Weichenstellung für die Unterallgäuer Landwirtschaft

Schulschließung: CSU und JWU wollen Qualitätsverlust am Landwirtschaftsamt verhindern

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Die Schließung der Landwirtschaftsschule ab 2022 gilt inzwischen als sicher. CSU und JWU fordern auch weiterhin eine digitale Lösung für Unterallgäuer Schüler und wollen einen Qualitätsverlust am Landwirtschaftsamt vermeiden.

Mindelheim – Dass die Mindelheimer Landwirtschaftsschule in ihrer jetzigen Form keinesfalls über 2022 hinaus bestehen wird, das gilt seit dem Gespräch zwischen Landrat Alex Eder samt 22-köpfiger Delegation mit Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber in München als sicher. Im Nachgang dazu fordert die Kreistagsfraktionen von CSU und JWU nun alle verantwortlichen Politiker im Unterallgäu dazu auf, sich intensiv für die langfristige Sicherung des Unterallgäuer Landwirtschaftsamtes einzusetzen. Zudem müssten nun alle Anstrengungen darauf verwendet werden, dass Vertreter aus dem Unterallgäu bei der zugesagten Digitalisierungsoffensive der Landwirtschaftsschulen intensiv eingebunden werden, heißt es in einer Pressemitteilung der Fraktionen.

Denn gerade die Region Mittelschwaben gehöre zu den eindeutigen Verlierern der bayernweiten Schulreform, teilt der CSU-Kreisverband mit. Das von der Landwirtschaftsverwaltung selbst festgelegte Ziel, wonach jeder Studierende zur nächsten Schule maximal 40 Kilometer Entfernung haben dürfe, werde in dieser Region für ganze Landkreise nicht erreicht. Daher zeigten sich die CSU- und JWU-Kreisräte auch verwundert und verärgert darüber, dass beim jüngsten Gespräch im Ministerium mit Vertretern aus dem Unterallgäu keinerlei Bereitschaft bestand, die Schulschließung durch eine digitale Kooperation der Standorte Mindelheim und Kaufbeuren zu verhindern. „Für Mindelheim hat es sich vor allem als Nachteil erwiesen, dass hier nicht wie etwa in Kaufbeuren ein ‚grünes Zentrum‘ geschaffen wurde, an dem sich Behörden und bäuerliche Selbsthilfeorganisationen räumlich bündeln“, so der CSU-Kreisverband.

Die verbleibenden Schulstandorte müssten nun modern und digital ausgebaut werden. Am Ende dieses Prozesses fordern die Kreisräte für die Unterallgäuer Bauern, dass die Weiterbildung an den Landwirtschaftsschulen wenigstens zum Teil über digitale Vernetzung von zuhause aus möglich ist. Nur so bleibe diese wichtige Art der Weiterbildung für den Nachwuchs attraktiv.

Wie wird künftig vernetzt?

Doch auch für das Landwirtschaftsamt Mindelheim als Ganzes sehen die CSU- und JWU-Vertreter Handlungsbedarf. „Es ist nun zu befürchten, dass sich im Unterallgäu die Agrarverwaltung und Bauernschaft voneinander entfremdet“, so der CSU-Fraktionsvorsitzende Andreas Tschugg. Denn die Landwirtschaftsschule bot bisher den Rahmen, in dem sich die Vertreter der Unterallgäuer Agrar-, Veterinär-, Forst- und Naturschutzverwaltung frühzeitig mit den künftigen Betriebsleitern im Schulunterricht vernetzen konnten. Da diese Möglichkeit nun wegfalle, müssen laut Tschugg neue Formen der frühzeitigen Kontaktaufnahme gefunden werden. Denn die heimische Landwirtschaft sei mehr denn je auf eine vertrauensvolle und praxisorientierte Zusammenarbeit mit der Verwaltung angewiesen. Die beiden Kreistagsfraktionen fordern daher nach wie vor, dass auch Mitarbeiter des Mindelheimer Landwirtschaftsamtes an den umliegenden Landwirtschaftsschulen unterrichten können. Durch das Aus der Schule dürfe sich nicht die Beratungsqualität am Amt verschlechtern.

Ferner müsse die Kreispolitik darum kämpfen, dass sich der Freistaat nicht noch mehr aus der Bildungsarbeit im Unterallgäu zurückzieht, sondern sich künftig wieder stärker in der Schulpolitik engagiert. Beispielsweise sind im Unterallgäu sämtliche weiterführende Schulen in Ottobeuren (Realschule, Gymnasium) in Mindelheim (beide Realschulen, Gymnasium) und in Bad Wörishofen (Wirtschaftsschule, FOS/BOS) in kommunaler bzw. kirchlicher Trägerschaft, was bayernweit gesehen auch einmalig sein dürfte.

wk

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