Pflichtaufgaben für Kommunen

Positives Signal für das Tierheim

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Nicht nur Hunde und Katzen werden im Tierheim Beckstetten aufgenommen.

Mindelheim: Das fi­nanziell in Not geratene Tier­heim Beckstetten sucht derzeit den Kontakt zu den Städten und Gemeinden in seinem Einzugsgebiet. Der erste Vorsitzende Stefan Mit­scherling stand in der vergangenen Woche in Bad Wö­rishofen dem Stadtratsgre­mium Rede und Antwort, am vergangenen Montagabend war er zu Gast in der öffentlichen Sitzung in der Kreis­stadt.

Zugrunde liegt die Miss­wirt­schaft der alten Vorstandschaft. Abgelöst durch das jetzt bestehende Team wurde sie am 18. Oktober 2013. Leider fehlen aber aus der Vergangenheit, in erster Linie aus den Jahren 2012 und 2013, Zahlen, Ordner, Statisti­ken, so dass das Tierheim derzeit nicht in der Lage ist, seinen finanziellen Bedarf mit Zahlen klar zu belegen. Im Gespräch mit dem Wochen KURIER rechnete Mit­scherling vor, dass dem Tierheim jährlich rund 240.000 Euro Kos­ten entstehen. Rund 80 Prozent davon sind für die Betreuung von Fundtieren anzurechnen. Diese fachgerechte Betreuung ist Pflicht­aufgabe für die Kommu­nen, die sich dafür an den Kosten des Tierheims beteiligen – das wäre der Plan. Die Stadt Mindelheim sei sich dieser Aufgabe sehr wohl be­wusst, betonte Bürgermeister Dr. Stephan Winter im Rahmen der Sitzung am vergangenen Montag. Gemeinsam mit dem Gremium setzte er ein deutliches Signal pro Beckstetten und zeigte sich bereit die vom Tierheim gewünschte Beteiligung in Höhe von einem Euro pro Einwohner im aktuellen Haushaltsentwurf zu berücksichtigen. Wenig Verständnis habe er dafür, so Winter, dass sich einige Gemeinden im Ostallgäu mit der Beteiligung von 60 Cent pro Ein­wohner "billiger aus der Affäre zu ziehen versuchen." Winter: "Das finde ich nicht korrekt". Mitscherling konnte im Re­daktionsgespräch berichten, dass auch Bad Wörishofen den einjährigen Vertrag mit dem Tierheim, der eine Beteiligung von 1 Euro pro Einwohner vorsieht, unterzeichnet hat. Die Marktgemeinde Türkheim habe Zustimmung signalisiert, werde es aber in einer eigenen Sitzung dem Marktrat zur Abstimmung vorbringen. Ram­mingen habe jegliche Be­tei­ligung komplett abgelehnt mit Blick auf "die Verfehlungen der vorigen Vorstandschaft", berichtet Mitscherling. Im Ostallgäu seien es momentan 17 Ge­meinden, die nur 60 Cent bezahlen – die Kosten werde das bei weitem nicht decken. Das Tier­heim werde versuchen, im Som­mer aktuelle Statistiken vorzulegen und hofft dann auf mehr Verständnis für seine Lage.

von Andrea Friebel

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