Nur wenige Plätze übrig

Situation in den  Mindelheimer Kindergärten weiter angespannt

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Durch die neue Blumengruppe des Christoph-Schreiner-Kindergartens haben weitere 25 Kinder nun einen Betreuungsplatz.

Mindelheim – Noch können Eltern ihre Kinder problemlos in den Mindelheimer Kindergärten unterbringen, wie es im Jugend-, Kultur- und Sozialausschuss hieß. Allen Wünschen der Eltern bezüglich der Örtlichkeit könne man aber nicht gerecht werden, da nur noch wenige Plätze übrig seien, berichtete Ute Bergmaier.

Dies sei auch nur eine Momentaufnahme, denn durch den Zuzug nach Mindelheim wisse man nicht, was einen erwartet. „Es können übermorgen drei kinderreiche Familien zuziehen“ und die Situation sehe wieder ganz anders aus, weiß Bürgermeister Dr. Stephan Winter. Da weiterer Handlungsbedarf bestehe und der Krippenbereich anders als der Kindergarten keinen Puffer mehr habe, müsse an einer zusätzlichen Krippengruppe gearbeitet werden. „Das Angebot muss man ausbauen und nicht verknappen“, sagte Winter.

Die neue Blumengruppe im Christoph-Schreiner-Kindergarten ist mit 25 Kindern bereits belegt. Daran erkenne man, dass die Gruppe dringend notwendig war, sagte Bergmaier. Auch bei den Mindelzwergen sind Plätze hinzugekommen, die den Bedarf bis zur Fertigstellung der zusätzlichen Krippengruppen im Marcellin-Champagnat-Kindergarten abdecken sollen.

Längere Öffnungszeiten

Mehmet Yesil (SPD) wünscht sich zudem flexiblere und arbeitsfreundlichere Öffnungszeiten der Kitas. Da viele Mütter berufstätig sind, können manche auch erst um 18 Uhr ihr Kind wieder abholen. Zur Zeit haben die Kindergärten von 7 bis 16.30 Uhr geöffnet. Winter sieht es problematisch, wenn durch längere Öffnungszeiten ein Schichtdienst entsteht. Durch die versetzten Arbeitszeiten bräuchte man doppelt so viele Angestellte, was aufgrund des Personalmangels nicht machbar wäre, wie Winter erklärte. „Ich kann das Personal nicht nach oben fahren“, so Winter. „Wir brauchen zusätzliche Leute, die die Randzeiten abdecken. Für ein bis drei Kinder ist das aber nicht wirtschaftlich.“ Der Nachmittag sei sowieso schwer zu besetzen, ist Bergmaier der Meinung. Doch der Trend zu längeren Öffnungszeiten sei eindeutig zu erkennen, sagte Yesil.

2005 habe man noch überhaupt keine Krippe gebraucht, erinnerte sich Winter. Mindelheim sei aber als familienfreundliche Stadt auf einem guten Weg, versicherte Ursula Kiefersauer (CSU). Nur das Personal sei weiterhin ein Handicap. Um mehr Beschäftigte zu akquirieren, gehe die Stadt gezielt auf Leute zu, bei denen sie weiß, dass sie bald mit der Erzieherausbildung fertig werden. „Wir haben schon verschiedene Ideen für neue Krippengruppen, aber ein zusätzliches personelles Problem“, sagte Winter. Dabei betonte er, dass er froh gewesen sei, damals die Stadtratsmitglieder überzeugt zu haben, einen Sozialausschuss zu errichten, von dem so viel abhängt.

Julia Böcken

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