Sicher über die Straße

Türkheimer Amphibien-Rettung erfolgreich - nur wenige Totfunde

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Hier wird gerade einer Erdkröte über die Hardtstraße in Irsingen geholfen.

Türkheim – Seit dem Jahr 2017 führt die Ortsgruppe Türkheim/Ettringen des BUND Naturschutz (BN) in Zusammenarbeit mit dem Markt Türkheim an der Hardtstraße in Irsingen anlässlich der jährlichen Wanderung der Amphibien in ihr Laichgewässer eine Rettungsaktion durch. „Hoch zufrieden sind die Organisatoren und Helfer mit den Ergebnissen des Jahres 2020“, sagt Rudolf Mendle von der BN-Ortsgruppe Türkheim/Ettringen, denn es gab nur wenige Totfunde zu beklagen.

Für die Rettungsaktion baut der BN einen Hin- und Rückwandererzaun auf, stellt Sammeleimer auf und befördert die eingesammelten Amphibien über die Hardtstraße in das Laichgewässer. Die Maßnahmen sollen dazu beitragen, dass es nicht zu einem massiven Verlust der Tiere beim Überqueren der Straße kommt. Ohne einen Schutzzaun würden fünf bis zehn Prozent der Kröten, Molche und Frösche sterben.

In der Zeit vom 1. März bis 1. Mai wurden 1.631 Amphibien bei ihrer Hinwanderung über die Straße getragen. Das sind gut 200 Tiere mehr als im Vorjahr. Der Spitzenwert lag in der dritten Märzwoche bei 877 Tieren. 1.062 Amphibien halfen die Ehrenamtlichen bei ihrer Rückwanderung über die Straße. Hier steigerte sich das Ergebnis bedingt durch die neue Zaunlänge um fast 400 Tiere im Vergleich zum Vorjahr.

„Interessant ist, dass 2020 äußerst wenige Totfunde zu verzeichnen waren“, sagt Mendle. Von den fünf Totfunden wurden zwei in den Eimern gefunden. Das könnte ein Beleg dafür sein, dass die Aufstellung und Verlängerung des Hin- und Rückwandererzauns wirkungsvoll war. Ein weiterer Grund könnte sein, dass die Autofahrer die Hinweise auf den Verkehrsschildern größtenteils berücksichtigten, vermutet Mendle. Allerdings waren durch die Corona-Ausgangsbeschränkung auch wesentlich weniger Autos als in den Vorjahren unterwegs. Zum Vergleich: 2019 gab es noch 61 Totfunde.

Zu analysieren sei der starke Rückgang an Molchen. Überquerten 2019 noch 164 Molche die Straße, waren es heuer nur noch 42. Gründe für den Rückgang gäbe es laut BN mehrere – etwa die Ausweitung des Gewerbegebietes im Unterfeld und die Abholzung einer Waldfläche südlich der A96.

wk

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