Marlen Peix, Veronika Flesch und Karin Pfab stellen aus

"Moderne trifft Barock" ab heute im Kleinen Schloss Türkheim

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Stellen ab morgen gemeinsam im Kleinen Schloss in Türkheim aus (v. links): Marlen Peix, Karin Pfab und Veronika Flesch.

Türkheim – Moderne trifft Barock – unter diesem Motto bespielen die drei Künstlerinnen Veronika Flesch, Marlen Peix und Karin Pfab von Freitag, 28. Juni, bis zum 7. Juli die Ausstellungsräume im Kleinen Schloss Türkheim.

So unterschiedlich die Arbeiten der drei Künstlerinnen auf den ersten Blick erscheinen, so ist ihnen doch eines gemein – die Auseinandersetzung mit der Gedankenwelt des Barock.

Veronika Flesch greift in ihren Glasobjekten und Radierungen eines der zentralen Themen des Barock, die Widersprüchlichkeit des Daseins, auf. Obwohl ihre Glasobjekte in Form und Farbe ausgewogen konzipiert sind, erzeugen sie beim Betrachten eine enorme Spannung. Diese rührt in erster Linie aus dem Gegensatz von Material und Form. Der harte und spröde Rohstoff Glas wird von Veronika Flesch in weiche und fließende Formen überführt. Die vermeintliche Starrheit des Glases löst sich augenscheinlich in Bewegung auf, wie zum Beispiel bei ihrem leuchtend gelben Objekt „Fließend“.

Die Idee der Gegensätzlichkeit bestimmt auch viele ihrer Druckgrafiken. Die Motive dafür findet die Künstlerin häufig in der Natur und in der Landschaft. Immer auf der Suche nach dem Wesentlichen übersetzt sie diese in graphische Strukturen bzw. reduziert sie auf ihre linearen Elemente.

Mit ihrem Gespür für Farben und ihrem versierten Umgang mit der Drucktechnik von Stanley William Hayter, dem Erneuerer der Farbradierungen, entstehen auf diese Weise inhaltlich und formal sehr spannungsreiche Grafiken.

Marlen Peix zeigt einen Kontrast zu der üppigen und konkreten Abbildung der Lebenswelt des Barock. Der Leitgedanke der Fotokünstlerin „Nichts ist wie es scheint, nichts scheint wie es ist“ durchzieht ihr fotografisches Werk wie ein roter Faden. Sie versteht Fotografie nicht im klassischen Sinn als realitätsgetreue Abbildung von Objekten und Situationen, sondern als Suche nach dem Imaginären. Ihre Motive sucht die Fotografin allerdings im Alltäglichen. Marlen Peix greift für ihre Fotografien und Composings auf das Thema Universum und Umwelt zurück.

Die Fotografin Karin Pfab thematisiert in ihren Arbeiten hingegen den Vanitas-Gedanken des Barock. Zentrale Motive ihrer Fotografie sind die Spuren von Vergänglichkeit in Architektur, Landschaft und in unbelebter Materie. Sie folgt in ihren Aufnahmen einer leicht wehmütigen und poetischen Sicht auf die Dinge, jedoch ohne jegliche nostalgische Absicht.

Die Fotografin will ihre Bilder vielmehr als Loblied auf die Schönheit des Vergänglichen verstanden wissen. Sie baut dabei nicht nur auf die ästhetischen Qualitäten ihrer Motive, sondern auch auf deren erzählerische Kraft. Beim Betrachten der Bilder stellen sich unweigerlich Fragen nach deren Geschichte ein. 

wk

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