Eigene Landkreis-Regeln für Schul-Maskenpflicht?

Seit heute Risikogebiet: Unterallgäuer Corona-Ampel erstmals auf Rot

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Unterallgäu - Es hatte sich angedeutet, seit heute ist es soweit: Wie in zahlreichen anderen Ecken in Deutschland und der Region steigen die Corona-Fallzahlen und damit auch die 7-Tage-Inzidenz. Im Unterallgäu hat dieser Wert nun erstmals die 50 überschritten, sodass die "Systemampel" der Landesregierung erstmals auf "Rot" steht.

108 Unterallgäuer sind aktuell nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, der Inzidenzwert erreicht damit im Landkreis seinen vorläufigen Höchststand bei 59,17. Was sich dadurch im Landkreis in Sachen Beschränkungen ändert?

Auf Basis der bereits bewährten Systemampel hatte die bayerische Staatsregierung Ende letzter Woche neue Beschlüsse gefasst: Ist der Inzidenzwert höher als 50, müssen künftig nicht nur die Schüler weiterführender Schulen ab der 5. Klasse (wie bei Stufe gelb zwischen Inzidenzwert 35 bis 50), sondern auch Grundschüler Masken im Unterricht tragen - „mit dem Ziel, so lange wie möglich Schulen und Kitas geöffnet zu lassen“, so Markus Söder, was auch für Gastronomie und Einzelhandel gilt. Ein Alkoholverkaufsverbot an Tankstellen sowie ein generelles Alkoholverbot an öffentlichen Plätzen gilt ab 22 Uhr und private Feiern sind auf fünf Personen oder zwei Hausstände begrenzt – egal ob daheim oder im öffentlichen Raum. Veranstaltungen mit Hygienekonzept wie Gottesdienste, kulturelle Veranstaltungen und Sportveranstaltungen sind nicht betroffen.

Maskenpflicht an den "Hot Spots"

Zudem gilt bayernweit bei Stufe "Rot" auch eine Maskenpflicht an stark frequentierten Orten wie Fußgängerzonen, allen öffentlichen Gebäuden und am Arbeitsplatz, sofern kein Abstandhalten möglich ist (beispielsweise in Fahrstühlen, Kantinen, Eingangsbereichen). Welche Orte im Unterallgäu als "stark frequentiert" gelten, dazu hat am Nachmittag eine Koordinationsgruppe im Landratsamt. Das Ergebnis, wie das Landratsamt nun mitteilte: "Wo Menschen dicht oder länger zusammenkommen, muss eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. So gilt die Maskenpflicht zum Beispiel bei Veranstaltungen, bei der Arbeit oder in öffentlichen Gebäuden." Konkrete Straßen oder Plätze sind also vorerst nicht betroffen.

Regelungen für Kindertagesstätten sind in der Infektionsschutzverordnung nicht enthalten. Hier sieht das Landratsamt vor, dass eine funktionelle Trennung der Gruppen vorgenommen werden muss. Die Regelung soll verhindern, dass unter Umständen komplette Einrichtungen schließen müssen. Eine Mund-Nasen-Bedeckung in den Kindertagesstätten wird empfohlen, ist aber nur vorgeschrieben, wenn der Mindestabstand von 1,5 Meter zu anderen Erwachsenen nicht eingehalten werden kann.

Ausnahmeregelung an den Schulen?

Hoffnung außerdem für die Schüler: Bei der Maskenpflicht im Unterricht will das Landratsamt Unterallgäu eine Ausnahmeregelung erreichen. "Diese muss jedoch vorab mit der Regierung von Schwaben und dem Gesundheitsministerium abgestimmt werden. Werden die Schüler in einem festen Klassenverbund unterrichtet, soll die Mund-Nasen-Bedeckung im Unterrichtsraum abgenommen werden dürfen - so wie dies zuletzt in der eigenen Verordnung des Landratsamts geregelt war", heißt es vom Landratsamt. Solange die Ausnahme nicht genehmigt ist, gilt aber die Maskenpflicht.

jz/mt/rus

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