Geschäftsführer Jörg Wund über Pläne in Bad Wörishofen

Thermen-Hotel: Wenn, dann nur ohne Brechstange

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Auf seinen zehnmillionsten Thermengast in Bad Wörishofen muss Geschäftsführer Jörg Wund noch warten. Er stellte stattdessen die aktuellen Planungen zu einem Thermen-Hotel vor.

Unterallgäu – Eigentlich hatten die Verantwortlichen der Bad Wörishofer Therme gestern eingeladen, um auf die durchbrochene Schallmauer von zehn Millionen Thermenbesuchern anzustoßen. Weil sich diese Party wegen des schönen Wetters der letzten Wochen aber noch um ein paar Tage nach hinten verschiebt, hob Geschäftsführer Jörg Wund kurzerhand ein anderes Thema in den Mittelpunkt: Und zwar schwebt Wund und seinen Mitstreitern vor, zusätzlich zur Therme noch ein Hotel zu errichten, um auch die Möglichkeit für mehrtägige Entspannungsbesuche zu schaffen.

Dass ein solches Modell funktionieren kann, zeigt ein Beispiel aus Erding, wo Wund ebenfalls Thermen-Geschäftsführer ist. Seit Ende 2014 betreibt er im Münchner Nordosten das „Hotel Victory Therme Erding“, um seinen rund 1,8 Millionen Gästen pro Jahr auch einen längeren Aufenthalt zu ermöglichen. 84.000 jährliche Übernachtungen verzeichnete das Erdinger Hotel zuletzt.

Auch für die Kneippstadt hält Wund ein solches Hotel für „durchaus denkbar“. Gleichzeitig betont der Geschäftsführer aber, dass bislang alles nur eine Idee sei. Als Voraussetzung erachtet er, dass sich das Konzept von anderen abhebt und ein absolutes Alleinstellungsmerkmal gegeben ist. Was sich Wund vorstellen könnte, wie er dem Wochen KURIER verrät: einen Hotelflügel speziell für Saunagäste, wo sich diese auch mal etwas freizügiger bewegen können – natürlich räumlich abgeschottet. Dies sei nur eine Idee von vielen.

Wichtig in erster Linie: „Wenn man etwas macht, muss es perfekt sein“, stellt Wund klar und verweist darauf, die „Brechstange“ komme bei der Realisierung des Vorhabens keinesfalls zur Anwendung. „Das Hotel müsste von der Region gewünscht werden. Das Potenzial dafür ist auf jeden Fall da“, sagt Wund. Und dass die Idee ohnehin erst reifen muss, auch das hätte das Erdinger Beispiel gezeigt: Dort war die Hotel-Idee schon seit der Eröffnung im Raum gestanden, der fertige Bau aber erst 14 Jahre später vollendet.

Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer, der anlässlich der Besucherjubiläums als Ehrengast geladen war, zeigte sich von dem Thermen-Hotel angetan und kündigte seine Unterstützung an. Schließlich stelle ein solches Projekt keine Konkurrenz für bestehende Angebote dar sondern locke vielmehr neues Publikum nach Bad Wörishofen. Auch in seiner Rede betonte Pschierer, die Therme „führt das Unterallgäu einem neuen Kreis zu.“ Da müsse man sich nur die unterschiedlichen Autokennzeichen auf dem Parkplatz ansehen. „So profitieren wir alle von Ihrer Therme“, lobte Pschierer Geschäftsführer Wund und sprach zudem von einer echten „Erfolgsgeschichte“.

Politischer Rückhalt wichtig

Diese erzählte danach Wund noch anhand einiger Meilensteine – wie etwa der Saunavergrößerung 2009 oder den Planungen für eine noch größere Sauna 2014, die es dann allerdings nicht mehr gab, nachdem Paul Gruschka Bad Wörishofens Bürgermeister wurde. „Große Schritte sind aktuell schwierig“, meint Wund. Denn dafür brauche es die Unterstützung der Politik.

Dankesworten richtete Wund deshalb an Klaus Holetschek, zu dessen Bürgermeister-Zeiten die Therme eröffnet worden war. „Ohne Sie würden wir nicht hier stehen“, sagte Wund. Seither hätte seine Therme konstante ­Zahlen geschrieben – und das auch in Phasen, als das Wetter für längere Zeit schön war und viele Unterallgäuer lieber in die Berge oder ins Freibad gegangen sind.

Bei der Kalkulation der Zehn-Millionen-Besucher-Marke machte das Wetter den Thermen-Chefs allerdings einen Strich durch die Rechnung: „Zwei bis vier Wochen müssen wir noch warten“, schätzt der Geschäftsführer. Dabei hatte er sogar Starkoch Alfons Schuhbeck in die Therme geholt, um den Jubiläums-Besucher sowie anwesende Politiker und Pressevertreter zu bekochen. Schuhbeck selbst griff auch noch schnell zum Mikrofon – „bevor mir´d Weißwürscht absaufen“, wie der Koch selbst humorvoll einleitete, ehe er sein Tagesangebot vorstellte: „A bissl an Humus“, Bratkartoffeln und „am Hoeneß seine Bratwürschtl“ tischte Schuhbeck danach unter anderem auf.

Nachdem das Besucherjubiläum in wenigen Wochen über die Bühne gehen wird, steht das nächste große Highlight im nächsten Jahr bevor: Dann feiert die Therme ihren 15-jährigen Geburtstag. 

Marco Tobisch

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