Wenn´s wieder sprudelt, soll jeder einen Liegeplatz finden

Trotz Umsatzrückgang von zwölf Millionen Euro: Thermenchef Jörg Wund investiert

Therme Bad Wörishofen Corona Lockdown
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Seit über 300 Tagen ist die Bad Wörishofer Therme geschlossen. Der finanzielle Schaden ist gravierend.
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Thermen-Gastrochef Harald Müller und Marketingchefin Birgit Ernst (v. links) sprachen mit dem KURIER über die neue „Sky Lounge“.
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Thermen-Gastrochef Harald Müller und Marketingchefin Birgit Ernst (v. links) sprachen mit dem KURIER über die neue „Sky Lounge“.
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Seit über 300 Tagen ist die Bad Wörishofer Therme geschlossen. Der finanzielle Schaden ist gravierend.
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Die Sauna-Empore „Sky-Lounge“ (links), die in den nächsten Tagen fertiggestellt werden soll, bietet künftig 40 exklusive Liegemöglichkeiten inmitten von Palmenkronen.
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Die Sauna-Empore „Sky-Lounge“, die in den nächsten Tagen fertiggestellt werden soll, bietet künftig 40 exklusive Liegemöglichkeiten inmitten von Palmenkronen.
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Die neue „Sky-Lounge“, an der Christian Schüll von der Bad Wörishofer Tischlerei Leuterer zuletzt noch werkelte, soll zur Wiedereröffnung fertig sein und zusätzlichen Liegeplatz bieten.

Bad Wörishofen – Der Fliesenboden ist blitzsauber, die Liegen stehen in Reih und Glied bereit und dank der Tropenluft wachsen sogar auch weiterhin echte Bananen in der Therme. Wäre das Wasser im großen Becken nicht abgelassen, würde kaum auffallen, dass die Therme Bad Wörishofen wegen der Corona-Pandemie schon über 300 Tage außer Betrieb ist. Wie schwer die Krise seinem Unternehmen auch finanziell zusetzt, hatte Betreiber Jörg Wund in den letzten Wochen immer wieder deutlich gemacht. Und dennoch steckt der Geschäftsführer derzeit eine halbe Million Euro in den Ausbau der Liegeflächen – voll der Hoffnung, dass diese auch bald wieder genutzt werden dürfen.

Sobald die Therme wieder öffnen darf, können sich die Besucher über gleich zwei neue Wohlfühloasen freuen: Die Sauna-Empore „Sky-Lounge“, die in den nächsten Tagen fertiggestellt werden soll, bietet 40 exklusive Liegemöglichkeiten inmitten von Palmenkronen, die Besucher als persönlichen Rückzugsort buchen können. Neben großzügigen Relaxinseln für jeweils zwei Personen stehen auch bequeme Relaxliegen zur Auswahl. Damit will die Therme auch ihrem ambitionierten Ziel, jedem Gast eine Liegeplatzgarantie aussprechen zu können, wieder ein Stück näher kommen.

Das gilt auch für aktuelle Arbeiten im Außenbereich: Hier entsteht derzeit eine große Sommerterrasse direkt am Thermensee mit weiteren 140 Liegemöglichkeiten. Die Erteilung einer Baugenehmigung vorausgesetzt, soll die Sommerterrasse voraussichtlich noch in diesem Jahr zum Wintergarten ausgebaut werden. „Wir wollen einen großzügigen Ruhebereich schaffen, den wir mit entsprechenden Trennwänden den Thermen- oder Saunagästen zuteilen können. Damit wären wir erstmalig in der Lage, unsere Liegekapazitäten flexibel an die Besucherzahlen anzupassen“, erläutert Thermenchef Jörg Wund.

Auch auf der Thermenseite werden die Liegekapazitäten erweitert. Die neue Panorama-Lounge bietet auf über 110 Quadratmetern buchbare Relaxinseln und Ruheliegen mit Blick über die gesamte Südseelandschaft. „Mit der Investition in neue Liegeflächen sowie dem weiteren Ausbau der Schutzmaßnahmen mit zusätzlichen Trennwänden in vielen Bereichen können unsere Gäste nach der hoffentlich baldigen Wiedereröffnung ihren Aufenthalt ganz entspannt genießen“, freut sich Marketingchefin Birgit Ernst.

Jetzt hofft die Therme auf weiter sinkende Infektionszahlen im Unterallgäu. „Ich kann die vielen schlaflosen Nächte gar nicht mehr zählen, in denen ich mir über die Thermenzukunft Gedanken gemacht habe. Nach 300 Tagen im Lockdown ohne einen einzigen Gast und einem Umsatzrückgang von bisher rund zwölf Millionen Euro sowie hohen laufenden Kosten, muss es jetzt endlich wieder losgehen“, so Jörg Wund. Erst kürzlich hatte der Geschäftsführer vorgerechnet, dass jede weitere Lockdownwoche für die Therme Kosten in Höhe von über 250.000 Euro verursacht.

Erschwerend kommt für Wund hinzu, dass die Regierung die Antragsbedingungen für die Wirtschaftshilfen in den letzten Monaten mehrfach geändert hat. Das bedeutet für die Therme, immer wieder die Coronahilfen neu beantragen zu müssen. Die bisher erhaltene Abschlagszahlung deckt mittlerweile laut Wund nicht einmal mehr zwei Prozent der entgangenen Umsätze. Auch die Mitarbeiter, die seit zehn Monaten in Kurzarbeit sind, warten darauf, endlich wieder arbeiten zu können.

Wiedereröffnung muss auch rentabel sein

In seiner Therme in Erding darf Wund seit 22. Mai zumindest wieder das Hotel öffnen, zudem haben in Erding wie auch in anderen Thermen im Freistaat zumindest die Außenbereiche für Gäste mit negativem Coronatest geöffnet. Bayernweit verzichten aus wirtschaftlichen Gründen derzeit noch zahlreiche Betreiber auf die Wiedereröffnung, solange nur die Außenbereiche angeboten werden dürfen. Auch Birgit Ernst macht deutlich: In Bad Wörishofen werde man nur öffnen, wenn zumindest die Hälfte der sonst üblichen Gästezahl in die Therme darf. Für diese wäre dann auch mit etlichen Hygienemaßnahmen für sicheres Baden und Erholen vorgesorgt: Neben Trennwänden und anderen üblichen Maßnahmen bereitet die Therme zum Restart auch ein Schnelltestangebot vor.

Mut machen Jörg Wund derweil die positiven Rückmeldungen vieler Gäste, die auf die Wiedereröffnung der Therme sehnsüchtig warten. Das Konzept „Südseeurlaub mit Gesundheitsbonus“ der Therme Bad Wörishofen ist für den Thermenchef dabei aktueller denn je. In Zeiten, in denen die Urlaubreise nur unter erschwerten Bedingungen möglich ist, werde das „Urlaubsparadies direkt vor der Haustür“ weiter an Bedeutung gewinnen, ist sich Wund sicher.

wk/mt

Rubriklistenbild: © Marco Tobisch

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