Am 16. Mai sind die Bürger gefragt

Stadtentwicklung: Gutes Zwischenzeugnis für Mindelheim

+
Viel Lob hatte Sylvia Haines für die fertig umgebaute Maximilianstraße übrig, den Marienplatz bezeichnete sie sogar als „Schatzkiste“.

Mindelheim – Ein völlig unbekanntes Problem hat Stadtplanerin Sylvia Haines bislang noch nicht aufgedeckt. Die Expertin vom Büro Haines-Leger befindet sich in Mindelheim allerdings auch noch in den ersten Zügen des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (INSEK), das unter anderem Chancen und Entwicklungsmaßnahmen für die Stadt aufzeigen soll. Vergangene Woche stellte Haines im Stadtrat erste Zwischen­ergebnisse vor, bevor am 16. Mai der Auftakt für die Bürger erfolgt.

„Wo ist alles in Ordnung und wo gibt es Handlungsbedarf?“ Mit dieser Frage im Gepäck war Haines zuletzt schon mehrfach durch Mindelheim gezogen, um insbesondere die Kernstadt einer ersten Analyse zu unterziehen. Thematisch ausgeschlossen wurde dabei erstmal nichts, sondern sämtliche Bereiche der Stadt flossen in die erste Bestandsaufnahme mit ein – vom Einzelhandel über Wohnen, Umwelt, Leerstand, Kultur und Tourismus bis hin zu Sport und Freizeit.

Ihr erstes Urteil fiel dabei durchaus positiv aus. In Sachen Klimaschutzkonzept hätte die Stadt „ihre Hausaufgaben gemacht“ ebenso wie beim Ausbau des Radwegenetzes oder dem ÖPNV, der zuletzt mit dem Flexibus um ein Angebot ergänzt wurde.

Auf aktuelle Trends und Megatrends könne die Stadt zwar keinen Einfluss nehmen, müsse diese aber auf dem Schirm haben und in die Planungen einbeziehen, so Haines. Konkret nannte sie dabei etwa die Zunahme der Ü80-Jährigen, die zwar „kein Geheimnis ist“ aber ebenso wie die steigende Zahl an Singlehaushalten mehr Wohnflächen erfordere. Besonders gut gefielen Haines offenbar einige „schöne Villen“ in Mindelheim, wobei es natürlich auch einfache Wohnhäuser gebe. „Das hat alles Qualität“, so Haines. Und auch die Grünanlagen würden dazu beitragen, dass das „Wohnen in der Innenstadt attraktiv ist“.

Als Problem sieht die Stadtplanerin die hohe Belastung der B16 und der Zubringerstraßen rund um Mindelheim. „Grenz­wertig“ sei es beispielsweise in der Landsberger Straße. Beim ruhenden Verkehr – sprich der Parkplatzsituation – dürfte das abschließende Urteil noch ausstehen: Hier hatte Haines bislang lediglich festgestellt, dass die Parkflächen in der Stadt gut verteilt seien, möglichen zusätzlichen Bedarf an Stellplätzen habe sie aber bislang noch nicht beziffern können.

Die Themen Kultur und Tourismus konzentrieren sich, so Haines, überwiegend aufs Mindelheimer Zentrum. Dort könne man sich auch Gedanken über deren Weiterentwicklung machen.

Keinen Handlungsbedarf sieht sie an den Schulen oder in der Maximilianstraße. Der Marienplatz sei „die Schatzkiste“ der Stadt, in sogenannten A/B-Lagen (z.B. Kornstraße) oder B-Lagen (z.B. Kirchgasse) müsse man aber „aufpassen“.

Größter Kritikpunkt war, wie auch von anderen Seiten in den letzten Monaten, der Zustand des Bahnhofs – laut Haines „ein unterentwickelter Bereich“, der für viele Einpendler oder Touristen aber der Ankunftsort ist. Das Thema Barrierefreiheit sei hier noch nicht angekommen und „einen Bahnhofsvorplatz wünscht man sich anders.“ Die Expertin gab deshalb bereits eine Empfehlung ab, man solle sich Gedanken über die Ausweisung eines Sanierungsgebietes rund um den Bahnhof machen. Womöglich könne man dann sogar auf Fördergelder zurückgreifen.

Im Endeffekt decken sich die ersten Beobachtungen des Planungsbüros also mit den Entwicklungen, wie sie in jüngster Vergangenheit in Mindelheim entweder bereits stattgefunden haben – Stichwort „Umgestaltung Maximilianstraße“ – oder zumindest als bekanntes Problem – Stichwort „Bahnhof“ – auf der Agenda stehen.

Bürgerauftakt am 16. Mai

Bereichernd könnte deshalb die Beteiligung der Bürger werden, die eng ins Projekt mit eingebunden werden sollen. Alle Mindelheimer sind am Donnerstag, 16. Mai, um 18 Uhr ins Forum eingeladen, ihre Ideen einzubringen. „Gemeinsam sollen an diesem Abend Perspektiven für die zukünftige Entwicklung Mindelheims erarbeitet werden“, teilt die Stadt in diesem Zusammenhang mit. Weitere Beteiligungsmöglichkeit ist das sogenannte „ePin“, eine digitale Stadtkarte, in die die Bürger zwischen 20. Mai und 1. Juli ihre Ideen hineintippen und sogar gegenseitig kommentieren können. „Das verbreitert den Beteiligungsprozess nochmal“, ist auch Bürgermeister Dr. Stephan Winter bereits auf die Vorschläge der Bürger gespannt.

Marco Tobisch

Auch interessant

Meistgelesen

Raucherpause mit Folgen: Zigarette löst Garagenbrand in Mindelheim aus
MINDELHEIM
Raucherpause mit Folgen: Zigarette löst Garagenbrand in Mindelheim aus
Raucherpause mit Folgen: Zigarette löst Garagenbrand in Mindelheim aus
RTL-Dessous-Show als Sprungbrett?
MINDELHEIM
RTL-Dessous-Show als Sprungbrett?
RTL-Dessous-Show als Sprungbrett?

Kommentare