Auch ein zweiter Autor liest aus seinem Werk vor

Türkheimer Buchwoche: Tamara Bach schreibt in elf Tagen ein Buch

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Der Irsinger Autor Thorsten Oliver Rehm (2. v. links) und die Berliner Autorin Tamara Bach (3. v. links) lasen im Rahmen der Türkheimer Buchwoche, die vom Initiator Walter Mirbeth (rechts) veranstaltet wird, aus einem ihrer Bücher vor. Dieses Jahr findet die Buchwoche in der Ludwig-Aurbacher-Mittelschule statt. Mit auf dem Bild ist die Rektorin der Mittelschule Barbara Engel (links).

Türkheim – Mal eben ein Buch in elf Tagen schreiben – das ist zwar eine Ausnahme aber durchaus möglich für Tamara Bach. Die Berliner Kinder- und Jugendbuchautorin las auf der elften Türkheimer Buchwoche, die noch bis zum 22. November dauert, aus jenem Buch „Vierzehn“ vor. Auch der Irsinger Autor Thorsten Oliver Rehm ließ sich die Chance nicht entgehen, um den Zuhörern eine Kostprobe aus seinem neuen Wissenschaftsthriller „Subliminal. Das Experiment“ zu geben. Beide spielen mit Wörtern, haben die Macht über sie, lassen sie tanzen.

„Die Ideen kommen geschoss­artig auf mich zu“, berichtete Bach. Innerhalb von einer Woche wusste sie die ganze Geschichte. Wenn sie nicht das Ende einer Geschichte weiß, fängt sie erst gar nicht an, zu schreiben. Doch jedes Buch sei anders. „Ich werde immer wieder aufs Neue überrascht, wie Schreiben funktioniert“, sagte die gebürtige Rheinland-Pfälzerin. Nach ihrem ersten Jugendbuch „Marsmädchen“, das mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet worden war, wusste sie, dass sie das kann. „Krimi und Lyrik liegen mir nicht, aber Prosa liegt mir gut“, sagte sie über sich selbst.

Kinder der fünften Klasse der Ludwig-Aurbacher-Mittelschule sangen zur Eröffnungsfeier ein Lied.

Die Autorin war am Eröffnungstag bereits am Joseph-Bernhart-Gymnasium in drei Klassen zu Besuch. „Sie hat die Kinder mitgenommen“, schwärmte Wolfgang Wilhelm vom 7-Schwaben-Buch in Türkheim. Die Schüler stellten viele Fragen: Wie oft schreibt sie, wie schreibt sie, wie viel verdient man als Autorin, wie entsteht ein Buch, wie war ihr Werdegang? Seit 2000 ist Bach hauptberuflich Autorin. Zwei ihrer insgesamt acht Bücher hat sie während des Studiums noch geschrieben.

Doch nicht alle Bücher gehen so leicht von der Hand wie ihr vorletztes Buch „Vierzehn“. Für „Marienbilder“ hat sie sage und schreibe 15 Jahre gebraucht. „Mit ‚Marienbilder‘ habe ich sehr gekämpft“, so Bach. Mit Beh, die Protagonistin des Buchs „Vierzehn“, lief es aber sehr geschmeidig. „Es wäre so toll, wenn jedes Buch nur elf Tage dauern würde“, meinte Bach. „Manchmal ist es wie Fahrradfahren auf Sand oder wie eine Wasserrutsche herunterrutschen.“

Für sie kann sie sich keinen besseren Beruf vorstellen – außer vielleicht mit Pandababys spielen. Man kann sich im Schlafanzug an den Schreibtisch setzen und Helden fliegen lassen. „Ich darf den ganzen Tag spielen“, sagte sie. Sie kann sich neue Wörter ausdenken, mit der Grammatik haushalten, lange, verwobene Sätze bilden, einen Monat lang gar nichts schreiben oder manchmal eben ein ganzes Buch. „Gaga gehört auf jeden Fall zum Berufsbild dazu.“ Manchmal macht es auch viel aus, die Perspektive zu wechseln, wie beim Buch „Vierzehn“, das sie in der Du-Perspektive schrieb, „weil das Buch es so wollte“, erklärte Bach.

Beh ist gerade 14 Jahre alt geworden, hat ihre Freunde während der Sommerferien nicht gesehen, weil sie krank war. Zwischenzeitlich ist aber viel passiert. Das Buch erzählt nur einen Tag – von morgens bis abends. Durch Schizophrenie, wie Bach es nennt, erzählen ihr Kinderstimmen Geschichten. Aber auch eigene Erfahrungen und Gefühle bringt Bach mit ein, jedoch werden diese „durcheinander gerüttelt“. Ihr nächstes Buch kommt nächstes Jahr im Herbst heraus.

Rehm stellt sein neues Buch „Subliminal. Das Experiment“ vor, das in zwei Wochen erscheint. Er will nicht nur spannend unterhalten, sondern auch in die Tiefe gehen, mit Worten Werte transportieren und zum Nachdenken anregen. In seinem neuen Thriller geht es um die Gehirnwissenschaft und ein brisantes Geheimnis, dem eine Journalistin auf die Schliche kommt. Dadurch gerät sie aber ins Visier der Wissenschaftler.

Der Verein "Türkheimer Buchwoche" stellt jährlich rund 300 Bücher den Schülern zum Lesen zur Verfügung.

Bis zum 8. Dezember läuft noch der Schreibwettbewerb für Schüler – organisiert vom Verein Buchwoche Türkheim –, an den Schulen aus Türkheim, Wiedergeltingen und Ettringen teilnehmen. Dieses Jahr geht es um das Thema „Eines morgens fand ich einen Fahrradschlüssel vor der Haustür“. Zur Auswahl stehen 22 Bilder von Fahrrädern, mit denen man dann eine Geschichte erzählen soll. Die besten Texte werden prämiert. Inspiration kann man sich aus einem der insgesamt 300 Bücher holen, die der Verein jährlich den Schulen zur Verfügung stellt.

Julia Böcken

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