Mit klarer Botschaft ins Jubiläumsjahr

Statt Party: Expertenkonferenz zum 199. Kneipp-Geburtstag in Bad Wörishofen

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Über die Kneippsche Lehre als wirksame Gesundheitsanwendung diskutierten zuletzt (von links) Achim Bädorf (Verband Deutscher Kneippheilbäder und Kneippkurorte), Bürgermeister Stefan Welzel, Kurdirektorin Petra Nocker, Hotelier Hubertus Holzbock und Michaela Bahle-Schmid.

Bad Wörishofen – Große Feierlichkeiten zum 199. Geburtstag von Sebastian Kneipp waren coronabedingt nicht möglich. Bürgermeister Stefan Welzel machte aus dieser Not eine Tugend und berief deshalb zuletzt eine Expertenkonferenz zum Thema Kneipp und Corona im Kneipp Kurhotel Fontenay ein.

Am weitesten angereist war Achim Bädorf, geschäftsführender Vorsitzender des Verbands Deutscher Kneippheilbäder und Kneippkurorte, der nicht nur Verfechter der Kneippidee in den Heilbädern und Kurorten ist, sondern auch die Information mitbrachte, dass in seiner Heimat Nordrhein-Westfalen eine Ankündigung der Landesregierung getroffen wurde, zum 30. Mai die Thermen und Schwimmbäder, Spaßbäder und Wellness-Einrichtungen unter „passgenauen Infektionsschutzkonzepten“ wieder zu öffnen, was nach einer letzten Verschiebung wohl zum 6. Juni dann auch ins Werk gesetzt werden wird.

Derweil herrscht in Bayern und damit auch in Bad Wörishofen vielfach Unklarheit, ab wann man was wieder öffnen dürfe. Hotelier Hubertus Holzbock, der als Kreisvorsitzender auch für den BHG sprechen konnte, wusste zu berichten, dass die Gäste sehr erfreut waren, dass die Hotels in Bayern bald wieder öffnen dürfen. „Bei einigen schwang aber doch die Enttäuschung mit, dass Wellnessbereiche, aber auch vor allem die Bäderabteilungen nach derzeitigem Stand noch nicht wieder vollumfänglich öffnen dürfen.“

Hoffen auf die Öffnung

Genau dies war und ist für Bürgermeister Welzel nach eigener Aussage die Triebfeder, hier aktiv zu werden. „Wir haben für die Öffnung unserer Kneipp­anlagen im Freien und um die der Gradieranlage gekämpft. Jetzt müssen wir von der Politik in München die verlässliche Aussage bekommen, dass die Bäderabteilungen in unseren Häusern wieder schnellstmöglich öffnen dürfen“, betont Welzel. „Es geht hier um Gesundheitseinrichtungen und therapeutische Anwendungen.“ Das müsse in der Anwendung möglich sein. Immerhin erfolgen diese Maßnahmen aufgrund ärztlicher Verordnung, wie Kurdirektorin Petra Nocker ergänzte.

Eine Steilvorlage für Dr. Tassilo Albus, der nicht nur langjähriger Kurreferent im Kneippstädter Stadtrat war, sondern auch Vertreter des Kneippärztebundes ist. „Es hat schließlich einen medizinischen Grund, dass Kneippanwendungen verabreicht werden“, ist Albus von der Wirksamkeit der Kneippschen Heilmethoden überzeugt. „Das Fachwissen ist in Bad Wörishofen da und der coronabedingte Sicherheitsabstand auch in den Bäderabteilungen problemlos einzuhalten.“

In dieselbe Kerbe schlägt Kurdirektorin Petra Nocker: „Gerade die Siegelträger, die nach den Kriterien des Kneippbundes zertifiziert sind, sind Fachkurbetriebe mit gesichertem Know-how.“ Das unterstreicht auch Kneippbund-Bundesgeschäftsführer Thomas Hilzensauer, der erklärte, dass die Kneipp-Akademie nun wieder erste Kurse durchführt und ferner auch bestätigte, dass die Kneippanwendungen auch in Coronazeiten durchführbar sind.

„Deshalb starten wir von dieser Konferenz ausgehend auch eine weitere Initiative zur Öffnung der Bäderabteilungen in unseren Kureinrichtungen“, gibt Bürgermeister Stefan Welzel die Zielrichtung vor. „Wenn wir am 30. Mai die Häuser öffnen dürfen, dann muss auch dieses wichtige Element eines Gesundheits- und Kuraufenthalts unseren Gästen zur Verfügung stehen“, so Welzel. „Wir dürfen hier nicht in Wettbewerbsnachteile gegenüber dem benachbarten Österreich geraten“, ergänzt Michaela Bahle-Schmid.

Stärkung in Coronazeiten

Auch Achim Bädorf ist sich der Bedeutung Kneipps bewusst: „Es gibt keine vergleichbaren Methoden wie die nach Kneipp, und es ist medizinisch erwiesen, dass beispielsweise Kniegüsse und Armbäder den Rachenraum festigen. Ein wichtiger Vorteil auch bei Corona.“

Einigkeit besteht daher bei den Konferenzteilnehmern, dass es zur Öffnung der Bäderabteilungen in den Kurbetrieben schneller Klärung bedarf. Welzel zusammenfassend: „Kneipp stärkt die Abwehrkräfte. Das muss unsere aktuelle und nach vorne gerichtete Botschaft im Jubiläumsjahr werden.“

wk

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