Wechsel an der Spitze

Türkheimer SPD: Borkowski löst Helfert ab

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Bei der Jahreshauptversammlung der Türkheimer SPD (v. links): Gemeinderätin Agnes Sell (stellv.Vorsitzende), Kreisrat Michael Helfert (stellv. Vorsitzender), die neue Vorsitzende Jaqueline Borkowski, Gemeinderätin Irmgard Schäffler (Schriftführerin) und Christine Frommelt (Kassiererin).

Türkheim – Die SPD im Wertachmarkt hat auf ihrer Jahreshauptversammlung eine neue Vorstandschaft bestimmt. Nach über sechs Jahren an der Spitze des Ortsvereines erklärte Michael Helfert, dass er nicht erneut für das Amt des Vorsitzenden kandidieren werde. Er sei beruflich und als Kreisrat und Vorsitzender der Kreistagsfraktion stark beansprucht und könne das Amt des Ortsvorsitzenden nicht mehr optimal ausüben. Dennoch wolle er auch weiterhin aktiv mitarbeiten und stellte sich daher als einer von zwei Stellvertretern zur Verfügung. Helfert präsentierte auch gleich eine Nachfolgekandidatin: Die 36-jährige Jaqueline Borkowski wurde von den 17 anwesenden Wahlberechtigten einstimmig zur neuen Vorsitzenden bestimmt.

Jaqueline Borkowski ist seit fast 15 Jahren Mitglied der SPD und war früher schon bei den JUSOS politisch aktiv. Mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern wohnt die selbständige Webdesignerin, die eine kleine Agentur betreibt, seit einigen Jahren in Irsingen. „Ich möchte mich wieder mehr politisch engagieren, weil es wichtig ist, dass soziale Themen wieder mehr Gehör finden“, so Borkowski. Sie freue sich darauf, als neue Vorsitzende der Türkheimer SPD politische Verantwortung zu übernehmen und einen Beitrag zu leisten, „dass es den Menschen in unserer Gemeinde gut geht.“

Die Neuwahlen erbrachten folgendes Ergebnis: Erste Vorsitzende wurde Jaqueline Borkowski, Stellvertreter wurden Agnes Sell und Michael Helfert. Als Schatzmeisterin fungiert weiterhin Christine Frommelt. Schriftführerin ist wie bisher Irmgard Schäffler. Die sieben Beisitzer sind Peter Dziewior, Walter Fritsch, Hans Bleyer, Gotthard Hölzle, Peter Kogge, Markus Schöffel und Ilse Tschiedert.

In der anschließenden Diskussion dominierten vor allem zwei Themen: Die abgebrochenen Fusionsgespräche des Landkreises mit der Stadt Memmingen über einen Klinikzusammenschluss undder geplante Umbau des Waaghauses. Bei letzterem Thema setzte sich Hans Bleyer vehement für eine Weiterplanung und eine zügige Umsetzung ein. Die Planung sei gelungen, ein soziales Zentrum im Herzen der Gemeinde sinnvoll und die Zuschusssituation gut. „Das müssen wir jetzt durchziehen und am Ball bleiben“, so Bleyer. Gemeinderätin Irmgard Schäffler erläuterte, dass es in der SPD-Gemeinderatsfraktion unterschiedliche Auffassungen gäbe. Während ein Teil sich wie Bleyer für eine zügige Umsetzung und Weiterplanung des Projektes einsetze, sehe ein anderer offene Fragen, insbesondere was die Finanzierung des Projektes anbelange. Dem stimmte auch 2. Bürgermeister Walter Fritsch zu. Erst müsse ein klarer Finanzierungsplan vorliegen, dann könne weiter geplant werden.

Diskussion um Klinikfusion

Schließlich ging es auch um die Entscheidung des Landkreises, die Fusionsgespräche mit dem Klinikum Memmingen auszusetzen. Mehrere Anwesende kritisierten diesen Entschluss. Memmingen sei, regional betrachtet, der einzig richtige und vernünftige Partner für einen Klinikverbund, so der Tenor. Die Bürger und niedergelassene Ärzte seien mit der Klinik in Memmingen zufrieden und würden auch im Falle eines Klinikverbundes mit Kempten bei schwierigeren Behandlungen, die etwa in Mindelheim und Ottobeuren nicht durchgeführt werden könnten, weiterhin ins Memminger Krankenhaus gehen. Dieses liege einfach näher und habe einen guten Ruf. Kreisrat Michael Helfert zeigte Verständnis für diese Argumente, betonte aber zugleich, dass sich die Fusionsgespräche mit Memmingen nun schon seit über zehn Jahren hingezogen hätten und man sich im Kreis gedreht habe. „Dieser Prozess hat viel Zeit, Energie und auch Geld gekostet. Bis zuletzt hat die Memminger Seite aber immer wieder neue Hürden aufgebaut. Wir mussten jetzt einfach handeln“, so Helfert. Nur mit einem strategischen Partner an der Seite werde man in Zukunft ein breites medizinisches Portfolio an den beiden Standorten im Landkreis halten und die notwendige Spezialisierung der Abteilungen forcieren können. „Es wäre aber gut gewesen, mit den Memmingern jetzt nochmal Tacheles zu reden und eine Frist zu setzen, bevor man die Gespräche abbricht und neue mit dem Oberallgäu aufnimmt“, so der SPD-Fraktionsvorsitzende. 

wk

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