine Party mit über 150 Feiernden vor, die schnell aufgelöst wurde. Kurios dabei auch: Eine Streifenbesatzung musste feststellen, dass während des Einsatzes das vordere Autokennzeichen abgerissen und das hintere beschädigt wurde. Der Übeltäter war aber schnell gefunden: Offenbar war der Polizei ein Video von einem anderen Partygast zugespielt worden, auf dem ein 18-jähriger Memminger das Kennzeichen in die Kamera hält.

Auch in Amberg wurde letzte Woche gefeiert. Hier fand die Wörishofer Polizei zwei Gruppen mit jeweils mehr als 30 Feiernden vor, die „sogar weit entfernte Nachbarn“ mit ihrem Partylärm aufgeweckt hätten, schildern die Beamten. Die Jugendlichen hätten sich aber größtenteils einsichtig und kooperativ gezeigt, ihren Müll beseitigt und den Nachhauseweg angetreten.

„Die Polizei appelliert an alle Schülerinnen und Schüler, sich im Kampf gegen das Virus solidarisch zu zeigen und keine unorganisierten Schulabschlussfeiern im öffentlichen Raum abzuhalten“, teilt ein Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West mit. Auch weiterhin wolle man die Einhaltung der Corona-Regeln „besonnen und mit viel Fingerspitzengefühl“ kontrollieren.

wk

Auch interessant

Meistgelesen

Mindelheimer SPD in die Hände der nächsten Generation übergeben
Mindelheimer SPD in die Hände der nächsten Generation übergeben
Kommentar: Ein stiller Aufschrei einer sonst so lauten Branche
Kommentar: Ein stiller Aufschrei einer sonst so lauten Branche
Trotz Corona-Pandemie gibt es erste Lichtblicke auf dem Arbeitsmarkt
Trotz Corona-Pandemie gibt es erste Lichtblicke auf dem Arbeitsmarkt
Ungewöhnliche Ausstellung: Wie ein nachhaltiger Musterschreibtisch aussehen kann
Ungewöhnliche Ausstellung: Wie ein nachhaltiger Musterschreibtisch aussehen kann

Kommentare