Sudetendeutsche Landesmannschaft Mindelheim

"Man hat zusammengehalten"

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Schatzmeisterin Martina Pfleger, Kreisobmann Dietmar Heller, die ehemalige Kreisvorsitzende Gertrud Buchberger und Zweiter Bürgermeister Hans-Georg Wawra.

Mindelheim – Viele Sudetendeutsche haben keine frühen Erinnerungen an ihre Heimat, die heute ein Teil von Tschechien ist. Doch viele reisen dorthin, sind Mitglieder in Vereinen und Kreisgruppen und halten so fest zusammen. So traf sich in Mindelheim auch dieses Jahr die Sudetendeutsche Landesmannschaft (SL) Kreisgruppe in der „Alten Post“.

Auch Zweiter Bürgermeister Hans-Georg Wawra war anwesend und dankte den Sudetendeutschen für ihr Engagement im Namen der Stadt Mindelheim. Diese Gemeinschaft zeichnet sich durch Toleranz und Nächstenliebe aus, sie kümmere sich um Menschlichkeit und Versöhnung. 

Gleich zu Beginn kam der weniger erfreuliche Teil: im letzten Jahr sind drei Mitglieder verstorben. Kreisobmann Dietmar Heller dankte ihnen posthum für ihre Treue und ihren Einsatz. Erfreulich dennoch, dass man von Jahr zu Jahr mehr Mitglieder zu verzeichnen habe, „was hoffentlich so bleibt“, sagte Heller. Seit der letzten Sitzung zählt die SL 133 Mitglieder. 

Im März wurde über drei Wochen eine Ausstellung in der Sparkasse gezeigt, die über die Vergangenheit und Gegenwart der Sudetendeutsche aufklärte. Aktivitäten und Besuche Zahlreiche Besucher strömten in die Sparkassenfiliale in der Maximilianstraße und auch neue Mitglieder konnten gewonnen werden, berichtete der Kreisobmann. Besonders viele junge Leute besuchten die Ausstellung, die ein voller Erfolg war. Die Vernissage besuchten 60 Personen und die Matinee sogar 70. 

Monatlich finden Treffen der Ortsgruppe statt, es gab einen Mai-Ausflug und zwei sudetendeutsche Tage in Nürnberg und Augsburg. Das letzte Mal fand der „Tag der Heimat“ 1995 in Mindelheim statt. Nun kommt er am 10. September ins Forum. 

Problematiken 

Ein Problem, das Kreisobmann Dietmar Heller besonders zu schaffen macht, sind nationalistische und rechtsextrem Mitglieder. Für diese habe er und jeder Anwesende kein Verständnis. Sie würden ein schlechtes Licht auf die Sudetendeutschen werfen. „Im Sudetenland hat man zusammengehalten und jetzt zerfleischen wir uns selbst“, sagte der Kreisobmann. 

Ein weiteres Problem besteht darin, dass viele Personen in Deutschland die wahre Geschichte der Sudetendeutschen nicht kennen. Die kamen nicht erst unter Adolf Hitler 1938 nach Tschechien. Bereits aus dem 17. Jahrhundert gibt es Aufzeichnungen, dass Deutsche das Land besiedelten. Heute bemüht sich Dietmar Heller mit weiteren Sudetendeutschen darum, vor allem Jugendliche in Tschechien aufzuklären, da deren Interesse zur Vergangenheit besonders groß ist. 

Neuwahlen 

Gertrud Buchberger, die seit 1993 Kreisvorsitzende des Bundes der Vertriebenen ist, hört altersbedingt auf und Dietmar Heller sollte ihr Nachfolger werden – was dann auch so kam: Es wurde einstimmig für ihn gestimmt.

von Antonela Kelava

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