Neuer Lebenschance-Verbesserer

Türkheim bekommt ab September „First Responder“ 

Johanniter Fahrzeug
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Die Johanniter stellen ab September einen „First Responder“ in Türkheim. 
  • vonOliver Sommer
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Türkheim – Nach längerer Vorarbeit bekommt Türkheim im September einen First Responder. Zusammen mit den Johannitern wird dann ein „Ersthelfer“ bei der Feuerwehr in Türkheim seine Arbeit aufnehmen.

Seit einiger Zeit ist die Rettungswache in Bad Wörishofen in der Zeit zwischen 22 und 6 Uhr nicht mehr besetzt. Wer dann einen Arzt oder Rettungswagen braucht, muss auf die Ankunft des RTW aus Mindelheim warten, womöglich mit gravierenden Konsequenzen für den Verletzten oder Hilfsbedürftigen. Unter anderem Landtagsabgeordneter Bernhard Pohl und Bad Wörishofens Ex-Bürgermeister Paul Gruschka bemühen sich hier seit Jahren, die Lücke zu schließen.

Ehrenamtlich unterwegs

Aber auch untertags, wenn der Rettungswagen anderweitig gebunden ist, kann der First Responder zum Einsatz kommen. Der First Responder ist ein rein ehrenamtlicher Dienst der Johanniter-Unfall-Hilfe, bei dem ein speziell ausgebildeter Helfer mit Fahrzeug zur Unterstützung des öffentlich-rechtlichen Rettungsdienstes bei Engpässen bereitsteht. Der Ersthelfer übernimmt in dieser Zeit (bis zum Eintreffen des Rettungswagens bzw. Notarztes) die Erstversorgung des Patienten. So wird das versorgungsfreie Intervall verkürzt und wertvolle Zeit für den Verunfallten gewonnen; in der Medizin gilt unter anderem, dass die Überlebenschancen bzw. die Erfolgschancen bei einer Reanimation nach drei Minuten bei 75 Prozent liegen, nach zehn Minuten aber nur noch bei fünf Prozent. Um die Genesung eines Notfallpatienten, nach einem Herzinfarkt etwa oder einem Schlaganfall, zu gewährleisten, müssen die lebensrettende Sofortmaßnahmen also möglichst zeitnah durchgeführt werden.

Der Ersthelfer wird in Zusammenarbeit mit den Johannitern und der Türkheimer Feuerwehr am 1. September seine Arbeit aufnehmen und dann entsprechend in den Einsatz gehen. Die Kosten für diesen Dienst belaufen sich auf bis zu 14.000 Euro pro Jahr. Wie auch der Feuerwehrdienst ist der First Responder-Dienst freiwillig und ehrenamtlich, Einsätze sind für Patienten kostenfrei. Finanziert wird dies unter anderem über Spenden, da die Hilfeleistung durch den First Responder gesetzlich nicht gefordert ist, also keine Pflichtaufgabe der Kommune – wie etwa die Feuerwehr – ist.

Oliver Sommer

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